The Wild (2006)
Tierisch Wild
The Wild (2006) Tierisch Wild
Von Alan Silvestri gab es in letzter Zeit nicht viel zu hören. Nachdem er mit seiner musikalischen Non-Stopp-Action für Stephen Sommers Van Helsing für Aufsehen sorgte folgten zahlreiche viel versprechende Aufträge, welche jedoch fortlaufend wieder gekündigt wurden. So war Alan Silvestri ursprünglich für Projekte wie Pirates of the Carribean gebucht, übergab das Steuer dann jedoch an Klaus Badelt und seine Media-Ventures-Crew. Nachher wurde er als Komponist für Harrison Fords Thriller Firewall gehandelt. Auch dieses Projekt gab er an Alexander Desplat weiter und zuletzt wurde er von Rupert Gregson-Williams für Click ersetzt. Also lauter Projekte, welche ins Wasser fielen. Ob es zu Vertragskündigungen seitens des Komponisten oder der Produzenten kam ist nicht klar. Mit The Wild meldet sich Silvestri nun endlich wieder einmal auf die Leinwand bzw. in die Boxen zurück. Der Score trägt eindeutig Silvestris' Handschrift. Er mag zu überzeugen und begleitet das filmische Geschehen gelungen, doch zum absoluten Brüller ist er nicht geworden.
Das Album eröffnet mit vier Disney-typischen Songs, welche für die Verkaufszahlen sicherlich ausschlaggebend sein werden, aber ansonsten nicht wirklich etwas Neues bieten. Der übliche Teenisound also... Mit "Tales from the Wild" eröffnet Alan Silvestri seinen Score recht glorios und erinnert (durch die ganze Komposition hindurch) immer mal wieder an seine Musik zu The Mummy Returns. Ein wirkliches Main Theme in Silvestri'scher Tradition à la Back to the Future-Bombast oder The Mummy-Returns-Heldenfanfare will sich jedoch nicht so klar bemerkbar machen. Dafür kommt die Musik weniger "ernst" daher und bietet viele komödiantische und "mickymausische" Soundelemente (die einen wird's freuen, die anderen werde wahrscheinlich eher Mühe haben damit). Das Stück "Lost in the City" baut auf etwas spannungsgeladenere Komposition und hat einen interessanten treibenden Rhythmus! "The Ritual" kommt etwas primitiver daher als die anderen Stücke und mit "Found our Roar" bläst Silvestri zur Filmtypischen Happy-End-/Feel-Good-Schlussfanfare und lässt das im 5. Stück eingeführte Thema nochmals Revue passieren.
Fazit: Mit The Wild präsentiert uns Silvestri eine für ihn typische, wenig überraschende Komposition, die ihren Zweck im Film sicherlich erfüllt, aber ansonsten nicht allzu gross überraschen kann. Mit Silvestri als Komponist bricht Disney die fast schon Tradition gewordene Arbeitsbeziehung mit James Newton Howard. Ob dieser mit etwas, ein bisschen originellerem, hätte aufwarten können sei dahingestellt. Wer Silvestris beste Arbeiten zu diesem und ähnlichen Genres hören möchte, dem empfehle ich Mouse Hunt und Stuart Little wärmstens!
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