The Wild (2006)

Tierisch Wild

The Wild (2006) Tierisch Wild

Oder: The Lyin' King

The Wild

Amore mio!

Sobald die letzten Besucher den New Yorker Zoo (mal wieder) verlassen haben, geht die tierische Post ab. Da steht dann schon mal ein Schildkrötenbowling auf dem Programm. Immer an vorderster Front: Der mächtige Löwe Samson (Stimme von Kiefer Sutherland. Er prahlt mit seinen Geschichten von früher, lässt sich selber als Held bewundern und will so ein Vorbild für seinen Sohn, Ryan (Stimme von Greg Cipes) sein. Doch dieser fühlt sich durch die Präsenz seines Vaters immer mehr unter Druck gesetzt. Der Gute kann ja auch noch nicht mal richtig brüllen.

Eines Nachts fasst der kleine Ryan einen Entschluss. Er will raus aus dem Zoo und ab in die Wildnis. Beuche machen, zum richtigen Löwen werden und so. Also, nichts wie ab durch die Mitte und weg ist der Kleine. Papa Samson traut seinen Augen nicht. Er sammelt seine Kumpels um sich und macht sich auf die Verfolgung seines Sohnes.

The Wild

1A-Productplacement

Eichhörnchen Benny (Stimme von Jim Belushi), seine Angebetete Giraffe Bridget (Stimme von Janeane Garofalo), der ewig mürrische Koala Nigel (Stimme von Eddie Izzard), sowie die etwas verstörte Schlange Larry (Stimme von Richard Kind) unterstützen den Löwen, der sich bei zunehmender Dauer der Reise als doch nicht so grosser Held herausstellt.

Auf einer Insel mit Vulkan gibts den Reality-Check. Kein Fressen auf Platten, keine netten Tierkumpels und ebenso wenig Pflege. Nur eine Schar Gnus, die sich in den Kopf gesetzt haben, vom Ende an die Spitze der Nahrungskette zu gelangen. Doch das schaffen sie nur, wenn sie einen Löwen fressen. Da kommen Samson und Ryan ja optimal.


DVD-Rating

"Bäh, The Wild ist ja eh nur ein Abklatsch von Madagascar." - "Disney hat hier aber schön in die Kloschüssel gelangt mit dieser Kopie" - "Ist ja ein Kinderfilm!". Alles Aussagen, die nach dem Kinobesuch damals gehört wurden und die allesamt grundsätzlich falsch sind. Denn zu The Wild gibt es einiges klar zu stellen. A) Die Produktion des Filmes startete früher als diejenige von Madagascar, war aufwändiger und kam somit (leider) später ins Kino. B) Disney vertreibt zwar den Film weltweit, hat aber mit der Machart nichts zu tun. The Wild stammt aus Kanada. C) Kinderfilm hin oder her. Spätestens bei den Szenen im Vulkan, wenn die Gnus "ernst" machen, würd ich mir Gedanken machen, ob ich mein Kind in diesen Film setze oder nicht.

Trotzdem spielt The Wild nicht in der gleichen Liga wie die Konkurrenz. Dafür ist die Geschichte zu träge, die Charaktere (mit einigen Ausnahmen) zu brav und der Witz zu lahm. Einzig die Figuren des Eichhörnchens und des grummligen und deshalb herrlichen Koalas ragen aus dem Feld der Durchschnittstypen heraus. Da hilft auch die beeindruckende Stimme von Kiefer Sutherland nichts. Sein Löwe bleibt leider charakterliches Mittelmass.

Was The Wild jedoch positiv punkten lässt, ist die Machart. Die Tierfelle sind wunderbar animiert, die Hintergründe sehen super aus und der ganze Look passt hervorragend. Zudem hat man mit Eddie Izzard eine optimale Stimme für den genervten Koalabär gefunden, dem in den DVD-Features sogar ein ganzes Extra gewidmet ist.

Fazit: The Wild ist in der Machart ein Meisterwerk geworden, verhängt es dafür, mit Story, Charakteren und Witz zu überzeugen. Somit muss er sich schlussendlich doch der Konkurrenz geschlagen geben, auch wenn der Unterschied nicht annähernd so gross ist, wie es überall rumerzählt wird.

Nach den üblichen Trailers kriegt man ein paar Szenen zu sehen, die es glücklicherweise nicht in den finalen Film geschafft haben. Denn wenn ein Eichhörnchen mit einer Giraffe im Auto davondüst, dann brauchts schon viel Verständnis. Ein rockiges Musikvideo ist auch anzuwählen. Blöd und lustig sind die letzten Features. Ersteres bietet einen Einblick in den Alltag eines unbekannten Sprechers und seinem Umgang mit der gewonnenen Popularität. Dämliches Teil. Besser und sogar richtig cool ist der kleine Einblick in die Arbeit von Eddie Izzard. Er spricht den Koalabären einfach nur cool. Das Bild der DVD wird natürlich den höheren Ansprüchen gerecht und der Ton dringt vor allem bei den Vulkan-Szenen eindrücklich aus den Boxen. Trotzdem enttäuschend, die Extras zum Film.

3.0 Sterne 2.0 Sterne
3.0 Sterne (26 Bewertungen) | 0 Kommentare

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08.10.2006 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 05.10.2006

  • Bildformat: 1:1.78
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Türkisch (DD 5.1), Spanisch (DD 5.1), Portugiesisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Türkisch
  • Extras: Der Koala Nigel - ungeschnitten, Ein schräger Dschungelnager, Musikvideo, Zusätzliche Szenen, Trailershow