WWW: what a wonderful World (2006)

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Oder: Fern der Masse

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Strassenballet

Casablanca ist nicht gleich Casablanca. Die Stadt pulsiert, sie lebt, ist modern und voller Gegensätze. Hier, in einem Penthouse, lebt Kamel (Faouzi Bensaidi). Er ist ein Profikiller und erhält seine Aufträge via Internet. Stur und emotionslos führt er seine Aufgaben aus und feiert gelungene Beseitigungen mit der Gelegenheitsprostituierten Souad (Fatima Attif).

Souads beste Freundin ist die Politesse Kenza (Nezha Rahil), die jeweils fast wie ein Dirigent den Verkehr an der grossen Strassenkreuzung regelt. Um etwas zusätzliches Geld zu verdienen, verleiht sie ihr Handy und wirbelt mit ihrer Freundin durchs Leben. Bis sie diesen mysteriösen Mann entdeckt, der sie kaum mehr klar denken lässt.

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Sauberer Empfang?

Kamel ergehts ähnlich. Seit er die schöne Politesse am Telefon gehört hat, geht ihm ihre Stimme nicht mehr aus dem Kopf. Er muss den Körper dazu finden und beginnt, nach Kenza zu suchen.

Der Vierte im Bund ist Hicham (El Mehdi Elaaroubi), der sich seinen Traum von der definitiven Reise nach Europa noch nicht abgeschminkt hat. Und wenn er diesen nicht auf legalem Weg verwirklichen kann, dann setzt er seine geschickten Finger ein und hackt sich durch die Computerwelt. Bis er sich in Kamels Onlinekontakte einmischt.


Kinofilm-Rating

Filme aus Marokko sind jetzt nicht grad solche, die jeder kennt oder die in den grossen Kinos gezeigt werden. Umso schöner, dass es auch in Zürich Platz hat für Projekte, die etwas "anders" daherkommen. Zusätzlich noch interessant ist die Tatsache, dass der Regisseur/Drehbuchautor/Hauptdarsteller Faozui Bensaidi mitsamt Filmpartnerin Nezha Rahil sogar extra für die Vorpremiere von What a Wonderful World in die Schweiz gereist sind, um dem anwesenden Premierenpublikum mehr über die Machart und Geschichte des Films zu erzählen.

Für Mille Mois und La Falaise wurde der in Meknès geborene Schauspieler bereits mit diversen Preisen (u.a. in Cannes) ausgezeichnet. Mit What a Wonderful World schlägt er jetzt einen etwas kommerzielleren Ton an, ohne dabei das Auge für die Poesie und die schönen Bilder zu verlieren. Und diese schönen Bilder machen es denn dem Zuschauer auch recht schwer, in diesem Film der Geschichte zu folgen. Denn obwohl alle vier Hauptcharaktere anfänglich schön mit eingeblendeten Texten vorgestellt werden, sieht man den Zusammenhang und den Sinn der Geschichte erst mit dem Verlauf des Films.

Bei Filmen aus fremden, uns nicht so sehr bekannten, Ländern, ist es meist schwierig, sich mit den Begebenheiten anzufreunden. Auch hier machts einem What a Wonderful World nicht einfach. Szenen werden aneinander gereiht, die scheinbar keinen Zusammenhang haben. Personen portätiert, denen man eigentlich lieber in der Geschichte an sich folgen würde. Dazu kommt ein Mischmasch aus Französisch oder Marokanisch.

Positiv ist sicherlich zu bemerken, dass alle Darsteller sehr sympathisch rüber kommen, der Filmeinstieg zum schmunzeln anregt und die Bilder der von Kenza dirigierten Kreuzung wunderbar sind. Ein bisschen mehr solcher Momente und der Film hätte einen bleibenderen Eindruck gemacht.

Fazit: What a Wonderful World ist teilweise schön und unterhaltend. Andererseits stockt die Geschichte mehrheitlich und wird durch lange Einzelszenen unnötig verwässert. Empfehlenswert sicherlich für diejenigen, die weit weg vom Hollywood-Rummel einmal einen etwas ruhigeren und fremderen Film geniessen möchten. Alle anderen sollten sich einen Besuch zweimal überlegen.

3.8 Sterne
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20.05.2007 / muri