V for Vendetta (2006)

V wie Vendetta

V for Vendetta (2006) V wie Vendetta

V for Vendetta

Gerade eben hat der Komponist Dario Marianelli mit seiner Komposition für Pride and Prejudice und der dazugehörigen Oscar-Nomination 2005 in der Filmmusikwelt für Aufregung gesorgt, schon meldet er sich fulminant wieder mit seiner Komposition zur neuen Wachowski-Brüder-Produktion V for Vendetta.

Der Genrewechsel von Pride and Prejudice zu V for Vendetta könnte extremer kaum sein: für ersteren komponierte Marianelli einen lieblichen, zierlichen, ruhigeren Score, hauptsächlich für Klavier, und für V for Vendetta fährt er das ganz schwere Geschütz auf! Dunkel, dramatisch, glorios und actiongeladen begleitet er Evey mit Orchester, Chor und modernen Elementen (effektiv: E-Gitarre) durch ihre Geschichte. Vorneweg: Das Album hat unzählige Highlights! Neben dem bedrohlich gloriosen Opening in "Remember Remember" (und angetönt auch in "... Governements should be afraid of their People.") besticht vor allem Dario Marianellis Actionmusik, die hier, in zahlreichen, gut koordinierten Auftritten, in voller Wucht ertönt. Die Actionmusik wird dominiert von militärischem Charakter (Trommeln) mit radikalen Schlagwerkeinsätzen (Timpani et al.) und bekommt manchmal zusätzliche Unterstützung von technoähnlichen Synth-Einsätzen mit E-Gitarre (am Schluss von "Remember Remember"). Neben der ganzen Actionmusik kommt die dramatische Seite von Eveys Charakter jedoch nicht zu kurz ("Evey's Story" und am Ende des imposanten "Valerie"). Diesen untermalt er hauptsächlich ruhig (intim) und sehr verletzlich mit Klavier und Holzbläsern (Klarinette). In "Evey Reborn" bekommt der Hörer eine orchestrale, dramatische Steigerung zu hören (ab 2:30), die einem fast die Puste nimmt.

Interessant und recht wirkungsvoll ist eine Kompositionstechnik, die Marianelli hier im mittleren Teil von "Valerie" und "England Prevailes" verwendet, welche stark an James Newton Howards Signs erinnert: auf und ab hüpfende, sich ständig wiederholende, hohe Tonfolgen in den (Quer-)Flöten, unterlegt mit Bass und bedrohend anschwellenden Streichern. Weitere Highlights sind die religiös-choralen Gesänge in "Lust at the Abbey" und die Integration von Pyotr Tchaikowskis "1812 Overture" am Ende des Albums. Doch neben all den oben genannten eindrücklichen Aspekten des Scores schwächelt Marianellis Komposition in einem entscheidenden Punkt: es fehlen ihm eingängige Themen! Selbst nach mehrmaligem Hören haben sich mir keine wirklich "pfeiffbare" Themen mit Ohrwurm-Charakter eröffnet. Das ist sehr schade!

Fazit: mit V for Vendetta hat Dario Marianelli einmal mehr bewiesen, dass er den Top-Komponisten in Hollywood (ideentechnisch) allemal das Wasser reichen kann und man von ihm in Zukunft noch einiges hören wird. Seine Komposition ist bis jetzt eindeutig ein Score-Highlight von 2006 und wenn dann die ansonsten schon bombastische Orchestermusik am Schluss übergeht in Tchaikowskis überwältigende "1812 Overture" und somit (wortwörtlich! Hört genau hin) mit einem Feuerwerk ausklingt, wird diese Tatsache noch untermauert!

55
01.05.2006 / bab

Sountrack-Infos

Komponisten
Dario Marinelli

Release
Label: Virgin Usa (EMI)
EAN: 0094635843422

Tracks

Remember Remember

Cry me A River

"...Governements should be afraid of their People."

Evey's Story

Lust at the Abbey

The Red Diary

Valerie

Evey Reborn

I Found A Reason

10 

England Prevailes

11 

The Dominoes Fall

12 

Bird Gurhl

13 

Knives and Bullets (and Cannons too)