V for Vendetta (2006)

V wie Vendetta

V for Vendetta (2006) V wie Vendetta

Oder: Tri tra trullala, dr Chaschperli isch wieder da.

V for Vendetta

Spieglein, Spieglein an der Wand...

London, der 5. November 1605. Die tyrannische Regierung hat Revolutionskämpfer hervorgebracht, welche das Regierungsgebäude sprengen wollen. Dieser so genannte Gunpowder Plot wurde von Guy Fawkes angeführt, welcher damals 36 Fässer Schiesspulver in einem Tunnel positionierte. Doch Fawkes wurde gefasst, des Hochverrats beschuldigt und gehängt. Ebenso seine Mitverschwörer, welche allesamt grausam hingerichtet wurden.

400 Jahre später. Der Dritte Weltkrieg hat Chaos hinterlassen. Die Ordnung wurde jedoch schnell wieder hergestellt, denn Kanzler Sutler (John Hurt) hat einen faschistischen Machtapparat aufgebaut. Dieser kontrolliert und bespitzelt die Bürger. Dazu dienen so genannte Fingers, welche sich in den Gassen herumtreiben und als unantastbar gelten. Die Grundsätze dieses Regimes basieren auf Angst, Macht und Glauben.

V for Vendetta

Hello, Mr. Anderson..

An diesem 5. November wird Evey (Natalie Portmann) bei Ausgangssperre von ein paar betrunkenen Fingern angefallen. Die ziemlich dreckig aus der Wäsche schauenden Figuren machen eindeutige Anstalten, Evey an die Wäsche zu gehen, doch weit kommen sie nicht. Denn plötzlich taucht ein mysteriöser Unbekannter (Hugo Weaving) auf, dessen Gesicht hinter einer Guy Fawkes-Maske verborgen ist. Der offensichtlich sehr gebildete Retter fordert die Burschen mit gewählter Rhetorik auf, die Finger von der jungen Dame zu lassen. Doch wer nicht hören will muss fühlen, und so werden die Fingers erstmal richtig schön verprügelt. Zu erkennen gibt sich der ganz in Schwarz gekleidete Gentleman nur mit "V".

Zusammen mit V wird Evey kurz darauf Zeugin einer theatralischen, mit klassischer Musik untermalten Sprengung des Justizgebäudes des herrscherischen Staates. Der 5. November, so V, war von 400 Jahren schon ein wichtiges Datum, nun soll erneut eine Revolution angezettelt werden, welche in genau einem Jahr ihren Höhepunkt erreichen wird und somit das Ende des unterdrückerischen Regimes bedeuten soll. Als ob dieses Zeichen nicht schon genug wäre, überwältigt V Tags darauf den staatlich geregelten Fernsehsender, um auf jeden TV der Stadt eine Botschaft zu zaubern, welche die Bevölkerung zum Aufstand aufruft.

V for Vendetta

Gnade, Don Diego de la Vega!

Evey, die bei dem Staatsender als Tipse und Kaffeehilfe jobbt, sieht plötzlich den fliehenden V vor sich, und hilft ihm, den ihn bedrohenden Polizisten mit gestreckter Waffe auszuschalten, wird dabei aber selber bewusstlos geschlagen. Als sie aufwacht, findet sie sich in Vs geheimer Gruft wieder, die luxuriös und mit vielen aus der Vorkriegszeit stammenden Gegenständen ausgestattet ist, welche Evey noch nie gesehen hat.

Da das Fernsehstudio natürlich mit Videoüberwachung ausgestattet ist, findet die Staatspolizei schnell Eveys Identität und beschuldigt sie zusammen mit V der Staathetzerei. Eine Jagd beginnt...


Kinofilm-Rating

V for Vendetta basiert auf dem gleichnamigen Comic-Roman von Alan Moore und David Lloyd. Die beiden brachten 1981 den ersten Teil im Magazin Warrior heraus, mussten allerdings nach 26 Ausgaben die Geschichte unterbrechen, da das Magazin eingestellt wurde. Erst 1989 wurden zur Freude der grossen Fangemeinde die letzten Teile unter dem Dach von DC veröffentlicht.

Die Wachowski-Brüder, bekannt für die legendäre Matrix-Trilogie, waren schon Anfangs der Neunziger von dem Comic begeistert und schrieben sogar noch vor Matrix ein Drehbuch, welches ein paar Jahre später in einer überarbeiteten Version dem Regisseur James McTeigue gezeigt wurde. Diese sehr nah beim Comic-Roman liegende Fassung wurde abermals angepasst, bis sich McTeigue des Projektes annahm.

Heraus kam ein Thriller mit viel Action, aber durchaus auch philosophischen Stellen. V ist zugleich intellektuell, belesen und empfindsam, jedoch auch exzentrisch und beschützerisch. Die Figur, die ihr Gesicht nie zeigt, und somit alle Aufmerksamkeit auf die Stimme zieht, wird von Hugo Weaving nahezu perfekt verkörpert. Natalie Portmann als Evey ist diskussionslos zum Anbeissen, und schauspielerisch der eher anspruchslosen Rolle mehr als gewachsen. Auch John Hurt strahlt als Tyrann das pure Böse aus, und erinnert sehr an die Rolle von Bruno Ganz in Der Untergang.

Der Film beschreibt mit eher dunklen, jedoch sehr klaren Bildern seine Welt. Die Kameraführung ist eher ruhig, ausser bei den Actionszenen, dann fliegt sie nur so umher. Allgemein strahlt Vs Charakter durch seine Stimme etwas sehr Besonnenes aus, obwohl er dann auch blitzschnell seine Messer ziehen kann. V aus der Ruhe zu bringen scheint unvorstellbar. Definitiv einer der besseren Hollywood-Blockbuster, und nach all den Polit- und Dramafilmen an der Berlinale auch wieder einmal was fürs Auge und Ohr.

5.0 Sterne
5.0 Sterne (165 Bewertungen) | 64 Kommentare

4.5 Sterne4.5 von 0.0-6.0
15.02.2006 / neh