United 93 (2006)

Flug 93

United 93 (2006) Flug 93

Oder: Der Anfang vom Ende

Frühmorgens, Flughafen Newark. Alles scheint wie immer. Der Flugverkehr ist jetzt schon am Limit. Die Passagiere von Flug 93 der United Airlines warten auf den Aufruf zum Boarding. Unter Ihnen vier Männer, die ein Ziel vor Augen haben: Flug 93 entführen. Es ist der 11. September 2001. An den Bildschirmen der Flugkontrollzentren geben derweil erste Merkwürdigkeiten einen Hinweis auf die furchtbaren Geschehnisse der nächsten Stunden.

United 93

Als United 93 startet, ist das erste Flugzeug bereits gekappert worden und steuert New York an. Über 4'000 Flugzeuge halten sich zu diesem Zeitpunkt im US-Luftraum auf. Die Anzeichen verdichten sich, dass bereits ein weiteres Flugzeug entführt wurde. Auch United 93 erhält eine Warnung ins Cockpit. Es ist schon zu spät. Die mit Messern bewaffneten Terroristen übernehmen die Kontrolle über das Flugzeug und steuern Richtung Washington. Doch die Passagier von Flug 93, per onboard-Telefone aufgeklärt über den Anschlag auf das World Trade Center, wollen sich zur Wehr setzen und planen die Entführer zu überwältigen.


DVD-Rating

Beeindruckend. United 93 ist ein extrem beeindruckender Film, dem ich mit grosser Skepsis entgegengetreten bin: Sind fünf Jahre wirklich genug um diese für die Beteiligten (Familien, Bekannte, Zeitzeugen) schrecklichsten Geschehnisse ins Kino zu bringen? Genügte der ähnlich gelagerte TV-Film, der noch schneller realisiert werden konnte, nicht? Der Vergleich mit dem Fernsehfilm ist in der Tat kein zu vernachlässigender. Dieser geht näher an die Personen im Familienumfeld heran, ist manchmal nah an der Tränendrücker-Abteilung angesiedelt und spielt mit den dokumentarischen Einspielungen.

United 93 seinerseits hat einen ganz grossen Trumpf in der Hand: der Film zeigt packend was sich in den technologischen Hochzentren der Flugüberwachungen allmählich abzeichnete und wie die Geschehnisse ein heilloses Durcheinander von Meinungen, Ansichten und Tatsachen auslöste. Dort, an diesen Radarschirmen, entwickelt der Film Spannung und Dramatik pur. Fast, nur fast wird United 93 selber, der inzwischen legendäre Flug, zur Nebensache. Nur fast, weil Regisseur Paul Greengrass es versteht die Vorkommnisse an Bord bishin zum bitteren Ende geschickt aufzubauen ohne mit den typischen Beziehungskisten und Personenerzählungen hinlänglich bekannter Flugzeugfilme à la Hollywood zu nerven.

Er begleitet Crew und Passagiere mit dem nötigen Abstand, ebenso wie die Techniker in den Kontrollzentren. Einen interessanten Gegensatz erwirkt Greengrass mit den (sicherlich weniger fundierten, aber wirkungsvollen) Zweifeln, die er dem Terroristen, der das Flugzeug steuern soll, ins Gesicht schreibt.

United 93 zählt zum besten was ich bisher zum Thema 9/11, sei es dokumentarisch oder filmerzählerisch, gesehen habe. Abseits von Mainstream und Effekthascherei. Grossartig.

Extras: Das was der Film selber nicht zeigte, ist als Bonusfeature zu sehen. Hier sind Ansichten und Erinnerungen von Familienmitgliedern versammelt, für den, der eine derartig gelagerte Nähe zu den Hinterbliebenen braucht. Gedenktafeln mit Kurzbios der Opfer von Flug 93 sind neben dem Regiekommentar ebenfalls enthalten. Der Bildtransfer ist gut gelungen mit extrem hohem Kontrast, genügender Schärfe und guter Wiedergabe der neutral gehaltenen Farbgebung. Im Tonbereich wird nicht auf tolle Effekte sondern auf Authentizität gesetzt, was zum Gelingen des Films zusätzlich beiträgt.

4.3 Sterne 3.5 Sterne
4.3 Sterne (45 Bewertungen) | 0 Kommentare

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21.10.2006 / pb


DVD-Infos

DVD erschienen am 03.10.2006

  • Bildformat: 2.35:1 (anamorphic)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Hebräisch.
  • Extras: Audiokommentar; Featurette Flug 93: Die Familien und der Film; Gedenktafeln mit Kurzbios.