Underworld: Evolution (2006)

Underworld: Evolution (2006)

Oder: Die Schöne und die Biester

Die Schlacht zwischen den Lycans genannten Werwölfen und den Vampiren dauert schon Jahrhunderte. Die Vampirin Selene (Kate Beckinsale) und ihr vampirowolfischer Stecher Michael (Scott Speedman) sind gerade auf der Flucht, denn Viktors von Seline erwirkter Tod soll nicht ungesühnt bleiben. Markus (Tony Curran), der König der Vampire, ist auferstanden und dem Pärchen auf den Fersen.

Underworld: Evolution

Lies mir das mal vor!

Der Historiker Adrian (Steven Mackintosh), den Selene vor Jahren ins Exil spediert hat, soll Klärung in die wütenden Intrigen bringen, verkompliziert die Sache aber nur, indem er Selene von Alexander (Derek Jacobi) erzählt. Das ist der allererste wirklich Unsterbliche und der Daddy aller Kreaturen ob Blut saugend oder bei Mondlicht heulend. Irgendwie hat der Typ den Pestvirus zum mutieren gebracht und damit sowohl Vampire als auch Werwölfe geschaffen. Jetzt hat der Bartli die Leichen aus Teil 1 bei sich auf dem Schiff und sucht eine mechanisch gesteuerte Fasnachtsplakette, die auch Selene bekannt vorkommt. Markus werkelt derweil an der Weltherrschaft und will sich seinen Bruder William zur Hilfe holen...


Kinofilm-Rating

Underworld 2 hätte eigentlich gar nie in die Schweizer Kinos kommen sollen. Der Hostel-Boykott der Kinokette Kitag und der dadurch frei werdende Slot in der Programmierung hat nun aber zur Folge, dass wir Deutschschweizer doch noch am zweiten Abenteuer der Vampirin Selene teilhaben können. Ist der Ersatzfilm deshalb weniger brutal? Nicht wirklich. Auch hier fliest das Blut in Strömen. Helikopterrotoren zerfetzen Körper. Wesen werden enthauptet. Mit einem entscheidenden Unterschied. Underworld Evolution schildert eine klar erkennbare Fantasiewelt mit Blut saugenden Monstern. Da fällt eine Abstraktion leichter. Das Argument der reinen Unterhaltung zieht besser. Eine Kritik an der hedonistischen Ferienkultur, die für Thrills weite Wege geht, wie sie in Hostel zumindest ansatzweise feststellbar ist, ist aber auch Fehlanzeige.

Zum Film an sich. Der Titel Underworld Evolution lässt auf eine Evolution im Vergleich zur tollen Action und der wirren Story im Vorgängerfilm hoffen. Neu sind die Flügel bei den Bösen. Selene hat jetzt auch Sex und ihre Gefühlswelt wird mit der tiefen Trauer ergänzt. Das Tageslicht hält Einzug in der blau-schwarzen "Unterwelt" und es gibt einen kleinen Exkurs ins Mittelalter à la Nochnoj Dozor. Ansonsten sind wir auf gleicher Entwicklungsstufe stehen geblieben, ausser vielleicht, dass Kate Beckinsales Hintern in Lack noch ein bisschen mehr vor die Linse gerückt wird als zuvor. Das mag daran liegen, dass der Regisseur Len Wiseman mittlerweile mit ihr verheiratet ist, und das deshalb ungestraft tun darf. Viel eher ist es aber so, dass wir doch die ganze Underwold-Franchise nur deswegen gucken.

Den Storyverwicklungen lässt sich sowieso nur folgen, wenn man im Kino die ganzen Stammbäume der Protagonisten in Papierform bei sich hat. Es werden vermeintlich wichtige Figuren eingeführt, die dann trotzdem wieder sterben und Referenzen an die Typen aus Teil 1 verkomplizieren das Ganze ständig. Nicht einmal der Extended Cut von Underworld erklärte abschliessend, ob nun der Werwolf vom Vampir abstammt, oder umgekehrt. Bei Verwandtschaften und Verschwägerungen, die über mehrere Jahrhunderte gehen, ist es auch kein Wunder, wenn man den Überblick verliert. Selene scheint am Schluss den Durchblick trotzdem zu haben und kann in eine wahrlich hellere Zukunft blicken. Dem Tageslicht sei dank.

4.1 Sterne
4.1 Sterne (88 Bewertungen) | 12 Kommentare

3.0 Sterne3 von 0.0-6.0
16.04.2006 / rm