Unaccompanied Minors (2006)

Oh je, du fröhliche!

Unaccompanied Minors (2006) Oh je, du fröhliche!

Oder: Minderjährige Miesmacher

Unaccompanied Minors

Erstickungsgefahr auch ohne Chräbeli

Spencer und und seine kleine Schwester Katherine sollen, wie viele andere Scheidungskinder auch, die Weihnachtsfeiertage bei ihrem Vater verbringen. Deswegen werden sie von ihrer Mutter auf den Flughafen gebracht und in ein Flugzeug gesteckt. Bei der Zwischenlandung in Pennsylvania vertreten sie sich die Beine in einem ziemlich unweihnachtlichen Flughafen. Mister Porter, der Flughafenchef, hält nämlich nicht viel von Weihnachtsdekoration und dem ganzen Drumherum. Ein plötzlich hereinbrechender Schneesturm legt nun aber den Flugverkehr völlig lahm und Spencer und Katherine sehen sich gezwungen, ihr Weihnachtsfest in dem ungastlichen Flughafen zu verbringen, falls nicht noch ein Wunder geschieht.

Unaccompanied Minors

Aushebung für Kindersoldaten

In der "Lobby" für die "Nicht begleiteten Minderjährigen" herrscht der Teufel (oder eben die nicht beaufsichtigte Kinderseele) und Spencer schleicht sich bald darauf wieder aus dem Kellerloch, das als Warteraum für die Kids dient. Mit ihm verschwinden auch Donna, Grace, Charlie und Beef - der Flughafen und all seine Verlockungen sind ja so viel interessanter als das Schlachtfeld im Keller. Dass dabei die Erwachsenen nicht gerade viel Freude und Verständnis aufbringen ist klar, und so beginnt eine wilde Verfolgungsjagd durch den Flughafen.


DVD-Rating

Pünktlich zur Weihnachtszeit werden wir von billigen, kitschigen Weihnachtsfilmen heimgesucht. Billig an Unacccompanied Minors ist nicht nur die deutsche Übersetzung des Titels - oh je, du Fröhliche! (da war wohl wieder einmal ein riesen Stab an kreativen Wortkünstlern tätig) - sondern auch der ganze Rest dieses Machwerks. Anspruchslos und voraussehbar, wird einem Dickens A Christmas Carol in nicht mehr ganz so neuen Gewändern verkauft. Da fragt man sich doch ernsthaft, ob es denn wirklich keine andere Weihnachtsgeschichte gibt. Man windet sich von der ersten Minute an, und das nicht, weil man vor lauter Lachen nicht mehr kann. Die Figuren sind nicht nur stereotypisch sondern auch noch überzeichnet bis zum geht nicht mehr. Der grosse Bruder, der eigentlich die kleine Schwester beaufsichtigen sollte aber lieber einen kleinen, frechen Privatkrieg mit dem Flughafenbetreiber beginnt, die reiche Göre, die aber eigentlich ganz normal ist, der unsportliche Computerfreak und Neunmalklug, die Kleine, die eigentlich lieber ein Junge wär und der Fettklops, der als Schläger mit weichlich-kindischem Herzen alle überrascht. Nicht gerade einfallsreicher ist die Figurenzeichnung der Erwachsenen: die Mutter, deren Nerven blank liegen, der Vater der eigentlich ganz toll wär, wäre er nicht ein totales Kind. Der Flughafenboss verkörpert den bösen Mister Scrootch und findet trotz allem Gefallen an Weihnachten, der Betreuer für die Jugendlichen, bloss ein Zahnrad im Getriebe aber dennoch mutig und mit Herz für die Kinder, und zu guter letzt die drei Stooges in Form der Wachmänner auf dem Flughafen. Kurz, in diesem Film findet man so ziemlich jeden Punkt, den es zu berücksichtigen gibt, wenn man einen "kindertauglichen" Weihnachtsfilm drehen müsste.

Das Bonusmaterial der DVD ist eher peinlich, bedenkt man, dass die eine Szene, in der der kleine afroamerikanische Junge zu gutem alten Jazz den Hampelmann mimt auch noch in voller Länge gezeigt wird. Die Improvisationskünste der Sicherheitskräfte am Flughafen, ein weiteres Bonusmaterial, ist weder unterhaltsam noch sonderlich speziell.

2.7 Sterne 2.6 Sterne
2.7 Sterne (2 Bewertungen) | 1 Kommentar

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06.01.2008 / sky


DVD-Infos

DVD erschienen am 07.12.2007

  • Bildformat: 2.40:1 (Anamorphic Widescreen)
  • Sprachen: Dolby Digital 5.1 in Deutsch, Dolby Digital 5.1 in Englisch
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
  • Extras: Audiokommentar von Regisseur Paul Feig und den Autoren Jacob Meszaros, Mya Stark und Darsteller Lewis Black, Nicht verwendete Szenen: Der Sicherheitstrupp, verpatzte Szenen: Charlies Dance Reel