Ultraviolet (2006)

Ultraviolet (2006)

Oder: ine Frau allein, was kann das schon sein...

Ultraviolet

Nicht alle auf einmal!

Am Ende des 21. Jahrhunderts ist eine unkontrollierbare Epidemie ausgebrochen, die einen grossen Teil der Menschen infiziert und sie in Übermenschen verwandelt hat. Diese werden Hemophagen genannt und zeichnen sich durch schnelle Bewegungen, übernatürliche Kräfte und höhere Intelligenz aus. Allerdings müssen sie sich von menschlichem Blut ernähren. Das führt auch dazu, dass die Hemophagen bald nach und nach aus der Gesellschaft gedrängt und von der Regierung zum Abschuss freigegeben werden. Viele von ihnen verschwinden in Labors und auf die restlichen wurde eine ganze Armee gehetzt, die sie verfolgt und jagt.

Ultraviolet

Der Zahnarzt von morgen

Über die Jahre sind die Hemophagen beinahe ausgerottet worden und haben sich in kleinen Untergrundgroupierungen formiert, die nur das Ziel haben, zu vergelten, was ihnen angetan wurde. Violet (Milla Jovovich) gehört einer dieser Gruppe an und ist genauso tödlich wie unaufhaltsam. Auf einer Mission dringt sie in das Hauptquartier der Eliminationstruppen ein und nimmt ein Paket in Empfang, das anscheinend die letzte Phase des Krieges gegen die Hemophagen einleiten soll. Violet ist wild entschlossen dies zu verhindern, dennoch zögert sie plötzlich, als sie das wahre Gesicht der Waffe sieht: Es ist ein Kind.

Ultraviolet

Ab in die Schule!

Violet gerät in die missliche Lage, dass nicht nur die Eliminationstruppen hinter ihr her sind, sondern auch ihre Artgenossen, die alles daran setzen die Waffe ihn ihren Besitz zu bekommen. Violet beschliesst das Kind zu beschützen, doch ihre Liste mit Alliierten ist sehr kurz und ihre Feinde sind genauso entschlossen wie tödlich. Für Violet entbrennt ein Kampf, der nicht nur das Beschützen des Kindes als Aufgabe hat, sondern auch die endgültige Rache an den Verantwortlichen hinter der fürchterlichen Epidemie.


Kinofilm-Rating

Etwas Resident Evil 2, etwas V for Vendetta, etwas Blade und noch ein grosser Löffel Equilibrium bilden die Basis für Ultraviolet, einen Science Fiction Film mit übertriebenem Comic-Look, schlechter Story und vielen spektakulären Szenen.

Ja, spektakulär und pompös inszeniert sind die Adjektive, die Ultraviolet am besten beschreiben. Obwohl jede Szene mit einem penetranten Weichzeichner überzogen ist und ich schon lange nicht mehr so sterile Special Effekte gesehen habe, geht hier das Motto "Klotzen, nicht Kleckern" auf. In dieser Hinsicht überzeugt Ultraviolet und bietet mit der Unterstützung vom reissendem Soundtrack anfänglich einige recht interessanten Szenen.

Damit ist aber bereits Schluss mit dem Lobgesang, denn sonst findet sich wenig Begeisterndes am Streifen. Nachdem in den ersten rund zwanzig Minuten des Filmes ein Paket sehr spektakulär aus Hauptbasis gestohlen wurde und man von einigen Szenen noch überrascht war, setzt kurz nach der Ablieferung des Paketes biedere Routine ein. Violet gerät mit dem Kind zwischen die Fronten der Mutanten und den Menschen und versucht alles um es zu retten. Die Story wird zum symbolischen, hauchdünnen Handlungsfaden, der es ermöglicht, eine Actionsequenz an die andere zu reihen. Was anfänglich zwar noch einige visuelle Reize mit sich bringt, wird schnell zur langweiligen Routine, die auch nicht dadurch gebrochen wird, wenn für jeden Kampf mehr Gegner generiert werden. Hier wird auch der Einfluss von Equilibrium deutlich: Mit möglichst kreativen Verrenkungen schnetzelt sich Violet ohne grosse Mühe durch die feindlichen Reihen. Mitfiebern und ernsthafte Gefahr sucht man vergebens, ausserdem klebt in diesen Sequenzen die Kamera unnötig auf Violet, was nur zur Folge hat, dass die Übersicht flöten geht.

In den wenigen ruhigen Sequenzen versucht Violet, die Hintergrundgeschichte etwas zu beleuchten und dem ganzen einen Sinn zu geben, was aber nur als Entschuldigung für die nächste Actionsequenz erscheint. Letztendlich entpuppt sich auch das ganze Szenario als öde Klischeekiste, die schon zu Beginn erahnt werden kann und am Ende weder eine Überraschung noch eine wirkliche Auflösung bietet.

Fazit: Ultraviolet überzeugt mit vielen visuell grandiosen Szenen und auch mit einer durchaus glaubwürdigen Welt, versagt aber kläglich, eine interessante Story zu erzählen, die man nicht nach zwei Minuten durchschaut hat. So degeneriert Ultraviolet nach kurzer Zeit zu einem blutleeren, inhaltslosen Aneinanderreihen von Actionsequenzen, die mit der Zeit genauso routiniert wie langweilig werden. Mangels Humor oder intelligenten Dialogen kommt auch hier nicht wirklich Funstimmung auf. Mein Tipp, schaut euch V for Vendetta an, der bietet Ähnliches, aber zehnmal besser.

2.2 Sterne
2.2 Sterne (59 Bewertungen) | 16 Kommentare

1.51.5
17.07.2006 / db