12 in a Box (2006)
12 in a Box (2006)
Oder: Zwölf kleine Millionärlein...
Zwölf Ehemalige der St. Michael's School werden von einem schrulligen, todkranken Millionär zum Klassentreffen geladen. Per Videobotschaft begrüsst er seine Gäste und teilt ihnen mit, dass jeder von ihnen eine Million Pfund zugesprochen bekommt. Da er keine Nachkommen habe, er selber ganz offensichtlich auch nicht mehr unter den Lebenden weile und er seine glücklichste Zeit in St. Michael's verbracht habe, sei das die einfachste Lösung. Es gäbe nur ein, zwei Bedingungen, die seine Gäste erfüllen müssten, um an das versprochene Erbe zu gelangen: 1. Keine Handys; 2. Jeder darf vom hauseigenen Telefon einen Anruf tätigen um sich bei seinen Liebsten zu melden; 3. Bei diesem Anruf dürfen die Umstände im Haus und der bevorstehende Geldsegen keinesfalls erwähnt werden; 4. Jeder, der sich im Haus oder auf dem Grundstück aufhält, darf es für die nächsten 96 Stunden nicht verlassen.
Nach einigem Hin und Her entscheiden sich die zukünftigen Millionäre dafür, zu bleiben. Eine Million Pfund fürs Nichtstun? Wer kann da schon "Nein, danke!" sagen? Das Dutzend macht sich in dem alten Landhaus breit, man plündert die Gefriertruhe und verteilt die Zimmer. Bald schon müssen sie aber erkennen, dass es einfacher wäre, einen Sack Flöhe zu hüten, als dafür zu sorgen, dass niemand Haus und Hof verlässt. Absurde Zwischenfälle, fremd gehende Ehemänner und ungeladene "Gäste" lassen die versprochene Million in unerreichbare Ferne rücken -- und vier Tage können eine Ewigkeit lang sein.
Kinofilm-Rating
In nur vier Wochen drehte der britische Regisseur John McKenzie seinen zweiten langen Spielfilm. Die bissige Komödie Twelve in a Box ist im Stil der klassischen britischen Komödien aus den 1950ern abgedreht: schrullige Charaktere, bissige schwarz-humorige Dialoge und ein leichter Hauch von einem dunklen Geheimnis.
Die Aufgabenstellung, vier Tage in einem Landhaus zu verbringen, ohne es zu verlassen oder zu telefonieren, scheint auf den ersten Blick nicht allzu viel Spannung oder gar komische Geschehnisse zu versprechen. Die kunterbunt zusammen gewürfelte Gemeinschaft aber macht aus diesem leichten Unterfangen eine herrlich verrückte Klassenzusammenkunft. Wirklich wohltuend dabei ist, dass dieses Ensemble aus eher unbekannten Schauspielern besteht. Bekannte, grosse Schauspieler hätten einfach nicht in dieses Team gepasst und hätten die ganze Aufmerksamkeit des Publikums auf sich gezogen. So aber wird jedem der Darsteller genügend Raum gelassen um die ganze Schrulligkeit seiner Figur darzustellen.
Was etwas befremdend wirkt, ist die Wahl des Aspekt Ratios, nämlich 1:1,85 und nicht, wie man es gewohnt ist bei Kinofilmen, die üblichen 1:2,35. Meines Erachtens ist das ein kleiner Schönheitsfehler, genauso wie die schon fast exzessiv eingesetzten Weitwinkel-Aufnahmen. Dazu kommt eine recht absehbare Story und das obligate offene Ende. Trotzdem, wirklich langweilig wird es einem bei Twelve in a Box nicht, und für Freunde des britischen Humors ist dieser Film schon fast ein Muss.
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3.6 Sterne (9 Bewertungen) | 2 Kommentare


