The Thief Lord (2006)

Herr der Diebe

The Thief Lord (2006) Herr der Diebe

Oder: Der Sohn von Robin Hood und Pinocchio

The Thief Lord

Pinocchio?

Bo (Jasper Harris) ist ein niedliches kleines Kerlchen mit blondem Engelshaar. Und weil er so niedlich ist, haben seine Tante und sein Onkel beschlossen, den kleinen Buben zu adoptieren, als seine Mutter verstarb. Der ältere Bruder Prosper (Aaron Jonson) wurde dagegen ins Waisenhaus geschickt. Er ist zwar auch ein Herziger, aber zwei Kinder zu adoptieren, das wäre ja des Guten doch etwas zuviel, oder? Eines Nachts schnappt sich Prosper seinen kleinen Bruder und flieht, per Zug, nach Venedig. Die Stadt von der ihre Mutter immer schwärmte. Dort wo Nachts magisches passiert und wo ein geheimnisvoller "Herr der Diebe" sein Unwesen treibt.

In der Stadt der tausend Brücken angekommen, machen die beiden Ausreisser die Bekanntschaft von Scipio (Rollow Weeks), der sich als eben dieser "Herr der Diebe" ausgibt und dessen Unterschlupf ein altes Kino ist. Dort trifft man auf den Rest der Gang, die sich aus einem schiefzahnigen Schnudergoof, einem netten Mädchen und einem farbigen Kumpel zusammensetzt. Zusammen will man nun auch für die beiden Neuankömmlinge sorgen und die Beute aus diversen nächtlichen Raubzügen zu barer Münze machen.

The Thief Lord

Links...Zwei...Drei...Vier

Die Hartliebs (Onkel und Tante) haben inzwischen den Privatdetektiv Victor (Jim Carter) engagiert, der die entlaufenen Jungs finden soll. Dessen Verkleidungen sind zwar Gewöhnungssache, aber er hat Erfolg, denn er findet tatsächlich das Versteck der Bande, versteht aber auch, warum kein Kind zu den Hartliebs gebracht werden soll. Vom anfänglichen Gegner entwickelt sich der komische Kauz zum Freund der Truppe.

Der neueste und bisher grösste Auftrag, den Scipio an Land zieht, besteht aus dem Raub eines Löwenflügels aus dem Haus der eigentlich netten Ida (Caroline Goodall). Dieser Flügel ist das noch fehlende Teil eines geheimnisvollen Karussels, das dessen Fahrer altern oder verjüngen lässt. Und während die einen das Ganze als Humbug abtun, müssen der Herr der Diebe und seine Truppe entdecken, dass sie nicht die einzigen sind, die hinter das Geheimnis dieses Karussels zu kommen versuchen.


DVD-Rating

Ich wollte diesen Film unbedingt sehen. Die Werbung gaukelte mir eine Geschichte im Stile von Harry Potter vor. Ein verzaubertes Venedig, ein geheimnisvoller Herr der Diebe, was will man mehr? Leider wurden diese (hohen) Erwartungen enttäuscht.

Doch erst mal zu den Stärken des Filmes: Eindeutig die Schauspielerinnen und Schauspieler. Ich kenne das Buch zwar nicht, die Kids scheinen mir aber gut ausgesucht. Die Erwachsenen spielen zwar nur die Nebenrollen, sind aber auch durchwegs herrlich un-/sympathisch, je nach Rolle. Besonders Victor hat es mir angetan. Der trottelige Privatdetektiv erinnerte mich ein wenig an den Radiodetektiv Philip Maloney. Bo ist ein süsser Kerl und der Bande hätte ich mich als Kind auch anschliessen wollen.

Doch der versprochene Zauber kommt nicht wirklich auf im Film. Bo sieht ab und zu, wie sich scheinbar leblose Steinfiguren bewegen. Das ist aber auch schon alles, daher sind diese Erscheinungen in der Synopsis auch nicht erwähnt. Erst zum Schluss wird es endlich magisch, was mich doch noch mit dem Film versöhnt hat.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mittlerweilen zu anspruchsvoll bin oder ob hier das Buch einfach auf Filmlänge gekürzt werden musste. Die grosse Schwäche sehe ich eindeutig in der Oberflächlichkeit des Filmes. Über die anderen drei Mitglieder der Bande erfährt man kaum etwas. Wer sind Wespe, Riccio und Mosca eigentlich? Woher kommen sie, wieso leben sie im Kino Stella? Wie war ihr Verhältnis zu ihren Eltern? Am Schluss hätte ich auch wirklich gerne gewusst, wie es mit den Waisenkindern weitergeht. Leben sie nun alle glücklich bis an ihr Lebensende bei Ida und Victor?

Das Bonusmaterial auf der DVD entspricht dem, was ich heute erwarte: Trailer, Deleted Scenes, ein 20-minütiges Behind the Scenes. Die Outtakes sind witzig, nicht nur die Erwachsenen haben sich öfters mal versprochen. Als Zückerchen ist Moscas Animationsfilm dabei, den er den anderen im Kino zeigt. Natürlich stilecht ohne Ton.

Alles in allem war es ein kurzweiliger Film, der aber nicht meinen persönlichen Erwartungen entsprochen hat. Ein netter Familienfilm mit sympathischen Personen, den ich für einen verregneten Sonntagnachmittag aber auf jeden Fall empfehlen kann. Nur schon wegen den liebenswerten Figuren und dem witzigen Ende.

4.1 Sterne 4.6 Sterne
4.1 Sterne (12 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
18.12.2006 / muri (Inhalt), nwe (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 13.10.2006

  • Bildformat: 1:2.35 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Holländisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
  • Extras: Making-Of, Trailer, Outtakes, Deleted Scenes, Behind the Scenes