The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)
The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)
Oder: Frischfleisch!
Wir schreiben das Jahr 1939. In einer Schlachterei auf dem Lande irgendwo in der amerikanischen Weite metzget eine hochschwangere Frau ein Tier. Es kommt wie es kommen muss. Die Fruchtblase platzt und der Junior will raus. Da damals Arbeits- oder Klopausen vom Chef genehmigt werden mussten, bringt sie ihr Baby liegend und unter tödlichen Schmerzen inmitten von Tierabfällen und Dreck zur Welt. Da der Balg hässlich wie die Nacht ist und ihn dort niemand gebrauchen kann, gehts ab in den Müll. Überraschenderweise findet ihn dort eine herumschnüffelnde Frau und nimmt ihn auf.
Jahre später, der Bub ist zum kräftigen Mann geworden, der überall nur als "Monster" betitelt wird, schliesst die Schlachterei. Der Letzte, der da noch rumhackt ist natürlich Thomas (Andrew Bryniarski). Sein Gesicht hinter irgendwelchen Pflastern und Verbänden versteckt, will er die Schliessung seines Arbeitsortes und die Demütigungen seines Chefs nicht mehr länger ertragen und schlägt zurück. Das erste Opfer (in einer längeren Reihe) ist fällig und der Mann, mit der Vorliebe für Kettensägen, verschwindet wieder.
Im Sommer 1969 sind zwei Pärchen auf der Durchreise. Die Jungs haben Aufgebote für den Vietnamkrieg bekommen und die Mädels begleiten sie zur nächsten Basis. Als der Trip sie durch Texas führt, werden sie auf offener Strasse von einer Motorradbraut mit Schrotflinte bedroht. Einen Zusammenstoss mit einer Kuh (was macht die auch auf der Strasse) und ein paar Überschläge mit dem Auto später, sehen sich die Jugendlichen in einer missligen Lage. Zum Glück kommt der Sheriff auch grad angefahren. Aber anstatt den Kids zu helfen, zeigt sich der vermeintliche Gesetzeshüter (R. Lee Erney) als Psycho, der die Bikerin über den Haufen knallt und die Teenager gefangen nimmt.
Er nimmt seine Beute mit zum familiären Haus in der Einöde. Dort, wo Cousins sich gegenseitig befruchten und der Mensch an sich zum Leckerbissen auf dem Esstisch zubereitet wird, beginnt für die jungen Leute ein Albtraum. Denn nicht nur ist es die gestörte Familie, die sie verzehren will, sondern da ist auch noch ein Neffe im Keller, der später unter dem Namen "Leatherface" in die Metzelgeschichte eingehen wird. Und ihm und seiner Motorsäge ist noch keiner entkommen.
DVD-Rating
Wir kennen das Original und haben vielfach auch das Remake geguckt. Drum kennen wir die Geschichte von "Leatherface", seiner Sippe und der Vorliebe für die Metzgerei. Dass Regisseur Jonathan Liebesmann (Darkness Falls) jetzt noch die Vorgeschichte der Kannibalen erzählen will, macht kommerziell sogar Sinn. Denn das Remake von Michael Bay entpuppte sich als grosser Erfolg an den amerikanischen Kinokassen. Und in Texas Chainsaw Massacre - The Beginning legen die Macher nochmal eine Schippe Ekel, Blut und kreischende Menschen obendrauf.
Es wird in letzter Zeit vielfach geschrieben, dass filmische Bösewichte mit ihren Jugendgeschichten vieles der Abartigkeit verlieren, die sie so bekannt gemacht hat. Das beste Beispiel war Hannibal Rising, der uns beweisen wollte, dass Dr. Lecter eigentlich gar nichts dafür kann, dass er so ein Monster geworden ist. Dass damit an der Marke "Hannibal Lecter" so deftig gekratzt wurde, dass der Mann fast gar nicht mehr bedrohlich wirkt, hat man nicht bedacht. Bei der Figur des "Leatherface" ist es nun ähnlich. Positiv ist aber, dass er in Texas Chainsaw Massacre - The Beginning nicht die zentrale Hauptfigur ist, sondern "nur" ein Teil des Gesamten. Denn die Auftritte des Motorsägen-Schwingers sind nur begrenzt. Dafür hat man mit R. Lee Erney einen ganz irren Schauspieler geholt.
Der Mann, dessen bekannteste Filme wohl Full Metal Jacket oder Mississippi Burning waren, verleiht dem Film dann auch einen grundsätzlich psychopathischen Unterton. Seine Figur ist brutal, eklig und daher in diesem Film mörderisch gut. Gegen ihn fallen die jugendlichen Opfer stark ab und auch Andrew Bryniarski (Any Given Sunday, "Butterfinger" in Hudson Hawk) verkommt zur Nebenfigur, die aber dafür eklige Metzgerszenen zu bieten hat.
Fazit: Texas Chainsaw Massacre - The Beginning ist gar nicht mal so übel, wie es anfänglich den Anschein macht. Der Film ist brutal und nichts für zarte Seelen. Da wird Kannibalismus betrieben, dass es dem unvorbereiteten Zuschauer übel in der Magengegend wird. Das Blut spritzt, die Körperteile fliegen, die Gesichtshaut wird abgezogen und wem das nicht reicht, der darf auf das altbekannte Geräusch der Motorsäge warten. Viel Vergnügen.
Ein schön ausführliches Making-Of kriegt man auf der DVD geboten. Angefangen beim Rückblick auf die Auswertung des Remakes bis hin zur Koordination der Schlachtereiszenen und dem Problem, wie man das Ganze einigermassen anständig auf die Kamera bringen soll. Zwischendurch gibts viele Anekdoten der Darsteller, Verweise auf die Originalfilme und reichlich Blut. Dass darüber aber schön informiert wird, macht das Gemetzel schlussendlich ein bisschen weniger schlimm, als es durch das pure Anschauen des Filmes geworden war. Der US-Kinotrailer schliesst das Angebot ab, das sicherlich kein Meilenstein der Filmdokumentation ist, aber für Neueinsteiger mehr als einen Blick wert sein dürte.
Das Bild ist zwischendurch ein bisschen gar dunkel und macht es hart, den einzelnen Szenen zu folgen. Der Ton allerdings ist klar und lässt den Zuschauer auch nach dem Film noch regelmässig zusammenzucken, wenn der Nachbar die Motorsäge aus der Garage holt.
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4.0 Sterne (39 Bewertungen) | 17 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 29.06.2007
- Bildformat: 1:1.85 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Spanisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch
- Extras: Trailer, Making-Of




