Superman Returns (2006)
Superman Returns (2006)

Als noch relativ junger Komponist sorgte John Ottman schon vor acht Jahren mit Kompositionen zu Filmen wie beispielsweise Halloween H20: 20 Years Later für Aufregung in Hollywood. Der endgültige Durchbruch kam mit seiner Arbeit zum zweiten Teil der X-Men-Franchise, X2. Somit hat er sich auch gleich in einem Genre etabliert, wohin er immer wieder zurückkehrt. Neben dem Horrorgenre, worin er mit Kompositionen zu Filmen wie Gothika, House of Wax und Hide and Seek prominent vertreten ist, schrieb er auch die Musik zum Superhalden-Hit The Fantastic Four.
In Superman Returns drückt er nun einem weiteren Superhelden seinen musikalischen Stempel auf. Dass er dabei in die grossen Fussstapfen von Maestro John Williams treten darf/muss, soll ihm schon gewisse Bedenken bereitet haben (wie man dem Booklet entnehmen kann). Neben dem Superman-March von Williams geht John Ottman jedoch eigene Wege für das neueste Lois-and-Clark-Abenteuer und vermag ebenfalls, wenn auch nicht auf gleichem Niveau, gut zu unterhalten.
Was Superman Returns stark von den anderen Ottman-Heldenscores X2 und Fantastic Four unterscheidet, ist, dass er neben einigen Actionpassagen überwiegend sensibel, verletzlich und dramatisch daherkommt. Und darin liegt auch die Stärke der Musik. Nachdem uns Ottman im "Main Title" seine Interpretation von Williams' Thema vorstellt, beginnt er ab dem zweiten Stück, die dramatischere Seite der Geschichte zu beleuchten. Nachdem er das Stück "Memories" mit Bläserfanfaren eröffnet, leitet er mit einer sehr schönen Chormelodie und einer komödiantisch wirkenden Passage über in das dramatischere Thema, welches die Schwierigkeiten des Superhelden beschreibt, mit ganz normalem Alltag und mit ganz normaler Liebe umzugehen. Weitere Highlights aus der dramatischen Sparte finden wir in Stücken wie "How Could You Leave Us?", "You're Not One Of Them", "I Want You To Know" und "In The Hands Of Mortals" (besonders schön ab 2:20). Dabei wird vor allem der ruhige Klavierton eingesetzt, welcher vom Orchester zurückhaltend begleitet wird. Neben diesen dramatischen und ruhigeren Passagen, kriegt der Hörer aber auch sehr viele gelungene Passagen zu hören, in denen Ottman Orchester und Chor paart (zu Beginn von "Tell Me Everything" und auch in "Power Of The Sun", um nur zwei zu nennen).
In den Actionpassagen hapert es teilweise ein wenig. Gelungen sind Teile der beiden Stücke "Not Like The Train Set" und "Saving The World". Titel jedoch wie "Bank Job" oder "The People You Care for" lassen einen etwas orientierungslosen Eindruck zurück. Mit "Reprise/Fly Away" lässt John Ottman seine Komposition sehr gelungen in einer Art Suite ausklingen, wobei er mit Chorgesang startet, ein paar Zitate des Love-Themes aus "Memories" und "Little Secrets" bringt und zum Schluss nochmals in voller Grösse und Wucht den Superman-March präsentiert.
Fazit: Um den Score zu Superman Returns wurde viel Wirbel gemacht und somit sind die Erwartungen beim Einlegen der CD sehr hoch (gewesen). Nach einmaligem Hören kann man durchaus etwas enttäuscht sein, da die Musik für ein Heldenepos ungewöhnlich ruhig und dramatisch daher kommt. Bei mehrmaligem Hören jedoch eröffnen sich einem sehr schöne Passagen. Für Action-Fans, welche den Media-Ventures-Sound erwarten, wird das Album eher enttäuschen sein. Wenn man jedoch auch an ruhigerer Heldenmusik gefallen findet, so lohnt sich ein Hören der Musik allemal. So long Superman... auf ein weiteres geplantes Stelldichein im 2009!
Sountrack-Infos
Komponisten Release | Tracks
|

