Stranger than Fiction (2006)

Schräger als Fiktion

Stranger than Fiction (2006) Schräger als Fiktion

Oder: ... he brought her some flours!

Stranger than Fiction

Seen my wings?

Nach zehn Jahren mühsamer Arbeit nähert sich die Romanautorin Karen Eiffel (Emma Thompson) langsam den letzten Seiten ihres neusten und wahrscheinlich besten Werkes. Ihr bleibt nur noch die letzte Hürde zu nehmen und herauszufinden, wie sie ihre literarisch umgesetzte Hauptfigur - Harold Crick - sterben lassen könnte.

Stranger than Fiction

I'm the Guy-tar

"Little does she know", dass es Harold Crick (Will Ferrell) unerklärlicherweise tatsächlich im echten Leben gibt, und dass er plötzlich die Stimme der Erzählerin und Autorin Karen Eiffel hört. Fiktion und Wirklichkeit prallen schliesslich aufeinander, als der fassunglose und gleichzeitig unglaublich widerstandsfähige Harold hört, was sie mit ihm zu tun gedenkt. Für ihn bedeutet dies, dass er unbedingt einen Weg finden muss, den Roman und somit sein Leben anders enden zu lassen.


Kinofilm-Rating

Marc Forster widmet sich - wenn auch manchmal eher mit Zurückhaltung, sensibel und beinahe schüchtern - mit Stranger than Fiction der Komödie. Dies im Gegensatz zu seinen früheren Regiearbeiten, welche vor allem dem Genre des Dramas angehören (Monster's Ball, Finding Neverland, Stay). Die Spannung, ob der viel gelobte Regisseur sich auch in humorvolleren Landen zurechtfinden würde, war vor der Filmsichtung sehr wohl vorhanden. Und tatsächlich, Forster reüssiert auch hier. Vor allem die Umsetzung von Harold Cricks Gedanken, wie er ständig zählt, rechnet und mit Zahlen jongliert, ist äusserst kreativ und interessant. Auf der anderen Seite erzielt Marc Forster damit ein sehr witziges Detail, das sich mit Cricks Entwicklung langsam davonschleicht.

Der noch relativ junge Drehbuchautor Zach Helm hat eine nette, ansprechende, doch manchmal etwas langatmige Geschichte konstruiert. Darin verpackte er eine Handvoll gewitzter Zeilen und Dialoge. Die Wortspiele, die den Lachmuskeln auf die Pelle rücken - "I brought you [der Bäckerin] some flours!", zum Beispiel - sind geglückt.

Dustin Hoffman (spitzenmässiger Professor!), Emma Thompson (ausdrucksstarke Performance!), Maggie Gyllenhaal (sehr, sehr lebendig und eigentständig umgesetzt!) sowie Queen Latifah (gezügelt, aber umso mächtiger!) bringen diesen Streifen mit ihrer Präsenz und ihrem perfekten Schauspiel zum Glänzen. Da hat es Will Ferrell mit seiner etwas lahmen Verkörperung des eh schon eindimensionalen Hauptcharakters echt schwer mitzuhalten. Er zieht die gleiche unlebendige Art von Anfang bis zum Ende durch, entgegen der Entwicklung der Figur. Seine Close Ups sind wegen fehlender Mimik zu uninteressant.

Fazit: Stranger than Fiction ist als Ganzes betrachtet ein recht erfrischender, dann wieder in ein eher einseitiges Schema abgeleitender Film. Es fehlt nebst einem agileren Hauptdarsteller nur noch dieses "gewisse Etwas", um ihn in der Wertung von einem Gut zu einem Sehr Gut zu erhöhen. Eines ist jedoch klar wie Klossbrühe: Forster und der Grossteil des High Quality Casts haben für sich genommen sehr gute Arbeit geleistet.

4.6 Sterne
4.6 Sterne (112 Bewertungen) | 19 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
02.12.2006 / nd