Step Up (2006)
Step Up (2006)
Oder: Somebody Dance with me!
Tyler Gage (Channing Tatum) und seine zwei Kumpels leben ihr Leben auf der Strasse, verhörkern gestohlene Autos, nehmen die Schule auf die leichte Schulter und ziehen am Abend im Club ihr Ding durch. Vor allem Tyler ist tanzmässig ein ganz grosser Fisch. Er kennt die Moves und kriegt an diesem Abend sogar einen Pistolenlauf ins Gesicht gedrückt, als er die Freundin eines Mackers sexy antanzt. Die Jungs verlassen den Club und brechen in eine Kunstschule ein. Dort werden erstmal mächtig Sprüche über "die Reichen" abgelassen, bevor dann das Set eines Theaterspiels zertrümmert wird. Der Nachtwächter greift ein und Tyler wird, nachdem er seine schwarzen Kumpels gerettet hat, verhaftet und vors Jugendgericht gestellt.
200 Stunden Sozialarbeit in eben dieser Schule, werden Tyler aufgebrummt und mit Boden schruppen kanns losgehen. In den verschiedenen Klassenzimmern wird nach klassischem Vorbild getanzt, Instrumente geübt oder auch (im hauseigenen Tonstudio) an der Sangeskarriere gearbeitet. Vor allem die hübsche Nora (Jenna Dewan) ist dem zum Putzmann degradierten Startänzer der Clubszene aufgefallen. Sie arbeitet fleissig an ihrer Abschlussvorstellung und wie es der Zufall so will, verstaucht sich ausgerechnet ihr Partner für diesen Anlass den Fuss.
Natürlich findet Nora in der ganzen Schule keinen einzigen Tänzer, der ihre Choreographie bis zur Prüfung lernen kann und darum lässt sie sich dann auch auf den Mann mit der zu grossen Hose ein. Tyler ist der Glückliche. Die beiden fangen an, ihre beiden Tanzstyle zu vermischen. Unterstützt werden sie von DJ Miles (R'n'B-Schmachti Mario), der ebenfalls eine Kombination aus harten Beats (natürlich von der Strasse) und wohligen Klängen (aus der Oper) zusammenmixt und somit den Soundteppich für die Performance bietet.
Doch HipHop und Klassik vertragen sich schlechter als vermutet. Tyler und Nora fangen an zu zicken, trennen sich, kommen wieder zusammen, verlieben sich, gestehen ihre Fehler ein und haben schlussendlich wieder die Schnauze von einander voll.
Herrschaften, so wird das nichts mit dem Happy-End und der bestandenen Prüfung. Oder doch?
Kinofilm-Rating
Musik- und Tanzfilme werden immer wieder gerne in den Kinos gezeigt. Seien es Klassiker wie Flashdance oder Grease, Biographien wie 8 Mile oder Fleischbeschauungen à la Honey. Wenn dann aber ein Film von einer Nebendarstellerin in die Kinos kommt, die auch noch für die Choreographien in Filmen wie The Longest Yard oder Scooby Doo 2 verantwortlich war, darf der Kinobesucher ohne Angst auch mal skeptisch dreinblicken, wenn er den Saal betritt.
Anne Fletcher präsentiert ihr Regiedebüt Step Up als ein zu lang geratener Videoclip. Sämtliche Szenen, in denen nicht getanzt oder gesungen wird, dienen einerseits ausschliesslich dazu, die Story zur nächsten Tanzsstunde zu führen und sind andererseits aus diesem Grund schrecklich langweilig. Dass die Jungschauspieler tanzen können, beweisen sie in diesem Film eindrucksvoll. Da aber zu einem Spielfilm auch noch andere Talente gehören, müsste man den Jungs und Mädels auch noch sagen.
Channing Tatum hat körperlich enorm viel drauf, lässt jedoch jegliche Art von Charisma vermissen. Seine Partnerin Jenna Dewan konnte bereits in Take the Lead ihre Tanzkünste beweisen und wird demnächst in The Grudge die bösen Geister wohl zu Tode langweilen. Der einzige Charakter, der wirklich ein bisschen was zu zeigen vermag, ist derjenige von Mario (der mit "Baby, let me love you" auch bei uns Bekanntheit erlangte). Er spielt, oh Wunder, den heimlich verliebten DJ, der tatsächlich auch nach dem Abspann dem Publikum noch ein Begriff ist.
Aber allen Übels zum Trotz hat Step Up zwei grosse Pluspunkte, die einen Tanzfilm auszeichnen. Die Choreographien und Bewegungen der Tänzer sind erste Sahne. Chapeau! Der Soundtrack ist bombastisch und wirklich mega cool. HipHop vermischt mit einem klassischen Soundteppich. Das hört sich verdammt stark an.
Fazit: Step Up punktet in den fetzigen Dance-Sequenzen und im Soundtrack. Alles andere (Story, Personen, Dramatik) kann man getrost vergessen. Obwohl versucht wird, die Geschichte durch Wendungen und menschliche Verluste unnötig in Richtung "ernst" zu ziehen, sind es genau dieses Szenen, die das grösste Ärgernis des Films sind.
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4.2 Sterne (87 Bewertungen) | 24 Kommentare




