The Missing Star - La Stella che non c'è (2006)

The Missing Star - La Stella che non c'è (2006)

Oder: Ein Italiener in China

The Missing Star - La Stella che non c'è

Kluge Köpfe schützen sich - auch in China!

Vincenzo Buonavolontà (Sergio Castellito) ist verantwortlich für Unterhalt und Reparaturen der Maschinen in einem italienischen Stahlwerk. Als chinesische Investoren das Werk aufkaufen, warnt er diese mit Hilfe der jungen Dolmetscherin Lia Hua (Tai Ling), dass ein Maschinenteil einen Defekt aufweise und verspricht, das Problem baldmöglichst zu beheben. Als er soweit ist, ist die chinesische Delegation bereits abgereist. Vincenzo reist deshalb selbst nach Shanghai, um die neuen Besitzer des Werks darüber zu informieren und ihnen das neue Maschinenteil zu geben. Als er bei einem Vertreter dieser Firma vorspricht, erfährt er, dass diese das Werk längst weiter verkauft hat, allerdings kann er den Namen der neuen Besitzerfirma nicht in Erfahrung bringen.

The Missing Star - La Stella che non c'è

Die Mauer dort sind man auch vom Mond

Vincenzo macht sich auf die Suche dieser neuen Firma. Dabei trifft er Lia Hua wieder, welche mittlerweilen ihre Stelle als Dolmetscherin verloren hat. Grund dafür war die Unterhaltung Vincenzos mit dem Chef der Investorenfirma, welche sie fehlerhaft übersetzt hat. Trotzdem ist sie bereit, Vincenzo wieder als Übersetzerin bei seiner Suche zu helfen und macht sich zusammen mit ihm auf den Weg. Während der langen Reise, welche sich je länger je mehr zu einer Odysse quer durch China entwickelt, kommt das ungleiche Paar einander menschlich näher...


Kinofilm-Rating

"Buonavolontà" - guter Wille. Der Name der Hauptfigur spricht Bände. Tatsächlich: Vincenzos Bemühen, ein repariertes Maschinenteil an den richtigen Ort zu bringen und seine Bereitschaft, dafür eine Odyssee durch China auf sich zu nehmen, zeugt von einer Menge gutem Willen und erscheint beinahe ein wenig rührend. Sergio Castellito, bekannt als Regisseur und Hauptdarsteller aus Non ti muovere, spielt seine Figur als einzelgängerischen, pflichtbewussten, manchmal auch forsch auftretenden Maschinenspezialist, dessen Verantwortungsgefühl so weit geht, dass er sich freiwillig auf die Reise in das Reich der Mitte begibt.

China ist für die meisten Abendländer nach wie vor terra incognita. Gerade dies macht den besonderen Reiz des Filmes von Gianni Amelio aus: Der Zuschauer taucht zusammen mit Vincenzo in diese fremde Welt ein und kann diesem nachfühlen in seiner Mühe, einfachste Dinge zu erledigen, wie beispielsweise nach einem Zug zu fragen oder jemandem anhand von Zeichensprache verständlich zu machen, dass man gerne etwas essen möchte. Als Bindeglied zwischen den beiden Kulturen funktioniert die chinesische Dolmetscherin Lia Hua, verkörpert von der FilmdebutantinTai Ling, welche übrigens auch im realen Leben Italienisch studiert hat und als Dolmetscherin arbeitete. Die Schwierigkeiten, welche die beiden zu Beginn haben, miteinander zu kommunizieren, sind weniger sprachlich als auf der Ebene der kulturellen Differenzen zu verstehen. Das aufkeimende Liebesverhältnis von Vincenzo und Lia ist so auch dem besseren gegenseitigen Verständnis zuzuschreiben.

La Stella che non c'è ist ein spannendes und für uns Abendländer lehrreiches Roadmovie, das beweist, dass China auch in Zeiten der Globalisierung noch immer ein Buch mit sieben Siegeln ist. Für uns Abendländer zumindest.

4.3 Sterne
4.3 Sterne (6 Bewertungen) | 1 Kommentar

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06.09.2006 / ebe