Snakes on a Plane (2006)
Snakes on a Plane (2006)
Oder: Über den Wolken, muss die Schlange wohl vogelfrei sein....
Eddie Kim (Byron Lawson) hat Dreck am Stecken. Und das nicht zuwenig: Grad hat er einen Staatsanwalt auf Hawaii über den (blutigen) Jordan geschickt, als er einen Zuschauer bemerkt. Sean Jones (Nathan Phillips) war grad mit dem Töff unterwegs und wird Zeuge dieser Hinrichtung. In der Hoffnung, dass man ihn nicht entdeckt hat, gehts zurück ins Hotel, wo ihm die soeben gesehene Szene via Nachrichten nochmals ins Gedächtnis gerufen wird. Doch bevor die Schergen Kims zuschlagen können, schnappt sich FBI-Agent Nelville Flynn (Samuel L. Jackson) den Jungen, rettet ihm das Leben und bringt ihn dazu, gegen den Verbrecherboss auszusagen.
Diese Aussage soll vor einem Gericht in Los Angeles geschehen. Die Bösewichte will man drum an der Nase rumführen und täuscht den Transport des Zeugen per Privatjet vor. Was man aber anstelle macht, ist diesen Jungen in die First Class eines Linienfluges zu packen und zu hoffen, dass es niemand bemerkt. Sehr zum Ärger übrigens der diversen VIPs, die sich nun in der Sardinenklasse zwischen kläffendem Köterchen und schreiendem Baby wieder finden. Bösewicht Kim aber, schlau wie er ist, organisiert einen riesigen Haufen Giftschlangen, lässt sie ins Flugi einschleusen und, nachdem der Flug auf Reisehöhe ist, durch eine Automatik frei.
Die ersten Passagiere kommen in Kontakt mit allerlei Schlangen. Diese, durch Pheromone auf "aggressiv" getrimmt, fangen an, im Flugzeug aufzuräumen. Selbst Brustnippel oder Schnäbi gehören zu den Körperteilen, die dran glauben müssen. Als dann auch noch die Piloten erledigt werden und keiner mehr das Flugzeug steuern kann, sieht sich Nelville Flynn in einer ausweglosen Situation. Denn wer kann ein Flugi landen und wie kriegt man diese Schlangenviecher von den Passagieren weg?
Kinofilm-Rating
Selten hat ein Film einen passenderen Titel gehabt als Snakes on a Plane. Dadurch, und durch die "Legende", dass Samuel L. Jackson den Film nur wegen seines Titels machen wollte, wurde der Gruselflug schon zum Kult, als ihn noch gar niemand gesehen hatte. Im Internet entstanden Foren, selbergebastelte Trailers und man sagt sogar, dass die Filmemacher Fan-Vorschläge nachträglich in den Film geschnitten haben. Sogar der Ausspruch "I've had it with these motherfucking snakes on this motherfucking plane" soll wortwörtlich von einem Nerd vorgeschlagen worden sein. Mit Spannung wurde nun die erste Visionierung erwartet und man darf absolut zufrieden sein mit dem, was man geboten kriegt.
Was anfänglich nach einem schönen Ferienfilm aus Hawaii aussieht (Sommer, Sonne, Sonnenschein), entwickelt sich glücklicherweise bald zu einem spannenden Thriller, der sich nicht lange mit logischen Abläufen oder charakterlichen Tiefen aufhält. Bald mal startet das Flugzeug, die verschiedenen Stereotypen werden vorgestellt (Rapper mit "Bodyguards", Tussi mit Hündli, dicke Hawaiianerin, nerviger Snob, unschuldige Kids und eine Frau mit Baby) und auch die Stewardessen müssen natürlich den Kronzeugen anbaggern (die Süsse) und ihren letzten Flug fliegen (die weniger Süsse). In diese illustre Gruppe packt man nun künstlich aufgegeilte Schlangen, die das Flugi bald mal übernehmen.
Mittendrin stellt sich Haudegen Samuel L. Jackson dem Gevieche und missbraucht auch mal eine Harpune aus dem Gepäckraum. Hauptsache, diesem f*cking Schleimvieh wird der Gar aus gemacht. Und wenn Feuerlöscher und Messer nicht ausreichen, packt er halt eine dieser Gift(!!)-Schlange am Schlawittchen und schmeisst sie weg. Ja, der FBI-Agent kann das. Und noch viel mehr.
Was trotz all dem Spass, der (erstaunlich, weil unerwartet) guten Action und dem Thrill abfällt, sind die Schlangen an sich. Da rasseln Klapperschlangen, zischen Kobras oder züngeln Vipern. Auch eine gewaltige Anaconda hat ihren Auftritt. (Darum gabs wohl auch den Studiotitel Anaconda 3). Aber sie rasseln, zischen und züngeln so übertrieben animiert, dass man mehr als einmal fast aus der (Schlangen-)Haut fährt, wenn ein Viech direkt vor der Kamera auftaucht. Aber ob da irgendwas Reales dran ist, werden die eingefleischten Schlangenfans besser beantworten können.
Fazit: Snakes on a Plane ist ein B-Film der guten Sorte, der durch den Internethype ein bisschen zu hohe Erwartungen weckt, schlussendlich aber doch ein solider und saucooler Tier-Horror-Film in luftiger Höhe wird. Die Sprüche sind lustig, die Handlung absolut Hirnfrei und der Spass garantiert. Und wer eh schon Ekel vor Schlangen hat, wird mit diesem Film einen wahren Albtraum erleben.
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3.4 Sterne (78 Bewertungen) | 21 Kommentare



