Silent Hill (2006)
Silent Hill - Willkommen in der Hölle
Silent Hill (2006) Silent Hill - Willkommen in der Hölle
Oder: The roof, the roof, the roof is on fire!
Das kleine Mädchen Sharon (Jodelle Ferland) wandelt gerne mal im Schlaf und bringt ihre Eltern Rose (Radha Mitchell) und Chris (Sean Bean) regelmässig in panische Zustände. Als es in dunkler Nacht wiedermal so weit ist und die Kleine wie in Trance da liegt und immer wieder Silent Hill schreit, sind sich die Eltern uneinig, was nun passieren soll. Papa will psychiatrische Behandlung für die Tochter und Mama will dahin fahren. Weil, wenn die Kleine immer von dem Ort träumt, dann wird dort auch des Rätsels Lösung sein.
Also, nix wie hin. Mama packt die Tochter und sie fahren zur Geisterstadt, vor der sie jeder warnt und die auf keiner Karte zu finden ist *schauder*. Dort angekommen entwischt die kleine Sharon und Rose macht sich auf die Suche. Eine Polizistin, welche die beiden auf dem Motorrad verfolgt hat, trifft als Unterstützung ein. Denn Support ist es definitiv, was Rose in dieser gespenstisch nebligen Umgebung brauchen kann.
Das Städtchen wurde vor langer Zeit ein Raub der Flammen, als ein gewaltiges Feuer fast die ganze Bevölkerung vernichtete. Nun müssen Rose und Cop Bennett gegen grauslige, brennende Kinder kämpfen, vor mumifizierten Aschenspuckern flüchten und immer wenn die Sirene heult und es innert Sekunden stockfinster wird, erwacht der Dämon, der über die Stadt herrscht.
Und genau dieser Dämon hat die kleine Sharon zu sich geholt. Um ihre Tochter zu retten, muss sie sich einer fanatischen Sekte, rund um Christabella (Borg-Queen Alice Krige) gegenüberstellen, die liebend gerne Hexen verbrennt. Dort, in der (bis jetzt noch) heiligen und für den Dämon unantastbaren Kirche wird sie über die Vorfälle aufgeklärt und ihr wird klar, dass wenn sie ihre Tochter jemals wieder sehen will, sie dem Dämon gegenüber stehen muss. Doch von dort unten (tiiiief unten) ist noch keiner lebendig zurückgekehrt.
Kinofilm-Rating
Silent Hill - "ein Ort an dem sich zwei Welten treffen", so steht es jedenfalls im Presseheft. Wenn man den Film aber genauer betrachtet, erkennt man, dass sich die Handlung einerseits über eine Zeitspanne von dreissig Jahren erstreckt und andererseits mit insgesamt drei Handlungssträngen erzählt wird. Christopher DaSilva (Sean Bean) sucht nach seiner verschwundenen Ehefrau. Rose DaSilva (Radha Mitchell) sucht nach ihrer Tochter. Dazwischen gibt es kaum erkennbare Flashbacks in die 70er Jahre. Während die sich Story vom Vater und die Rückblicke in die 70er eher mit der Zeit zu tun haben, bewegt die Suche von Rose zwischen Raum und Zeit, denn das vernebelte Silent Hill, in dem sie sich bewegt, verschmilzt immer wieder mit der Dunkelheit und dann bricht die Hölle los.
Es bestätigt sich, was man bereits nach dem ersten Abschnitt vermutet, Silent Hill erzählt eine interessante, wenn auch sehr verschachtelte Story, der teilweise schwer zu folgen ist und die auch recht gemächlich erzählt wird. Nach und nach kommen Rose und Christopher hinter die düstere Vergangenheit von Silent Hill und Rose erkennt, wie sie ihre Tochter retten könnte. So entwickelt sich die Story mehr und mehr in eine Richtung, die man anfänglich überhaupt nicht erwartet hat. Wer allerdings das gleichnamigen Computer-Games nicht gespielt hat, dem werden vor allem die Raum- Zeitsprünge zwischen den verschiedenen Handlungen Mühe bereiten.
Seine absolute Stärke hat Silent Hill aber auf dem visuellen Bereich. Die verschiedenen Stories unterscheiden sich gewaltig im Look und sind daher gut auseinander zu halten. Düstere verfallene Korridore, vom Feuer gezeichnete Häuser und zerstörte Fabriken zeichnen Silent Hill aus. Diese werden, sobald die Dunkelheit kommt, zu einem bluttriefenden, vom Tod gezeichneten Albtraum, der nur darauf wartet, Rose zu verschlingen. So ist man auch jedes Mal gespannt, wenn die Sirenen ertönen, gespannt, welche Schrecken jetzt wieder aus der Dunkelheit heraufsteigen. Passend sind auch die Gore-Szenen gelungen. Diese sind zwar nicht übertrieben, aber genügend stark, um den Horror zu zeigen. Allerdings kommen sie erst gegen Ende vor.
Negative Punkte gibt es auch. Durch die enorm komplexe und vielschichtige Story, der man teilweise nur sehr schwer folgen kann, kommt Silent Hill vor allem in der Mitte recht langsam voran und kann trotz der düsteren Atmosphäre die Hänger nicht verbergen. Der Soundtrack ist eher durchzogen geraten und kann mit seiner elektronischen Natur in gewissen Szenen kaum etwas zur Spannung beitragen. Bei den Special Effekts, die meistens sehr gelungen sind, haben sie bei den Kakerlaken, die dem Monster Pyramid Head vorauseilen, recht versagt. Die braunen Viecher wuseln als unerkennbare Masse mit einem starken Weichzeichner durchs Bild und können die schlechte Animationsqualität nur mit Mühe verbergen. Während Rose, die meisten der beteiligten Schauspieler und auch die Kinder sehr gute Leistungen bringen, fällt vor allem Sean Bean in seiner kalten routinierten Art enorm ab, und man glaubt ihm kaum, dass er sich ernsthafte Sorgen macht.
Fazit: Silent Hill ist ein dichter, streckenweise etwas langatmiger wenn auch sehr komplexer Grusler, der weniger mit saftigen Schockmomenten, dafür eher mit einer düsteren, visuell perfekten Atmosphäre überzeugt. Sicher einer der besten Gameverfilmungen der letzten Jahre, aber lange nicht so intensiv, wie zuerst vermutet. Ein Tipp für all die, welche gerne düstere, visuell enorm starke Filme haben, die auch noch eine gute Story erzählen. Wer allerdings enorme Spannung und viele Schockmomente erwartet, wird enttäuscht sein, dennoch vermag Silent Hill als solider und komplexer Grusler zu überzeugen.
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3.9 Sterne (85 Bewertungen) | 20 Kommentare



