Shoppen (2006)
Shoppen (2006)
Oder: Willst du mit mir gehen, willst du?
18 Mitglieder des Münchner Clubs der einsamen Herzen treffen sich zum Dating auf die schnelle Art. Während der Mund werkt, scannen die Augen das Gegenüber im Fünfminutenintervall. Heute muss man reden können, um Sex zu haben. Speed-Dating nennt sich das Schäkern unter Aufsicht des Eieruhrenmannes. Singles in allen Ausführungen versuchen ihr Liebesglück: Die Scheue und der Stecher. Die Süsse und der Feinschmecker. Der Controller und die Quasselstrippe. Die Verklemmte und der Oberbayer. Der Autohasser und die Landpomeranze. Ist's peinlich? Vielleicht. Frustrierend? Immer wieder. Sprühende Funken halten die Waage mit zertretenen Fettnäpfchen. Wer heute allein nach Hause geht, ist selber Schuld. Doch nur wenn beide einander wiedersehen wollen, werden die Nummern getauscht. Der Allergiencheck kann da schon mal vergessen gehen.
DVD-Rating
Ja, auf der Suche nach der grossen Liebe machen die Singles heutzutage allerlei Sachen. Eine Variante ist das sogenannte "Speed-Dating". Das heisst, Männlein und Weiblein müssen versuchen, sich innerhalb von fünf Minuten "kennen" zu lernen und vielleicht funkts ja und einer gemeinsamen Zukunft steht nichts im Weg. Regisseur Ralf Westhoff bringt in seinem neuen Film Shoppen 18 junge Leute in einen Raum und zeigt uns auf mehr oder weniger amüsante Art und Weise deren Techniken beim Daten.
Anfänglich hat Shoppen Mühe, so richtig in Gang zu kommen. Kurze Episödchen aus dem Alltag verschiedener Menschen werden gezeigt, ohne jedoch dem Zuschauer irgendeinen Hinweis zu geben, um was es denn überhaupt in diesem Film geht. Erst als das Daten beginnt, die Sprüche kommen und die (zu) vielen Figuren ein wenig an Profil gewinnen, wird Shoppen etwas interessanter.
Der Witz kommt teilweise auf herrlich direkte Art auf den Zuschauer zu. So schlägt zum Beispiel ein Teilnehmer seinem Gegenüber vor, die nächsten fünf Minuten doch einfach mal zum Luft holen zu benützen, da ja eh nichts aus ihnen beiden werden kann. Die Reaktion der Dame ist entsprechend ebenso direkt. Der beste Spruch ist allerdings klar derjenige mit dem Abenteuerurlaub ("Ich bin der Abenteuerurlaub, nicht die Pauschalreise"). Leider sind bei weitem nicht alle der Figuren so unterhalsam wie der Holzhändler aus Bayern oder der Bürohengst mit der Abcheck-Liste.
Fazit: Shoppen hat seine guten Momente. Leider sind diese nicht im Übermass vorhanden und somit hat der Film seine Längen, die ihm viel seines Schwungs rauben. Wer aber für einmal ein Date-Film gucken will, in dem die Romantik fast gänzlich abhanden kommt, der darf durchaus mal einen Blick riskieren.
Ein paar zusätzliche Szenen mit viel Geschwafel und diverse Biographien der unbekannten Darsteller, sowie der offizielle Trailer zum Film sind die einzigen Bonusfeatures auf der DVD. Auch Ton- und Bildtechnisch wird kein Preis gewonnen. Dazu ist die Bildqualität zu schwach und der Ton zu dumpf. Zeitweise jedenfalls.
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4.4 Sterne (47 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: 1:1.78 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Entfallene Szenen, Biographien, Trailer


