The Shaggy Dog (2006)
Shaggy Dog - Hör mal wer da bellt
The Shaggy Dog (2006) Shaggy Dog - Hör mal wer da bellt
Oder: To Infinity... and beyond!
Wenn das grosse Geld lockt, dann hat alles Hinten an zu stehen. Das ist nicht nur eine Business-Weisheit, sondern auch der Alltag von Anwalt Dave Douglas (Tim Allen). Dieser kümmert sich nämlich öfters und lieber um seine Klienten in der Kanzlei, als um seine Frau (Kristin Davis) und seine Kinder (Zena Grey und Spencer Breslin). Das da die Familie keine Freude dran hat, dürfte klar sein.
Sein neuester Fall bringt Dave auf die Seite eines Pharmakonzerns der gegen einen Tierrechtler vors Gericht zieht. Marcus Kozak (Robert Downey Jr.) ist der schleimige Manager, der den Chef des Konzerns rausekeln will und sich durch sein neuestes Projekt den Zorn der Tierfreunde auf sich gezogen hat. Hat dieser Lümmel doch extra einen tibetanischen Hirtenhund fangen lassen und will anhand dessen DNS hinter das Geheimnis des ewigen Lebens kommen. Denn das Viech soll schon über 300 Jahre alt sein.
Unser Staranwalt, von dem man eigentlich wissen sollte, dass man ihn nicht alleine in ein empfindliches Labor lassen darf, wird dann auch prompt von diesem Hund, "Shaggy" sein Name, gebissen und hat mit komischen Veränderungen zu kämpfen. Denn aus dem Rechtsverdreher wird zwischenzeitlich ein Hund! Nun heisst es Katzen jagen, rumschnüffeln oder beim urinieren den Kollegen links vom Urimat mit seiner Stellung verwirren.
Je länger Douglas als Hund unterwegs ist, desto besser lernt er seine eigene Familie kennen und entdeckt, dass es um diese gar nicht so gut steht, wie es eigentlich sollte. Die Frau fühlt sich vom Workaholic verarscht, der Sohn will lieber Musicals singen als Football spielen und das Töchterchen glaubt an eine bessere Welt ohne Tierversuche. Douglas bleibt nur noch eine Möglichkeit. Er muss hinter die Kulissen dieses Pharmakonzerns schauen und herausfinden, was die da in ihren Labors wirklich machen, um dann vor Gericht der Wahrheit zum Sieg zu verhelfen. Doch als Hund ist das nicht ganz einfach....
Kinofilm-Rating
Home Improvement war die TV-Serie, mit der Tim Allen die (amerikanische) Welt eroberte. Auch bei uns hat diese Handwerker-Sitcom viele Fans und man darf auch seine bisherigen Filmauftritte teilweise als recht gelungen (Big Trouble, Galaxy Quest) bezeichnen. Wenn allerdings der Disneykonzern eine seiner "Familienkomödien" auf uns los lässt, braucht es schon unbeirrte und standhafte Sympathie gegenüber dem Hauptdarsteller, dass man nicht schreiend wieder aus dem Saal rennt.
Natürlich ist The Shaggy Dog ein Remake. Wie auch Flubber oder Herbie Fully Loaded. Man scheint ja keine Ideen für neue Projekte zu haben, drum nimmt man alte Filme, peppt sie auf, lässt ein bekanntes Gesicht den Film tragen und fragt sich nachher, warum das nicht aufgeht. So kriegt man in The Shaggy Dog denn auch genau das geboten, was das Herz der nimmermüden Disneygucker erwartet. Eine beschränkt flotte Geschichte, ein paar Witzchen, bekannte Gesichter, eine deutliche Message und (hier leider) ein Konzept, das nicht aufgeht.
Der Film hat ein grosses (neben ein paar kleinen) Problem. Der Hund. Der ist zwar niedlich und herzig, wird jedoch à la Look whos Talking von Tim Allen synchronisiert, während das Viech bellt. Damit auch ja jeder im Saal versteht, was der Köter sagen will. Dazu kommen schändlich schlechte und der heutigen Zeit unwürdige Special-Effects, sowie Figuren (Kröte mit Hundkopf, Schlange mit buschigem Schwanz) die total misslungen sind. Von Spannung kann eh keine Rede sein, ist ja schliesslich ein Familienfilm und der Humor beschränkt sich auf einen (!) herrlichen Witz-Verweis auf Toy Story, in dem Tim Allen die Hauptrolle sprach. Sonst kommt nix. Gar nix.
Die Szenen, alle Szenen, mit dem Hund sind also für die Katz'. Wie schlagen sich denn die menschlichen Darsteller? Allen voran natürlich Tim Allen der sympathisch wie immer daherkommt und wenigstens für ein paar Schmunzler sorgt. Berufskind Spencer Breslin (der mit dem "Toolman" auch schon The Santa Clause gedreht hat) ist immer noch cool. Robert Downey Jr. gibt den Disney-Realfilmtypischen und herrlich überzogenen Bösewicht, während Lethal Weapon-Star Danny Glover inzwischen wirklich "too old for this shit" ist. Die weibliche Besetzung glänzt dadurch, dass sie keine bleibenden Erinnerungen hinterlässt.
Kritik: The Shaggy Dog geht nicht auf. Die Witze sind zu lahm, die Effekte wirklich übel und die Geschichte mit dem moralischen Zeigefinger kennt und hat man langsam gesehen. Die Mischung zwischen Doctor Dolittle und The Animal geht sang und klanglos unter. Was hat Tim Taylor in Home Improvement jeweils gebraucht? "More Power!". Das hätte dieser Hundegeschichte auch mehr als gut getan.
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2.5 Sterne (19 Bewertungen) | 1 Kommentar



