Seraphim Falls (2006)

Seraphim Falls (2006)

Oder: Bond in Not

Seraphim Falls

Die Welt für einen Martini!

In den Ruby Mountains ächzt ein einsamer Mann (Pierce Brosnan) verzweifelt durch die Landschaft. Er ist auf der Flucht und muss sein Feuerchen auch bald wieder löschen, denn die Verfolger sind ihm knallhart auf den Fersen. Der Mann muss einmal mehr sein Lager hurtig verlassen, falsche Spuren legen und die Flucht ergreifen. Aber warum?

Drei Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg ist dieser für ein paar Menschen noch immer präsent und bei weitem noch nicht beendet. Die Vorkommnisse von damals treiben Carver (Liam Neeson) und seine gekauften Söldner gnadenlos voran. Der Flüchtige fällt den Wasserfall herunter? Kein Grund zur Freude, denn die Beute soll lebendig gefangen werden. Die Gruppe kennt keine Pause, keine Rast. Der Flüchtige muss gefangen werden. Aber warum?

Seraphim Falls

Neulich am Pfaditreff

Das Duell der beiden Männer wird immer extremer. Aus der eisigen Kälte der Berge verlagert sich die Verfolgung in die trockene und tödlich Heisse Umgebung der Wüste, wo der Zweikampf sein Ende finden soll. Denn der flüchtige Mann hat mit seinem grossen Messer die Verfolgertruppe arg dezimiert und mag nicht mehr rennen. Und auch der Verfolger sieht ein, dass er sein Ziel jetzt erreichen muss. Koste es was es wolle. Denn was die beiden Männer verbindet, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.


DVD-Rating

Seraphim Falls wurde in den Schweizer Kinos nie gezeigt und kommt nun als DVD-Premiere in die Läden. Ein Spät-Western, der sich um eine gnadenlose Verfolgung dreht und der seine Spannung hauptsächlich daraus bezieht, dass der Zuschauer sehr lange keine Ahnung hat, warum denn Liam Neeson dem Pierce Brosnan an die Gurgel will.

Erstaunliches kriegt man am Anfang des Films zu sehen. Die Dialoge von Seraphim Falls können in den ersten rund dreissig Minuten an einer Hand abgezählt werden und der Fokus liegt ganz klar auf Pierce Brosnan, der angeschossen wird, den Wasserfall runterfällt, fast erfrierend im Schnee liegt und auch sonst recht leiden muss. Überhaupt, der Kerl macht seine Sache erstaunlich gut und bestätigt einmal mehr, dass er ausserhalb seiner James Bond Filme (Die another Day) ein guter Schauspieler sein kann. Das hat er bereits in The Matador oder After the Sunset eindrücklich unter Beweis bestellt. Auch optisch passt der etwas upgefuckte Look besser zu ihm als der Aalglatte.

Auf der Gegenseite steht Liam Neeson, den wir natürlich aus Batman begins oder Schindlers List kennen. Er verkörpert den unaufhaltsamen Verfolger mit einer gelungenen Portion Intensität und man nimmt ihm seine Motivation jederzeit ab und ist gespannt, wer denn schlussendlich das grosse Duell für sich entscheiden kann.

Als Nebenfiguren gehen dafür Anjelica Houston oder auch der schon lange nicht mehr gesehene Michael Wincott (The Crow) leider etwas sehr verloren. Vor allem Erstere hat nur einen kurzen Auftritt, der dazu auch noch wenig Sinn macht und das eh schon recht konfuse Ende des Films noch mehr komplex macht.

Fazit: Seraphim Falls beginnt stark und hat auch während des Films einige sehr imposante Szenen zu bieten. Ausserdem ist Pierce Brosnan als Halb-Rambo mehr als nur einen Blick wert. Der Schluss ist dann wiederum Geschmacksache, passt aber nicht schlecht in das Gesamtbild dieses Westerns, der schön intensiv und brutal gespielt wird.

Texttafeln mit den Filmographien der Stars und Werbungen für andere DVDs sind die einzigen anwählbaren Features der sehr schwach ausgestatteten Disc. Dafür macht Seraphim Falls in Sachen Ton und Bild einen recht guten Eindruck und bietet Beides in ansprechender Qualität.

4.1 Sterne 3.4 Sterne
4.1 Sterne (14 Bewertungen) | 12 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
05.12.2007 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 22.11.2007

  • Bildformat: 1:2.40
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Schauspielerinfos, Trailershow