Saw III (2006)
Saw III - Hast du das Leben verdient?
Saw III (2006) Saw III - Hast du das Leben verdient?
Oder: Game Over?
Jigsaw, der Drahtzieher hinter den bestialischen und makaberen Morden, die eine ganze Gesellschaft in Angst und Schrecken versetzt hat, ist mit seinem Lehrling Amanda, (Shawnee Smith), ein weiteres Mal der Gefangenname entgangen und untergetaucht. Während die Detektives verzweifelt nach Jigsaw suchen, weiss Lynn Denlon (Bahar Soomekh) nicht, dass sie der nächste Bauer wird, in Jigsaws letztem Schachspiel.
Nach einer Schicht im Spital wird Lynn gekidnapped und in eine verlassene Lagerhalle gebracht, wo sie Jigsaw (Tobin Bell) trifft, der sich am Rande des Todes befindet. Lynn erhält die Aufgabe, ihn so lange am Leben zu halten bis Jeff (Angus Macfayden) sein Spiel beendet hat. Jeff ist ein verbitterter Familienvater, der sich seit dem Tod seines Sohnes kaum mehr um seine Familie kümmert und nur noch mit dem Gedanken gelebt hat, den Mann, der seinen Sohn überfahren hat, umzubringen. Innerhalb zwei Stunden muss Jeff nacheinander den Verantwortlichen hinter dem Tod und der Verurteilung des Täters gegenübertreten. Wird er ihnen verzeihen können oder wird er sie Jigsaws tödlichen Fallen überlassen? Doch die Zeit drängt, hat er die zwei Stunden überschritten, verschliessen sich die Ausgänge und die Stätte des Schreckens wird Jeffs Grab.
Während Jeff von einem tödlichen Test in den nächsten gerät, beginnt für Lynn ein Rennen gegen die Zeit und gegen Jigsaws eigenen Herzschlag, denn sobald dieser aussetzt, löst der Herzmonitor die Sprengladung in Lynns Kragen aus. Was beide jedoch nicht wissen: Sie sind alle in einem viel grösseren Spiel, dessen Grausamkeit sie nicht einmal erahnen können....
Kinofilm-Rating
2004 begann die Ära eines krebskranken Killers mit der Neigung zu tödlichen Spielen. Jetzt, drei Jahre später, kommt der dritte Teil dieser Saga ins Kino und, wie die Produzenten versprochen haben, auch der Blutigste. Ganz auf seine Art ist Saw 3 ein Abschluss der Trilogie, der alle bisherigen Teile in den Schatten stellt.
Mit Saw 3 liefern Regisseur Darren Lynn Bousman und Schöpfer James Wan ihren letzten gemeinsamen Beitrag und es ist klar ersichtlich, dass sie ein in sich abgeschlossenes und genau so komplexes wie blutiges Finale bieten wollten. Erfreulicherweise distanziert sich Saw 3 auch vom üblichen Schnittmuster, einfach mehr Opfer den tödlichen Fallen vorzuwerfen, sondern geht mit einem völlig neuen Ansatz an den Film heran und erntet dabei die Früchte, welche sie in den vorhergehenden Teilen gesät haben.
Saw 3 wird primär aus der Sicht von Meister Jigsaw und Lehrling Amanda erzählt und verschachtelt gleich mehrere parallel laufende Spiele ineinander. Während die Krankenschwester Jigsaw am Leben erhalten muss, strauchelt Jeff durch den Parcours mit tödlichen Fallen. Nebenbei gibt es mehrere Flashbacks in die Vergangenheit der Killer und auch Auftritte der Polizisten, welche Jigsaw immer noch nicht geschnappt haben. So viele Storylines haben den Vorteil, dass es während der Spielzeit kaum Hänger gibt und durch rasche Szenenwechsel auch eine enorm dichte, düstere und intensive Atmosphäre aufgebaut wird. So können nicht nur die komplexen Charaktere noch einmal erforscht, sondern auch ein genial eingefädeltes Finale geboten werden.
Intensive Schockszenen zum einen, tödliche Games zum anderen. Also ein Hammerfilm? Jein. Saw 3 wirkt überladen und versucht, beinahe zuviel in die Spielzeit zu quetschen. So gleicht Saw 3 nach dem eher linearen zweiten Teil wieder dem chaotischen Ersten, der sich in vielen Flashbacks verliert und man teilweise Mühe hat, der verschachtelten Story überhaupt noch zu folgen. Einige Rückblenden hätten ohne weiteres weggelassen werden können, denn sie werfen teilweise mehr Fragen auf, als sie beantworten und wirken wie Restmaterial aus den alten Filmen. Die überraschende Charakterentwicklung von Amanda, welche sehr rasch einsetzt, wirkt irgendwie überzeichnet und die Figuren aus den Vorgängern werden kurzerhand verheizt.
Fazit: Saw 3 ist mit Abstand die härteste Episode der Saga und bietet Sequenzen, welche diejenigen von Hostel um einiges in den Schatten stellen. Was sich anfänglich nahtlos an den zweiten Teil anknüpft, wird schnell zu einer unaufhaltsamen Fahrt in die Hölle, die Jigsaw kreiert hat und gekonnt genial/kranke Spiele mit den entsprechend tödliche Fallen kombiniert. Dazu werden viele Hintergrundinfos der Killer geboten und auch den bisher unergründeten idealistischen Konflikt zwischen Amanda und Jigsaw. Abzüge gibt es für die unnötig überladene Handlung, welche sich zu oft in Flashbacks verliert, was zwar zu vielen Splatterszenen führt, es teilweise auch schwer macht, der Handlung zu folgen. Dennoch wird es für die Fans der Saga eine Freude sein, diesen dichten Abschluss einer Trilogie zu sehen. Wer jedoch neu dazu stösst, wird wohl mit der Komplexität und dem benötigten Hintergrundwissen überfordert sein. Saw 3 ist allerdings nichts für schwache Nerven und nur geeichten Horrorfans zu empfehlen.
PS. Bekannterweise ist Saw 4 bereits angekündigt, doch es ist anzunehmen, dass dieser nur noch wenig mit den ersten drei Teilen gemeinsam hat.
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3.8 Sterne (120 Bewertungen) | 33 Kommentare



