Renaissance (2006)
Renaissance (2006)
Oder: Sie sehen alles!
Wir schreiben das Jahr 2054. In Paris kann man keinen Schritt mehr machen, ohne dass eine Kamera einem dabei folgt. Der Konzern "Avalon" hat diese Kameras in seiner Gewalt und somit auch praktisch die ganze Stadt unter Kontrolle. Riesige Werbetafeln, animierte Botschaften und der Slogan "Für immer schön" zeichnen diese Zeit aus.
Illona Tasuiev (Stimme von Romola Garai) ist eine junge Frau und die Top-Wissenschaftlerin von "Avalon". Als sie eines Nachts entführt wird, kommt der Polizist Karas (Stimme von Daniel Craig) ins Spiel. Er, ungehobelt, vielfach am Rande der Legalität und mit einem sturen Kopf gesegnet, nimmt sofort Spur auf und bald schon gibts den ersten Toten zu beklagen.
Illonas Schwester, Bislane (Stimme von Catherine McCormack), taucht ebenfalls auf und scheint sich auf die Seite des Cops zu schlagen. Die beiden ermitteln in unterschiedlichen Schichten, wobei der Chef von "Avalon", ein unsympathischer Hagel namens Dellenbach (Stimme von Jonathan Pryce) ebenso zu den Hauptverdächtigen gehört, wie Illonas Mentor und Wissenschaftskollege, Dr. Müller (Stimme von Ian Holm).
Als unser ungleiches Duo der Lösung des Falles immer näher kommt, wird ihnen bewusst, dass das Resultat die Menschheit für immer verändern könnte. Und je nach dem, wie sie reagieren und kombinieren, ist das entweder zum Guten oder zum Schlechten.
DVD-Rating
Wir alle kennen Sin City. Vielen von uns ist auch Metropolis ein Begriff. A Scanner Darkly einigen sicher auch ein Begriff. Alle diese Filme haben eins gemeinsam: Die spezielle Machart. Renaissance fügt sich hervorragend in diese Gruppe ein, präsentiert einen spannenden Kriminalfall mit gelungener Auflösung und obendrein saucoole Filmszenen.
Ja, der Film ist Schwarz/Weiss. Und ebenfalls Ja, man braucht eine Eingewöhnungszeit, bis man den teils fantastischen Bildern folgen kann. "Motion Capture" heisst die Technik und dabei werden den für die Figuren angestellten Schauspielern viele Sensoren angeheftet, so dass eigentlich menschliche Akteure durch und durch animiert werden. Die Bewegungen sind somit flüssiger, die Szenen realer und die Action lebensechter als bei den normalen Animationsfilmen.
Was zu dieser je länger je besser funktionierenden Technik bei Renaissance noch dazukommt, ist die gelungene Story. Ein "Film Noir" in ferner Zukunft, der in einigen Szenen Ähnlichkeiten zu einigen Klassikern des Genres aufweist und eigentlich durchwegs (mit einigen Hängern in der Mitte) spannend ist. Und auch wenn die Story mal ein Päuschen macht, kann man sich an der speziellen Animation des Filmes kaum satt sehen.
Als Sprecher wurden in der englischen Version einige bekannte Namen verpflichtet. Allen voran natürlich Daniel Craig, der ja inzwischen im Casino Royale als Geheimagent ihrer Majestät einen gelungenen Einstand gegeben hat. Zudem sprechen "Bilbo Baggins" Ian Holm und Jonathan Pryce (Pirates of the Caribbean) ebenso interessante, wie zwiespältige Figuren. Catherine McCormack dürfte einigen wenigen aus Sound of Thunder bekannt sein.
Fazit: Man braucht klaren Verstand und scharfe Augen, um bei Renaissance am Ball bleiben zu können. Eine verzwickte Geschichte und teils recht gewöhnungsbedürftige, aber wirklich cool gemachte, Animationen verlangen vom Zuschauer schon einiges an Aufmerksamkeit. Wer das bieten kann, erlebt einen spannenden, gut gemachten und mysteriösen Thriller. Neugierig wär ich noch darauf, wann denn eine Real-Verfilmung dieses Stoffes angekündigt wird.
Acht verschiedene Interviews mit 10 Leuten (Vier davon sind im Doppelpack zu sehen) eröffnen die Extras. Viel zum Film, der Machart und natürlich den Hintergründen wird hier erläutert. Das ist teils mehr, teils weniger interessant. Von den "bekannteren" englischen Stimmen ist jedoch nur Jonathan Pryce aufgeführt. Die Sektion "Hinter den Kulissen" nimmt uns mit zu vier verschiedenen kleinen Berichten über das Motion Capture (viele Leute mit Sensoren am Körper spielen die Szene), zu den Special-Effects (und da hats ja doch einige gehabt), sowie zur musikalischen Untermalung. Hier wird man Zeuge wie aus einem anfänglichen Geklimper auf der Elektro-Orgel eine vollständige Produktion wird. Bei den abschliessenden Stimmaufnahmen dürfen wir dann auch Daniel Craig und Ian Holm bei der Arbeit über die Schulter gucken.
Die B-Roll ist immer ein interessantes Feature. Die Kamera "hinter" der Kamera darf auch hier nicht fehlen. Ausserdem lassen uns diese drei kleinen Berichte ein weiteres Auge auf die Animations-Technik werfen. Nicholas Dodd, der Komponist, hat dann noch ein schönes Musikvideo eingespielt, das die ganze Stimmung des Films gelungen wieder gibt. Knapp neun Minuten dauert das sogenannte "Featurette", das sich als Making-Of herausstellt. Abgeschlossen werden die Extras mit einer schönen Slideshow und zwei Trailern (Deutsch / Englisch) zum Film.
Die Bildqualität zu beurteilen ist in diesem Fall relativ schwierig. Da der Film, wie oben erwähnt, recht gute Hardware (TV) benötigt, wird manch einer ein bisschen Schwierigkeiten mit der Dunkelheit haben. Der Transfer ist zwar klar und sauber, aber ich denke, je grösser und besser das Equipment, desto schöner das Filmvergnügen. Über den Ton lässt allerdings nicht streiten. Obwohl einige Passagen ein bisschen mechanisch klingen, wird hier niemand meckern können.
Lustig: Der Film kommt aus Frankreich, auf der vorliegenden DVD sind jedoch "nur" Englisch und Deutsch als Sprachversionen vorhanden ist. Noch nicht mal französische Untertitel hats. Quel Dommage!
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4.6 Sterne (21 Bewertungen) | 9 Kommentare
DVD-Infos
Special Edition, erschienen am 20.03.2007
- Bildformat: 1.78:1 (16:9 anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Interviews, Hinter den Kulissen, Videoclip, Trailershow, Slideshow, Die Stimmen, Die Effekte, B-Roll, Die Musik



