Rabia (2006)
Rabia (2006)
Oder: Chilenische Jobsuche
Jobsuche in Chile. Viele junge und eine ältere Dame finden sich vor Bürohäusern und verschlossenen Türen ein und warten auf ihre Vorstellungsgespräche. Man tauscht Tipps und Kaugummis, kennt sich von früher oder schweigt sich eisern an. Alle haben das Ziel, eine Stelle als Sekretärin zu finden. Auch Camila (Carola Carrasco), die seit über einem Jahr arbeitslos ist. Die Fragen, die sie sich selber stellt oder ihr gestellt werden sind immer dieselben. Was ist die eigene Ausbildung wert? Hätte ich Fremdsprachen lernen sollen? Bin ich wirklich unterqualifiziert oder liegt es am System? Sind am Ende sogar die Blondinen an allem Schuld?
Kinofilm-Rating
Der chilenische Film Rabia wurde in nur zwei Tagen gedreht. Quasidokumentarisch heftete man sich an die Fersen einer Stellen Suchenden und filmte sie und die es ihr gleich tun wollen. Chefs oder HR-Verantwortliche kommen nur am Rande vor. Man hört zum Beispiel aus dem Off Fragen, die Camila von den Entscheidungsträgern gestellt werden. Diese Szenen bilden Überleitungen bei einem Ortswechsel, bevor man sich an anderer Stelle wieder auf die wartenden Sekretärinnen und ihre Lebenssituationen fokussiert. Langsam kristallisieren sich so die Biographien heraus. Allen voran Camilas, die man als einzige mehrmals zu sehen bekommt. Die anderen Figuren sind der Reihe nach, die Schöne aus reichem Haus, die Frau mit Vitamin B, die ehemalige Schulkollegin, die es geschafft hat, und eine ältere Frau, die noch hoffnungsloser in die Zukunft blickt. Sie alle stehen für unterschiedlich Stufen auf der Leiter des Erfolgs. Ihre Gespräche würden wohl auch vor Schweizer Bürotüren nicht anders ablaufen. Und genau so gross könnte auch bei uns die Titel gebende Wut werden, wenn sie sich nach all den Frustrationen anstaut.
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