The Queen (2006)
Die Queen
The Queen (2006) Die Queen

Alexandre Desplat gehört zu den jungen und sehr vielvesprechenden Neulingen im Filmmusikbereich. Mit seiner Musik zu Hostage platzte er vor gut einem Jahr mit einem überraschenden Actionscore in die Reigen der grossen Filmmusikkomponisten. Seine Arbeiten zu Hollywoodproduktionen waren vorher eher sporadisch und rar (Birth, Girl With a Pearl Earring). Seit diesem Überraschungshit jedoch jagt ein Projekt das andere. So komponierte er Musik für den Film Casanova, aber auch für so vielversprechende Projekte wie Syriana und Firewall. Mit den beiden letzten Titeln jedoch sind die überschwänglichen Pressestimmen um Desplat etwas leiser geworden.
Nun meldet sich der gebürtige Franzose zurück mit seiner Komposition zum Politthriller/Drama The Queen. Wieder etwas melodischer und emotionaler im Colorit, vermag das Album sehr gut zu unterhalten!
Das Album eröffnet mit dem Stück "The Queen". Hier stellt uns Desplat das Hauptthema vor: glorios und beschwingt, sehr britisch vorgespielt mit militärischem Schlagwerk im Hintergrund und der patriotischen Solotrompete. Danach wechselt die Orchestrierung des Hauptthemas in die Streicher, wo es ins Bedrohliche abrutscht. Das zweite Stück präsentiert eine Art Fragment des Hauptthemas. Es beginnt wie das Hauptthema, bekommt dann jedoch eine mystische und irgendwie "falsch klingende" Präsentation (0:47). Der beschwingte Walzerrhythmus ist hier schon vorhanden, wird aber im Verlauf des Scores noch effektiver und klarer zum Vorschein gebracht (sehr schön in den beiden "Zwilings"-Stücken "Elizabeth & Tony" und "Tony & Elizabeth"). In diesen Momenten erinnert der Score immer mal wieder an die Komposition von Rachel Portman zu Chocolat.
Wenn man das thematische Material grob herunter bricht, dann kann man sagen, dass der Score in erster Linie auf das Hauptthema fokussiert. Dies unterscheidet das Werk denn auch von vorgängigen Arbeiten (bspw. Hostage, in welchen doch noch mehr unterschiedliches Themenmaterial geboten wird). Was den Score jedoch davon abhält, Langeweile aufkommen zu lassen, ist die Tatsache, dass das Thema in sehr viel verschiedenen Colorits präsentiert wird, wobei einige sehr unterhaltsam daher kommen (so im Stück "People's Princess I"). Auch ist somit eine Lauflänge des Albums mit gut 44 Minuten gerade richtig.
Das Album klingt aus mit dem sehr schönen Titel "Libera Me" aus Verdis Oper Rossini. Es soll angeblich eines der Lieblingsstücke von Prinzessin Diana gewesen sein und wurde an ihrer Beerdigung aufgeführt. Dies schädigt den Fluss der Komposition zwar nicht (auch deshalb, weil es am Schluss angehängt wurde und nicht mitten im Album ertönt), bereichert den Score aber auch nicht wirklich. Schön, aber nicht umwerfend!
Fazit: Nach seiner eher atmosphärischen Komposition zu Syriana und dem modernen Action-Score zu Firewall, meldet sich Alexandre Desplat mit The Queen auf sehr schöne Weise zurück im Drama/Politthriller Genre. Die Komposition ist abwechslungsreich orchestriert und vermag gut zu unterhalten. Die schön und ruhig fliessenden Melodien werden meisterhaft vorgetragen vom London Symphony Orchestra, welches von Desplat dirigiert wurde. Wenn auch kein Meilenstein in Desplats Discographie, so ist The Queen doch eine sehr schöne Komposition , welche dem Thriller eine etwas andere Seite abgewinnt. Für Fans und Liebhaber des beeindruckenden Films!
Sountrack-Infos
Komponisten Release | Tracks
|

