Quatre Étoiles (2006)
Four Stars
Quatre Étoiles (2006) Four Stars
Oder: Je ne vois pas le rapport
Franssou (Isabell Carre) ist eine hübsche Englischlehrerin in Paris. Als sie unverhofft 50'000 Euro erbt sind sie und ihre besten Freundinnen ganz aus dem Häuschen. Nur ihr bünzliger Freund rechnet den Damen penibel vor, dass es sich gar nicht um arg viel Geld handelt. Brav angelegt reiche es nach Abzug der Steuern für genau 90 Euro monatlich, meint er und schlägt stattdessen die Anschaffung einer neuen Matratze vor. Franssou tut, was Frauen in solchen Fällen immer tun und flüchtet erstmal in die Ferien. Da ja genug Geld da ist, geht's nach Cannes ans Meer und dort ins beste Hotel sur place: dem Carlton.
Kaum entspannt sich Franssou alleine in der luxuriösen Badewanne, platzt auch schon M. Stephane (José Garcia) in die gute Hotelstube. Er prüft weltmännisch, ob das Zimmer von Franssou den Schall genug dämpft, so dass auch ein Elton John sich darin wohl fühlen kann. Der gepflegte Mann fasziniert die Frau aus Paris. Noch mehr, als sie in einer Bankfiliale bemerkt, dass der Mann sich dort anders nennt und anscheinend Geldprobleme hat. Handelt es sich beim umtriebigen M. Stephane am Ende um einen Hochstapler? Franssou geht der Sache auf den Grund, und als sich herausstellt, dass dem Mann Ungemach von der Mafia droht, wenn seine Schulden nicht in Bälde getilgt sind, weiss Franssou auch gleich, wie man einen Teil der Erbschaft sinnvoll investieren könnte...
Kinofilm-Rating
Die französische Komödie Quatre Etoiles von Christian Vincent bringt einen Hauch von Cannes ins Programm der Berlinale 2006. Während dem grössten Filmfestival der Welt an der Côte Azur leben die Allerberühmtesten in glamourösen Hotel Carlton. Dieser Luxuspalast bildet die Kulisse für eine turbulent-lockere Komödie. Nach dem Motto mehr Schein als Sein nisten sich gleich zwei Leute in dieser Herberge ein, die beide eigentlich nicht genug Kohle haben, um sich ein Hotel dieser Klasse leisten zu können.
Als die neureiche Erbin und der Society-Schlawiner tragen Carré und Garcia den Witz über den ganzen Film. Zuerst spielen sie mit versteckten Karten. Damit's abendfüllend wird, kommt man sich schon bald auf die Schliche. Zuerst merkt sie was, dann er und bald steckt er in einer finanziellen Zwickmühle, die nur angenehmer ist als die der Mafia, weil sie als Gläubigerin nicht mit ihren Reizen geizt. Und wie! Den Luxuskörper, den die Rothaarige den ganzen Film hindurch oft nur in edlen, wenig verhüllenden Abendroben zur Schau stellt, hatte sie schon, als sie noch arm war. Billig wirkt das aber nie, weil sie im übertragenen Sinne den ganzen Film hindurch die Hosen anhat. Auch wenn sie sich von Stephane quasi zur Prostition zwingen lässt, um einem etwas dümmlichen Formel-1-Fahrer (François Cluzet) über den Tisch zu ziehen, ist sie immer Herrin der Situation. Stephane erliegt ihrem Charme so langsam aber stetig. Da schwingt schon mal ein bisschen Pretty Woman mit, aber Jose Garcia ist mit seiner immer auf den eigenen Vorteil bedachten Geschäftemacherei doch ein Spur Interessanter als der aalglatte Richard Gere aus der Julia Roberts-Schmonzette. Dafür sieht man bei ihm nicht immer, was die olle Franssou an dem Mann eigentlich findet.
Ganz und gar leichte Kost also für Zwischendurch zum Thema, was sich liebt, das neckt sich mit einem etwas abrupten Ende. Wer den Abspann hindurch sitzen bleibt, wird dafür mit dem Schliessen des Handlungsstrangs belohnt, der in Paris seinen Anfang nahm. Und Franssous Wille zur Flucht aus dem Alltagstrott ist auch gleich noch geklärt. Vier Sterne wie Titel verdient sich der Film locker. In der OutNow.CH Skala ist das aber leider nicht die Maximalnote wie bei der Bewertung von französischen Herbergen. Denn die kennen keine Fünfsternhotels. Höher als "quatre étoiles" gehen sie nicht.
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4.0 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare



