Quale Amore (2006)
Quale Amore (2006)
Oder: Drum prüfe, wer sich ewig bindet.
Vor einem Interkontinentalflug erzählt der Investmentbanker Andrea (Giorgio Passotti) einem mitreisenden Senioren (Arnoldo Foà) davon, wie er seine Frau umgebracht hat und nun seine Kinder nach drei Jahren Haft zum ersten Mal wieder in Amerika besuchen darf.
Als Spross des Luganeser Geldadels war Andrea wohlbehütet aufgewachsen, bis er sich unsterblich in die wunderschöne Konzertpianistin Antonia (Vanessa Incontrada) verliebte und wegen der in den Augen seiner Mutter (Magda Mercatali) überstürzten Hochzeit mit seiner Familie brach. Die Ehe war kinderreich und blieb so lange glücklich, bis sich Antonia nach ihrem früheren Artistenleben auf den Konzertbühnen dieser Welt zu sehnen begann. Ein attraktiver Geiger brachte sie mit seinem virtuosen Spiel wieder auf den Geschmack und Andrea auf die Palme vor Eifersucht...
Kinofilm-Rating
Nach einer Woche Filmfestival in Locarno mit vielen überambitionierten Kunstfilmen im internationalen Wettbewerb vergisst man leicht einmal, dass es noch andere Arten von schlechtem Kino gibt: Trashfilme mit unterirdischen Schauspielern, einer Story aus dem Fundus der ewig-menschlichen Themen der Weltliteratur und ständigen Grossaufnahmen, wie man sie für TV-Filme brauchen könnte. Quale Amore von Maurizio Sciarra ist so einer. Der schlechteste Film auf der Piazza 2006.
In einem voice-over-lastigen Eifersuchtsdrama, basierend auf Tolstoys "Die Kreutzersonate", versuchen sich ein Sportlehrer und ein Model im Schauspielfach. Passotti und Inostrada haben den immergleichen Gesichtsausdruck, ob sie sich nun zwölf Stunden nach dem ersten Aufeinandertreffen beim Heiratsantrag verliebt in die Augen gucken, oder gerade aufs heftigste gestritten haben. Da wirkt vieles ungewollt komisch. Dass es dieser Film nach Locarno geschafft hat liegt wohl weniger am goldenen Leoparden, den der Regisseur 2001 an Ort und Stelle bekam, sondern daran, dass der Film mit dem Gastauftritt vom Festival-Präsident Marco Solari aufwarten kann. Dass der Film teilweise in Lugano spielt, finden die Locarnesi dann wohl schon wieder weniger toll.
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1.5 Sterne (3 Bewertungen) | 2 Kommentare


