The Pursuit of Happyness (2006)
Das Streben nach Glück
The Pursuit of Happyness (2006) Das Streben nach Glück
Oder: This is me telling you about the movie
Willkommen in den 80er Jahren. In den Fingern der Bevölkerung dreht sich der Rubik-Würfel und im Weissen Haus sitzt Ronald Reagan. Wirtschaftlich geht's den USA so lala. Auch Chris Gardner (Will Smith) bekommt in San Francisco die Rezession zu spüren. Der Familienvater verkauft medizinische Scanner, "die nur leicht bessere Resultate als die herkömmlichen Röntgenbilder liefern, aber um einiges teurer sind", wie er selber sagt. Er verkauft deshalb immer weniger davon, und das Geld reicht nirgends hin. Seine Frau (Thandie Newton) läuft auch schon ziemlich auf den Felgen und zieht Leine, als sie in der Beiz der Schwester an der Ostküste einen Job bekommt.
Chris Gardner bleibt als allein erziehender Vater zurück und schwört, seinen Sohn auch unter den widrigsten Umständen nie alleine zu lassen. Doch die bewahrheiten sich leider schon bald. Im Kinderhort muss der Fünfjährige Love Boat und Bonanza gucken. Und weil es für die Miete nicht reicht, werden Papa und Sohnemann auf die Strasse geschmissen. Den einzigen Strohhalm, nach dem sich Garner jetzt noch reckt, ist ein unbezahltes Praktikum in der Finanzbranche. Unter mehr als dreissig Bewerbern wird genau eine blendend bezahlte Festanstellung ausgekäst. Garner gibt alles, und mit ein wenig Glück verkauft er zwischendurch auch noch einen seiner Scanner, damit es für einen Teller Suppe reicht.
Kinofilm-Rating
Der italienische Regisseur Gabriele Muccino (in seiner Heimat hochgelobt für L'ultimo Bacio) begibt sich auf die Spuren des Klassikers seines Landsmanns Frank Capra: It's a wonderful life. Basierend auf der wahren Geschichte von Chris Garner, der nach einem Ausflug in die Gosse heute für seine Holding Büros in New York, Chicago und San Francisco führt, lässt er Will Smith und seinen Sohn Jaden Christopher Syre Smith in die Scheisse schlittern, ohne dass sie jemals die Hoffnung verlieren.
In The Pursuit of Happyness (Der Schreibfehler ist gewollt, und wird während der Handlung erklärt) stellen sich Smith dabei in einem auf Dauer leicht ermüdend werdenden Schema immer weitere Probleme, nach deren vermeintlicher Lösung er immer noch ein bisschen tiefer im Schlamassel steckt. Die medizinischen Scanner, unhandliche Boxen, die aussehen, als könnte man darin sein Büsi zum Tierarzt bringen, bekommen dabei praktisch eine Nebenrolle im Film. Beim unvermeidlichen Happy-End ist man dann wieder so gerührt, dass man kleine dramaturgisch-kommerzielle Schluckaufs auf dem Weg dorthin, gerne übersieht. Smith ist zum Beispiel nie ein richtiger Penner und immer der Einzige in Anzug und Krawatte und ohne Bart in der langen Schlange vor der Gassenküche. Und die göttlich spirituellen Vorkommnisse auf dem Weg zur Besserung sind gerade so dezent, dass sie das atheistische Publikum nicht vergraulen, aber den gottesfürchtigen trotzdem den Glauben nicht klauen.
So wird der Film zu Star-Vehikel mit erhebender Message, ohne das Will Smith ins Blödeln kommen muss. Dafür darf er dann von reifer Leistung sprechen. Und auf seinen Sohnemann kann er auch stolz sein.
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4.3 Sterne (85 Bewertungen) | 11 Kommentare



