The Prestige (2006)
Prestige - Die Meister der Magie
The Prestige (2006) Prestige - Die Meister der Magie
Ein neues Genre scheint die Leinwand zu erobern: Magie. Zuerst kam The Illusionist und jetzt folgt vom Batman Begins-Regisseur, Christopher Nolan, The Prestige. An den Film wurden relativ hohe Erwartungen gestellt, besonders nach Nolans letztjährigem Batman-Erfolg, und zu Beginn sah es auch ganz danach aus, als könnten diese erfüllt werden: Ein eindrücklicher Cast, eine tolle Cinematographie und auch die Wahl des Komponisten liess Fangemeinschaften Gutes hoffen. David Julyan ist ein eher unbekannter Komponist. Mit seinen Werken zu Filmen wie Memento, Insomnia und The Descent hat er bisher nicht wirklich gross für Aufregung gesorgt, ganz zum Verdruss seiner Fans. Mit The Prestige konnte er sich ein interessantes und sehr vielversprechendes Filmprojekt angeln. Das Resultat jedoch beinhaltet null Magie und ist äusserst enttäuschend!
Hält man die CD in der Hand, so sieht eigentlich alles recht schön aus: eine interessante Unterteilung in drei Parts, Hans Zimmer als Produzent und vor allem die schön aufgeführten, zahlreichen Orchestermitglieder, welche den Score von Julyan einspielten. Doch was einem erwartet, ist Langeweile: Der Score wird dominiert von Synth-Gedröhne im tiefen Bass, welches immer mal wieder von leichtem Klaviergeplänkel, einzelnen Streichern und leicht bedrohlichen Bläsern begleitet wird. Ein Leitthema sucht man vergeblich. Der Score ist Atmosphäre pur und vermag abseits der Bilder nicht im geringsten zu fesseln oder zu unterhalten.
Wenn dann die Musik in den Stücken "Adagio For Julia" (was recht vielversprechend klingt) und "A New Trick" etwas in Bewegung kommt, wird man schnell hellhörig, muss jedoch genau so schnell wieder feststellen, dass dies wohl dann das höchste der Gefühle war. Es stellt sich fast schon die Frage, wie Julyan die Orchesterspieler bei Laune gehalten haben mag - dazu muss ein atemberaubender Trick notwendig gewesen sein (oder Kaffee intravenös)...
Fazit: David Julyans Musik zu The Prestige ist eine rein atmosphärische Komposition, welche, so muss man zumindest davon ausgehen, ausschliesslich für den Film und die Bilder komponiert wurde (damit erfüllt sie auch die Hauptaufgabe der Filmmusik). Weshalb diese zähflüssige, dunkle, von Minimalismus geprägte Melange jedoch auf CD veröffentlicht wurde, ist schwer nachvollziehbar. Man kann nur hoffen, dass Nolan seinen Musikgeschmack für seinen nächsten Film wieder ändert, und dass Julyan zukünftig eine etwas interessantere Darbietung bringen kann. Sehr enttäuschend!
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