Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest (2006)
Fluch der Karibik 2 - Die Truhe des Todes
Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest (2006) Fluch der Karibik 2 - Die Truhe des Todes
Oder: Never trust a Pirate
Was wollen Piraten am meisten, neben Rum, Frauen und Abenteuern? Genau, Schätze. Nach dem Reinfall mit Kapitän Barbosas Goldschatz hat Jack Sparrow (Johnny Depp) - sorry, Kapitän Jack Sparrow - neue Pläne. Sein Kompass soll ihm zur "Dead Man's Chest" führen. In ihr soll sich das Herz von Davy Jones (Bill Nighy) befinden. Dieser treibt als (herzloser) Pirat mit seiner verdammten Crew und dem Schiff "The Flying Dutchman" auf und unter dem Meer, immer auf der Suche nach neuen Seelen.
Wer über das Herz verfügt, verfügt über Davy Jones und seine Kreaturen, und damit über die Seeherrschaft. Und genau dies will auch Piratenjäger Lord Cutler Beckett (Tom Hollander) für seine Handelsfirma East India Trading Company. Er lässt darum Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightely) kurz vor ihrer Hochzeit wegen Beihilfe zur Piraterie verhaften. Bringt Will ihm Sparrows Kompass, so wolle er Gnade walten lassen...
Doch Jack Sparrow braucht den Kompass dringender, als er zugibt - um sein Schiff, die "Black Pearl", wieder zu bekommen, ist er mit Davy Jones vor 13 Jahren eine Blutschuld eingegangen... Davy Jones will wie versprochen dafür nun - "oh buggers!" - seine Seele!
Auf der Suche nach der Truhe und ihrem Schlüssel sind die katastrophalen hygienischen Zustände das kleinste Übel: Kannibalen, riesige Kraken, schmierige fischähnliche Piraten, unzählige halsbrecherische Aktionen und ein untotes Äffchen machen Jack, Will und Elizabeth das Piratenleben schwer... Arrrrr!
DVD-Rating
Angefangen mit einer Idee, aus einer Attraktion aus Disneyland einen Film zu machen, entpuppte sich Pirates of the Caribbean zum weltweiten Hit an den Kinokassen. Das Genre des Piratenfilms kehrte glorreich zurück und für Johnny Depp schaute sogar eine Oscar-Nomination heraus. Eine Fortsetzung war also nur eine Frage der Zeit. Und um Zeit und Geld zu sparen, wurde Dead Mans Chest grad zusammen mit dem dritten Teil At Worlds End gedreht, der nächstes Jahr in unsere Kinos kommen soll.
Die von den Fans abgöttisch geliebten Figuren des Jack Sparrow, William Turner und Elizabeth Swann machen allesamt einen schönen Charaktersprung und können auch in der Fortsetzung mit Tiefe und Persönlichkeit auffahren. Und wenn dann nach etwa 60 Minuten fast durchgängiger Komödie der Film an Spannung gewinnt, bringt man den Blick fast nicht mehr vom Bildschirm. Denn dann knallts, säbelts und *arrrrgh* seeräuberts im Grossformat. Zu lachen gibts jede Menge, zu staunen ebenfalls. Die Action darf natürlich nicht fehlen und für die Prise Magie sorgt die sehr gut in Szene gesetzte Geschichte der Schatztruhe mit dem pochenden Herzen.
Natürlich denkt man bei diesen Filme erstmal an Johnny Depp, dessen Verkörperung des angeschwuchtelten Piratenkapitäns unwiderruflich mit dieser Filmreihe verbunden ist. Glücklicherweise versuchten die Macher nicht, eine One-Man-Show auf die Beine zu stellen und eine Überdosis Sparrow zu liefern. Der Charakter ist zwar das Highlight des Films, teilt sich aber den Screen mit den anderen Figuren und trägt somit viel bei, dass aus Dead Mans Chest nicht nur ein Aufguss des ersten Teils wird, sondern eine hervorragende Geschichte und ein Heidenspass.
Während Keira Knightley dieses Mal ein bisschen besser zur Geltung kommt und ihre "toughe" Seite zum Vorschein bringt, bleibt Orlando Bloom eher ein bisschen im Hintergrund. Sein grosser Auftritt wird dann wohl im dritten Teil kommen. Absolut genial dafür Bill Nighy als verfluchter Davy Jones, der unter der Tintenfischmaske zwar nicht zu erkennen ist, jedoch mit seiner markanten Stimme in Erinnerung bleibt.
Wie man es aus den Filmen kennt, die von Jerry Bruckheimer produziert werden, ist der Sound wiederholt bombastisch und macht aus der kleinsten Szenen ein Erlebnis für die Ohren. Wer Filme wie Con Air oder The Rock wegen ihres Soundes mag, der wird hier ebenfalls auf seine Kosten kommen. Dazu werden herrliche Spezial-Effekte präsentiert, die Meer-Piraten sind anfänglich zwar gewöhnungsbedürftig, kommen dann aber gut rüber. Und wenn der Kraken Gas gibt, dann hüpft das SFX-Herz.
Fazit: Pirates of the Caribbean: Dead Mans Chest ist die erhoffte Fortsetzung geworden und glücklicherweise kein Schnellschuss. An den Kinokassen enorm erfolgreich und auf DVD bereits in den ersten Verkaufstagen ein riesiger Hit, kann die Geschichte praktisch durch alle Attribute überzeugen, die ein Seeräuber-Abenteuer braucht. Dazu ists saukomisch, wunderschön bebildert und hat ein Finish, dass die Spannung auf Teil 3 grandios offen lässt. Ach wär doch schon Mai 2007....
Die DVD bietet Extras in Hülle und Fülle. Da wird Jack Sparrow von Kopf bis Fuss auseinandergenommen und jede noch so kleine Einzelheit in einem kurzen Beitrag kommentiert. Das Augenbrauenzupfen, die Rastalocken, stinkende Socken und weiteres benötigen ausführliche Berichterstattung. Schöne Berichte über die Dreharbeiten in traumhafter Umgebung oder das Fechttraining sind sehr informativ und unterhaltend. Was die Herrschaften, trotz Filmdruck, immer wieder für Witze machen, ist unglaublich. Für die Freunde des gepflegten Spezial-Effektes gibts Berichte über den Kopf von Davy Jones (der vollständig computeranimiert war) und natürlich über das Seeungeheuer, das ebenfalls vom Prozessor stammt. Wir begleiten Johnny Depp auf einer Fahrt durch die Attraktion im Disneyland, wo seit Neuestem Captain Jack Sparrow omnipräsent ist und der Schauspieler verewigt wurde. Stolz wie Oskar steht Johnny Depp neben seiner animierten Filmfigur und spielt das ganze PR-Spiel mit. Dass Fans 13 Stunden im Disneyland stehen können, nur um dann kurz die Schauspieler auf dem roten Teppich zu sehen, beweist eine Reportage über die Weltpremiere von Dead Mans Chest, bei der es viele Gekreische gibt und die Menschen meist lächelnd vor der Kamera posieren. Ein Bericht über das Knochengefängnis und ein schöner Bildband von Jerry Bruckheimer schliessen das sehr gute, bunte und informative Bonusmaterial ab. Auf der ersten Disc findet sich, neben dem coolen Film, auch noch ein Audiokommentar der Autoren plus ein Gag-Reel, der aufzeigt, wie man auch in schönster Umgebung und unter immensem Zeitdruck Gelegenheiten findet, einfach mal so richtig Spass zu haben.
Ganz findige werden die beiden Easter-Eggs locker ausmachen, die sich auf den DVDs präsentieren. Dasjenige übers Catering ist lustiger....
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4.6 Sterne (316 Bewertungen) | 9 Kommentare
DVD-Infos
Special Edition, erschienen am 06.12.2006
- Bildformat: 1:2.35 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Deutsch (DTS 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Türkisch
- Extras: Audiokommentar, Bloopers, Making-Of, Der Drehplan, Captain Jack von Kopf bis Fuss, Beherrschung des Schwerts, Meet Davy Jones, Der Kraken, Die neue Attraktion im Disneyland, Der Knochenkäfig, Foto-Tagebuch, Die Premiere, Easter-Eggs




