Perfume: The Story of a Murderer (2006)
Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders
Perfume: The Story of a Murderer (2006) Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders

Tom Tykwer ist ein Tausendsassa, denn neben all der Mühe einen Film abzudrehen, will er auch bei der Filmmusik noch ein Wörtchen mitreden. Ihm zur Seite stehen Reinhold Heil und Johnny Klimek, die sich in den USA einen Namen als Vertreter der elektronisch-sphärischen (One Hour Photo) oder synthethisch-harten Filmmusik (Land of the Dead) gemacht haben.
Für Das Parfüm setzt das Trio auf eine Mischung aus klassichem Ambiente und elektronischen Beigaben. Sie vereinen dazu die Berliner Philharmoniker (unter niemand geringerem als Sir Simon Rattle) und den State Choir Latvia, der durch solistische Beigaben brillieren kann.
In lang aushaltenden, manchmal episch anmutenden Klängen vermitteln die Komponisten einen Sinn von Mystik, Zauber und Übernatürlichkeit, besonders der wortlose Chorgesang setzt einen dramatischen Punkt. Zu oft ist das Muster aber repetitiv und minimalistisch, als dass musikalisch genügend andersweitiges Interesse neben der schlichten Schönheit der Klänge entstehen könnte. Das ist das grosse Manko der mit fast 70minütigen auch etwas zu lang geratenen CD. Immer wenn sich die Musik zu Höhen aufzuschwingen scheint und ein furioso folgen müsste, bricht sie wieder in sich zusammen. Die wenigen actionbetonten Stücke sind dramaturgisch recht gut gemacht, aber leiden ebenfalls unter dem repetitiven Muster.
Die Filmmusik zu Das Parfüm ist für ein Deutsches Projekt sicherlich beachtlich und der Klangkörper der Berliner Philharmoniker ist wahrlich gut wiedergegeben. Hie und da hätte mehr Abwechslung vom fast dauernd gleichen Klangvolumen gut getan. Als Erinnerung zum Film ist die CD sicher von grösserem Wert denn als reines Musikalbum.
Noch mehr Musik kann man übrigens mittels CD-ROM Teil aus dem Netz herunterladen - legal versteht sich.
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