Paris, je t'aime (2006)
Paris, je t'aime (2006)
Oder: Seine oder nicht Seine
Paris. Stadt der Liebe. Aber auch der Dramatik, der Komplikationen und vor allem des Herzens. 21 Regisseure haben sich bereit erklärt, Kurzfilme über die Leute dieser Stadt, Touristen, Fremde, Liebende und Leidende zu realisieren.
Da flirtet ein Tourist (Steve Buscemi) nichts ahnend mit einer Pariserin und bekommt die Rache deren Geliebten zu spüren. Ein älteres Ehepaar (Bob Hoskins, Fanny Ardant) versucht durch Rollenspiele etwas Pep in die Beziehung zu bringen.
Auf dem Friedhof erwacht Oscar Wilde zum Leben und überzeugt einen Engländer (Rufus Sewell) davon, seiner Liebe hinter her zu rennen. Ein anderer Tourist (Elijah Wood) trifft auf Vampire, während ein Pantomime mit sich und einer Familie hadert. Dazu verliebt sich ein Blinder in eine Schauspielerin (Nathalie Portman).
Das alles und noch viel mehr spielt sich ab in Paris. Der Stadt, in der täglich so wunderbare Geschichte passieren, die liebevoll, romantisch, dramatisch und manchmal auch traurig sind.
Kinofilm-Rating
Es sagt sich so leicht: Ist bei einer Kurzfilmsammlung mal ein Hänger drin, kommt bald der nächste, und alles ist wieder in Butter. Wenn einem nun aber Jim Jarmusch überhaupt nicht zusagte, half die Devise "Hoffnung auf besseres" wenig bei Coffee and Cigarettes, dem letzten Episondenfilm in den Schweizer Kinos.
Bei Paris, je t'aime steigen die Chancen auf Abwechslung. Gleich zwanzig Regisseure heuerten an, um Liebeserklärungen an die Quartiere der französischen Hauptstadt und deren Bewohner auf Zelluloid zu bannen. In alphabetischer Reihenfolge, aus Platzgründen nur mit Nachnamen erwähnt waren dies: Assayas, Chadha, Chomet, Coen, Coen, Coixet, Craven, Cuarón, Depardieu, Doyle, La Gravenese, Natali, Payne, Podalydès, Salles, Schmitz, Suwa, Thomas, Tykwer, Van Sant.
Manche davon lassen ihre Handschrift erkennen. Bei Suma (Geschwurbel), Chadha (Multikulti-Girlie), Doyle (Asiaten) und Van Sant (Schwule) könnte man auch von der immergleichen Masche reden. Es gibt aber auch die Ausnahmen von der Regel. So ist der Vampirbeitrag nicht von Wes Craven, der sich lieber mit Oscar Wilde beschäftigte. Solche Twists, die mit den Erwartungen spielen, sind auch in vielen der achtzehn Stories präsent. Oft ist am Ende vieles anders, als es zu Beginn scheint. Gefühlsmässig werden sowieso alle Register gezogen. Ein rundum zufrieden stellender Trip, der Pariskennern, welche Strasseneckenraten spielen können, und Parishassern genauso gefallen wird. Denn nicht alle Regisseure sind Franzosen und die amerikanischen Beiträge der Coens und von Alexander Payne gehören zu den Witzigsten. Der Song zum Abspann heisst übrigens "La Même Histoire" und ist von Leslie Feist. Eine Nordamerikanerin in Paris auch sie.
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4.5 Sterne (62 Bewertungen) | 5 Kommentare



