Over the Hedge (2006)

Ab durch die Hecke

Over the Hedge (2006) Ab durch die Hecke

Oder: Gebalte Ladung witzig-schlauer Wildtier-Power

Over the Hedge

Gilette - für das Beste im Tier

Waschbär RJ (Stimme von Bruce Willis) hat ein Problem: Bei der Futtersuche mal wieder allzu gierig, wurde er vom mächtig grossen, mächtig unausgeschlafenen und nun auch mächtig wütenden Braunbären Vincent (Stimme von Nick Nolte) beim dreisten Futterklau ertappt. Nun hat RJ ein Ultimatum als Hals: Entweder besorgt er innert einer Woche sämtliche beim Klau zerstörten Nahrungsmittel wieder - oder er wird selber zum Futter des Bären.

Over the Hedge

Oooh...!

Pobleme haben auch die Schildkröte Verne (Stimme von Garry Shandling) und seine Freunde. Die bunt zusammengewürfelte Truppe (Eichhörnchen, Stinktier, Oppossum und Stachelschwein) ist aus dem Winterschlaf erwacht und muss nun feststellen, dass ihr bewaldetes, einstiges Zuhause einer Siedlung weichen musste. Nur ein kleines Stück Park ist den Tieren geblieben - Futterquellen für den Wintervorrat ade.

Over the Hedge

Ménage à trois

Als der gewitzte RJ auf die ratlosen Winterschläfer trifft, überredet er sie - das Bären-Problem gefliessentlich verschweigend -, sich gemeinsam mit ihm ihr Futter in der Siedlung zu beschaffen. Angesichts der wildtierphobischen Bevölkerung, ihrer leicht degenerierten Haustiere, sonstigen Zivilisationsgefahren sowie dem mordlüsternen Tiervernichter "The Verminator" (Stimme von Thomas Haden Church) kein ganz ungefährliches Unterfangen...


Kinofilm-Rating

Man soll sich vom knuddeligen Aussehen der niedlichen Tiere nicht täuschen lassen: Wenn sich RJ, Verne, Hammy & Co. in Suburbia auf Futtersuche begeben, geht die Post ab! Da wird geblufft, geschwindelt und gebeichtet, gestritten und geflirtet, gejagt und geflohen - und seitens des Publikums viel gelacht. Langweilig wird es in den knapp eineinhalb Filmstunden nie.

Over the Hedge basiert lose auf der gleichnamigen Comic-Serie von Michael Fry und T. Lewis, hat aber eine eigene Geschichte sowie zahlreiche zusätzliche Figuren erhalten. Die Filmmachertruppe unter der Leitung des Regie-Duos Tim Johnson (Antz) und Karey Krikpatrick (Screenplay für Chicken Run) hat sich dabei einiges einfallen lassen - optisch wie inhaltlich.

Visuell beeindruckt der Film mit knuddelig-süssen Tieren (was speziell die Jüngsten im Publikum ansprechen dürfte), perfekten Animationen und originellen Ideen. Auffallend ist dabei, wie sorgfältig manche Aspekte beobachtet und bildlich umgesetzt wurden. Der Verminator beispielsweise, der sein spärliches Haar kaschierend über die Glatze kämmt und dessen Dickbauch die Hosen trotz Gürtel davon rutschen lässt, bringt den Typus des etwas grüseligen, nicht allzu nachdenklichen dafür reichlich selbstzufriedenen "Hoppla-hier-komme-ich"-Polterers auf den Punkt; seine Bewegungen, seine Sprechweise, sein Handeln - alles passt perfekt.

Inhaltlich offeriert die Produktion aus dem Hause DreamWorks gleich auf mehreren Ebenen Unterhaltung. Da ist zum einen die Geschichte der Wildtiere, die durch die Menschen den Grossteil ihres Lebensraums verlieren und sich auf ihre seltsamen neuen Nachbarn, deren noch seltsamere Lebensweise und ihre wildtierfeindliche Haltung einstellen müssen. Dem Publikum wird ein Blick durch die Brille der (zumindest in Bezug auf die Zivilisation) "unverdorbenen" Wildtiere auf den Menschen geboten (was auch die Kernthematik der Comics ist), woraus herrliche Szenen entstehen - die Absurdität menschlicher Verhaltensweisen kennt scheinbar keine Grenzen. Man hätte in diesem Punkt durchaus sogar noch etwas bissiger sein dürfen.

Zum anderen sind es aber auch zahlreiche Details wie Wortspiele und Verweise auf andere Filme, die für Abwechslung und Unterhaltung sorgen. Und natürlich situationskomische Momente und die witzigen, in manchen ihrer Werte dann doch wieder ziemlich menschlichen Tierfiguren. Insbesondere das hyperaktive Eichhörnchen Hammy - als Menschenkind wäre es vermutlich der Alptraum jeder Lehrperson - hat gute Aussichten, zum Publikumsliebling des Sommers zu avancieren.

So ist Over the Hedge ausgezeichnetes Feel-Good- und Lach-Kino. Liebevoll gestaltete und in Szene gesetzte Figuren, peppige Sprüche sowie zahlreiche herrlich lustige Einfälle, Gags und Details machen das Animationsabenteuer zu einem vergnüglich kurzweiligen Kinoerlebnis für Gross und Klein. Um es mit den Worten des vornehmen Hauskaters Tiger (Stimme von Omid Djalili) zusammenzufassen: "I like it!" - very much!

4.5 Sterne
4.5 Sterne (150 Bewertungen) | 68 Kommentare

5.55.5
12.06.2006 / rs