Open Season (2006)

Jagdfieber

Open Season (2006) Jagdfieber

Oder: The Bear's corrupted by Buck!

Open Season

Die letzte Sonnenfinsternis

Im kleinen Örtchen Timberline ist er die grosse Attraktion: Boog (Stimme von Martin Lawrence), der schwere und gefährlich aussehende Grizzlybär. Er ist der Star einer Tiershow und lebt bei seinem Frauchen Beth (Stimme von Debra Messing) in der Garage. So mit Fernseher, regelmässigem Fressi und Kuschelbär. Das Leben könnte nicht schöner sein. Oder?

Als Boog eines Tages auf der Ladefläche "seines" Autos sitzt, karrt der brutale Jäger Shaw (Stimme von Gary Sinise) ran und der Bär entdeckt auf dessen Motorhaube einen gefesselten Hirsch. Als der Jäger im Laden verschwindet, meldet sich der Gefangene und bittet Boog, die Fesseln zu lösen. Gesagt, getan und schon hat Boog nicht nur einen neuen besten Freund fürs Leben, namens Elliot (Stimme von Ashton Kutcher), gefunden, sondern auch die ungezähmte Wut des Jägers Shaw auf sich gerichtet.

Open Season

Heeeere's Elliot!

Als sich Boog und Elliot eines Nachts über einen Lebensmittelladen hermachen und diesen mittels Fressorgie verwüsten, wird Beth ans Herz gelegt, den Grizzly doch endlich auszuwildern. Hoch oben im Gebirge, dort wo die Jäger nicht hinkommen, findet diese dann auch statt und natürlich ist neben dem Bären auch der Hirsch ausgewildert worden. Zusammen versuchen die beiden nun, den Weg zurück ins kuschelige Heim zu finden, wobei vor allem für Boog diese sogenannte Wildnis ein einziger Horror ist.

Nach einigen (mehrheitlich unerfreulichen) Begegnungen mit Stinktieren, Eichhörnchen mit Braveheart-Attitude ("OI!") und zweckentfremdeten Häschen, scheint unser ungleiches Duo kurz vor seinem Ziel zu sein. Dummerweise hat inzwischen die Jagdsaison begonnen und die Menschen stürmen den Wald. Da gibt es nur noch eine Lösung: Die Tiere müssen sich zusammentun, die Zwistigkeiten vergessen und dem Menschen Paroli bieten. Und das versuchen sie auf ganz spezielle Weise.


Kinofilm-Rating

Die Animationsfilmwelle schwappt weiter. Die Nächsten, die ein Stück von diesem profitablen Kuchen abhaben wollen, sind die Herrschaften von Sony. Und wie wenn man es nicht schon genug gesehen hätte (Over the Hedge, The Wild oder das letztjährige Madagascar), werden auch in Open Season Tiere in die Wildnis geschickt, wo sie sich mit dem neuen Umfeld anfreunden müssen und sich dann der (menschlichen) Bedrohung stellen. Es scheint, als würde den Filmemachern nichts anderes mehr in den Sinn kommen.

Open Season ist ein Buddy-Movie, wie wir es aus so vielen Filmen her kennen. Zwei grundsätzlich unterschiedliche Charaktere finden zusammen, streiten sich, raufen sich und mögen sich innerlich doch schon vom ersten Augenblick an. Nur zusammen sind sie stark, doch bis sie das herausgefunden haben, vergeht eine grosse Zeitspanne des Films. Die Figuren sind recht roh gezeichnet und verhalten sich, der Unterhaltung zuliebe, recht cartoonish. Das tut dem Film gut und rettet die Action nach den lahmeren und ruhigen Szenen immer wieder aus der Sackgasse.

Für die stimmliche Unterstützung wurde wieder tief in die Castingbox gegriffen. Martin Lawrence (einer der Bad Boys und als dicke Frau in Big Mommas House unterwegs) kasperlt für einmal nicht so wild durch die Gegend, obwohl er es hier hätte tun dürfen. Sein Partner, Ashton Kutcher, hingegen ist zum ersten Mal so richtig glatt und erinnert natürlich an die "nervigen" Quasselstrippen aus Konkurrenzfilmen wie Ice Age oder Shrek. Genau deshalb ist seine Figur definitiv die Unterhaltsamere der beiden Hauptviecher.

Ebenfalls witzig sind die Sidekicks. Hier stechen zwei Arten hervor. Die schottischen Eichhörnchen (leider nur mit wenigen Auftritten) und die niedlichen Häschen, die für so ziemlich jede Handlung zweckentfremdet werden. Sie erinnern an die grünen Männchen aus Toy Story und bergen die Gefahr, dass man jetzt den eigenen Rammler auch mal ans Fenster knallt oder sich das Gesicht damit abwischt.

Fazit: Open Season ist ein lustiger Film, der eine allzubekannte Geschichte erzählt und ein bisschen Zeit braucht, um so richtig in Schwung zu kommen. Die finale Action zwischen Mensch und Tier ist jedoch klasse und unterhält prächtig. Die ruhigeren Szenen treten leider zuviel auf die Bremse, von dem sich der Film fast nicht erholen kann. Für Unterhaltung ist aber gesorgt und ein zweiter Teil wird wohl kaum lange auf sich warten lassen.

3.5 Sterne
3.5 Sterne (41 Bewertungen) | 5 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
31.10.2006 / muri