The Omen (2006)
Das Omen
The Omen (2006) Das Omen
In die Fussstapfen eines Meisters zu treten ist hartes Brot. Wir wissen wie es mit Vergleichen so ist, der Nachfolger hat meistens lange daran zu kauen. Marco Beltrami übernahm die schwierige Aufgabe bei der Neuverfilmung des Horrorklassikers (jetzt fühle ich mich wirklich alt) The Omen und stellt sich einem der ganz grossen Scores des Genres, jenem von Jerry Goldsmith!
Referenz erweist er dem grossen Komponisten denn auch im Schlusstitel ("Omen 76/06"), wo er Teile der Originalmusik einarbeitet. Es ist sicher nicht korrekt zu behaupten, dass das dann auch das beste an Beltramis Musik sei. Aber es ist schon so, wenn diese Klänge zum Schluss zu hören sind, stellen sich verwöhnte Filmmusikohren eben etwas schärfer ein.
Beltramis eigene Musik aber kann sich ebenfalls hören lassen. Er entgeht auch der Versuchung in der willkommenen Vorlage von Goldsmith zu verweilen und setzt weit weniger auf diabolisch anmutenden Chorgesang. Also konzentriert er sich zumeist auf sein Orchester und das setzt er in manchmal brachialer Weise ein. Da es sich um eine Wiederauflage des Filmes handelt, ist es nicht verwunderlich, dass auch Beltrami ein schönes, dem Filmverlauf völlig gegensätzlich entgegen gestelltes Familienthema einarbeitet. Der Gegensatz gelingt. Doch immer dann, wenn die tiefen Register des Orchesters mit voller Inbrunst ertönen, dann hat The Omen seine stärksten Momente. Davon, und nicht von den merkwürdig elektronisch verfremdeten Effekten (die zum Glück selten sind), hätte ich gerne noch mehr gehört.
Das Fazit sieht so aus: Eine Filmmusik, die besser ist als man erwarten durfte und sich von ihrem vielgescholtenen Bildträger abhebt. Beltrami bleibt im Gruselbereich einer der Besten.
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