Yacoubian Building - Omaret yakobean (2006)

Yacoubian Building - Omaret yakobean (2006)

Oder: Geschichten aus einem geschichtsträchtigen Haus

Das yakubinische Haus steht schon lange in Kairo und hat alle Arten von Bewohnern beherbergt. Heute bietet es einen guten Querschnitt durch die ägyptische Gesellschaft: Vom reichen Lebemann bis zu den ganz Armen auf dem Dach.

Die Zierde des Hauses

Die Zierde des Hauses

Zaki Pasha (Adel Imam) lädt gerne Frauen in sein Büro für ein Schäferstündchen. Als ihn eines Tages eine seiner Gespielinnen ausraubt, hat Pashas Schwester die Faxen dicke und startet einen Rechtsstreit, nachdem sie ihn aus der gemeinsamen Wohnung geworfen hat. Auch der Politiker Haij Azzam (Nour El-Sherif) ist triebgesteuert. Weil seine Träume ein bisschen zu oft feucht sind, lässt er sich mit dem Segen eines Geistlichen auf die Zweitehe mit einer jüngeren Frau ein. Der Journalist Hatem Rasheed (Khaled El Sawy) ist hingegen schwul und sucht sich seine Bettgefährten, in dem er arme Armeeangehörige aus Oberägpypten mit seinem Reichtum bezirzt und deren Frau und Kind gleich auch noch durchfüttert. Arm dran sind auch die Leute auf dem Dach. Die Schöne Bosnaina (Hend Sabri) möchte einfach einen Job, bei dem sie nicht sexuell belästigt wird und ihr Jugendfreund Taha (Mohamed Imam) wird beim Militär abgelehnt, weil sein Vater nur Abwart ist, und ist so empfänglich für radikal-islamische Ideen.


Film-Rating

Keine Ahnung, wie lange ägyptische Filme normalerweise dauern, aber dieser hier - notabene der erfolgreichste des Landes - dauert fast drei Stunden. Doch nicht nur die Laufdauer erinnert an Bollywoodblockbuster, auch die Schönheitsideale sind in Ägypten anders gewichtet. Was im Westen nur noch in einer Freakshow Arbeit finden würde, hat hier als Frauenheld die Hauptrolle. Und die Frauen hätten allesamt Mühe in Zürcher Boutiquen etwas schickes in ihrer Grösse zu finden. Ausserdem sind sie von Schminke so bedeckt, dass der Spachtel wohl zur Badezimmergrundausstattung gehört.

Anders als bei den indischen Musicals gibt es aber keine Songs zur Auflockerung. Deshalb werden es ein paar viele Handlungsstränge, die nur am Rande etwas miteinander zu tun haben. Sie alle stammen aus dem Roman von Alaa Al Aswani, der in der arabischen Welt für Aufsehen und gefüllte Kassen gesorgt hat. Trotz der arabischen Sprache, kann man der Handlung aber gut folgen. Um die Tabubrüche, die bei diesem Film immer wieder hervorgehoben werden, müsste man aber selber Ägypter sein, um diese wirklich skandalös zu finden.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.53.5

 

08.10.2006 / rm

Community:

Bewertung: 3.3 (2 Bewertungen)

 

 

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