Notes on a Scandal (2006)

Tagebuch eines Skandals

Notes on a Scandal (2006) Tagebuch eines Skandals

Oder: Es munkelt wieder

Notes on a Scandal

Willst du ein Stofftier? Im Auto habe ich noch viel mehr....

Alles beginnt mit einem neuen Schuljahr und mit einer neuen Lehrerin namens Sheba (Cate Blanchett), die frischen Wind in die eher vertrocknete Lehrerschaft bringt. Sofort tänzeln die Lehrer um "die Frische" herum und buhlen um ihre Freundschaft. Einzig Barbara (Judi Dench), das zynische Fossil der Schule, beobachtet die zarte, feenhafte Lehrerin aus Distanz und will zuerst wenig mit ihr zu tun haben. Dennoch hat Sheba Barbaras Interesse geweckt, und als sie für Sheba auch noch einen Streit in ihrer Klasse schlichtet, scheint sich doch eine Freundschaft zwischen den Frauen anzubahnen.

Notes on a Scandal

hmm ich nehme den rechten....

Es dauert nicht lange, da wird Barbara auch schon von Sheba zum Essen eingeladen.Bei diesem Besuch wird zum ersten Mal deutlich, dass die beiden Frauen mehr verbindet, als sie zuerst angenommen hatten. Als Sheba ihr Herz ausschüttet wird klar, dass sich die beiden schon lange einsam inmitten vieler Menschen gefühlt haben. Doch bevor sich ihre Freundschaft festigen kann beobachtet Barbara etwas, das ihr Bild von Sheba erschüttert und ihr auch eine ganz neue Macht gibt: Die junge Lehrerin hat ein sexuelles Verhältnis mit einem ihrer Schüler und dies, wie es scheint, schon längere Zeit.

Barbara stellt Sheba zur Rede. Diese gibt auch reuig alles zu und verspricht, das Verhältnis zu beenden. Barbara hat jedoch Blut geleckt und sieht, dass sie alle ihre Ziele erreichen kann indem sie nichts unternimmt und Shebas Fehltritt auch nicht der Schulleitung meldet. Plötzlich hat Barbara eine ungeahnte Macht über die junge Lehrerin und benutzt diese, um Sheba immer mehr unter Druck zu setzen. Anfänglich geht auch alles gut. Doch dann findet Barbara heraus, dass Sheba das Verhältnis nicht beendet hat. Barbara lässt ihre neu gefundene Freundin wie eine heisse Kartoffel fallen...


DVD-Rating

Es gibt gewisse Filme, die hinterlassen einen Eindruck. Manche tun dies mit dokumentarisch, erschütternden Bildern (Blood Diamond), manche mit ungebändigter Brutalität (Saw 3). Andere wiederum tun dies simpel mit geballten, schauspielerischen Höchstleistungen. Schon die Namen Judi Dench und Cate Blanchet auf dem Cover weisen auf einen Grosskaliber-Film hin. Notes on a Scandal nutzt die schauspielerischen Fähigkeiten der beiden Filmdiven zu hundert Prozent aus und liefert einen intensiven und realistischen beinahe-Thriller ab, der von Anfang bis zum Schluss packt.

Der Film beginnt harmlos mit dem ersten Schultag eines neuen Schuljahres und einer neuen Lehrerin, Sheba (Cate Blanchet), die anfänglich von Barbara (Judi Dench) in ihrem Tagebuch als todgeweihte, feenhafte Lehrerin klassiert wird. Sheba entspricht den Erwartungen und versagt kläglich als Lehrerin. Über den Verlauf der Handlung nehmen die anfänglich sehr oberflächlichen Figuren mehr und mehr an Tiefe zu. Während Barbara, wie auch der Zuschauer die Figuren näher kennenlernt, wird die Handlung immer düsterer. Was zu Beginn nur böse Kommentare in einem Tagebuch sind, werden mehr und mehr bittere Realität. So entfaltet sich ein Portrait von zwei enorm einsamen Personen, von denen eine bisher keine Liebe gekannt hatte und jetzt alles versucht, um sich an das Leben der anderen zu ketten.

Regisseur Richard Eyre schafft es, den sehr undurchsichtigen und mit Cate Blanchet und Judi Dench perfekt besetzten Figuren mehr und mehr Tiefe zu geben. Während Sheba unschuldig über ihre Vergangenheit und ihr Familienleben erzählt, hat Barbara sie schon lange in ein Netz von Intrigen hineingezogen, aus dem sich die überforderte Lehrerin nicht mehr befreien kann. Obwohl der dramatische Psychothriller ausbleibt und doch recht wenig aus der Macht von Barbara gemacht wird, überzeugt das teuflische Spiel auf sehr subtile Weise. Negative Punkte sind unter anderem der doch recht einfach gelösten Schluss und das eigentliche Objekt der Begierde. Der 15-Jährige kann kaum überzeugen und wirkt in den wenigen Szenen eher peinlich als passend. Aber als Auslöser einer Kettenreaktion ist er gerade recht.

Fazit: Notes on a Scandal wird zwar nicht zum düsteren Psychothriller bei dem die ältere Dame die Junge bis aufs Blut terrorisiert, wie vielleicht der Trailer vermuten lässt, sondern bleibt auf subtilem Niveau und spielt die grossartigen Besetzungen sehr gekonnt gegeneinander aus. All denjenigen zu empfehlen, die Fans von eher ruhigen Filmen mit langsam steigenden Spannungsbögen, tiefgehenden Charakteren und Schauspielkunst sind.

Die DVD liefert den Film in einer recht tragischen Qualität ab und trübt das Filmvergnügen mit blassen Farben sowie eher dürftiger Schärfe. Der Ton bleibt platt, doch da es sich um einen ruhigen Film handelt, ist er sowieso nur atmosphärisch nötig. Trotzdem enttäuscht die Qualität in dieser Beziehung. Das Bonusmaterial gibt sich Mühe, das heisse Thema so gut wie möglich zu erklären und versucht dies über ein grosses Making-Of mit allen beteiligten Personen und einigen Kurzbeiträgen, die im Web veröffentlicht wurden. Während jedoch das Making-Of sehr umfassend ist, sind die Webisoden sehr abgehackt und kratzen nur an der Oberfläche. Über alles gesehen ist das Bonusmaterial sicher informativ. Jedoch kam es mir eher wie ein Zusammenschnitt von PR-Material vor, als wirklich spezifisch für Behind the Scenes produziertes Material. Schade, denn mit etwas mehr Mühe hätte man dieses viel interessanter gestalten können.

4.6 Sterne 4.0 Sterne
4.6 Sterne (66 Bewertungen) | 1 Kommentar

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24.09.2007 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 12.07.2007

  • Bildformat: Widescreen 1.85:1 Anamorph
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
  • Extras: Audiokommentar von Richard Eyre, Featurette: Die Geschichte zweier Obsessionen, Hinter den Kulissen, Featurette: Cate Blanchett über ihre Rolle, Webisode