The Night Listener (2006)
The Night Listener (2006)
Oder: a long Time ago in a Galaxy far far away...
Der Radiogeschichtenerzähler Gabriel Noone (Robin Williams) ist in einer Krise. Obwohl seine Geschichten Millionen Nachtschwärmer und einsame Seelen berühren, fallen ihm keine neuen mehr ein. Allgemein ist er mit seiner Arbeit nicht zufrieden. Um die Sache noch schlimmer zu machen, zieht Gabriels Lover, Jess (Bobby Cannavale), aus und lässt ihn mit seinem Hund alleine. In diesem orientierungslosen Zustand erhält Gabriel die Rohfassung eines sehr bewegenden Buchmanuskripts von einem 14-jährigen Jungen mit dem Namen Pete, der als Kind brutal misshandelt wurde und jetzt im Sterben liegt.
Fasziniert liest sich Gabriel durch Petes Geschichte. Als dieser dann noch bei ihm anruft, ist Gabriel sofort von dem Jungen fasziniert. Die Telefonate häufen sich, und Gabriel erfährt immer mehr über Pete, dessen Vergangenheit und über Donna (Toni Collette), die Sozialbetreuerin, welche Pete adoptiert hat. Vorläufig bleibt es jedoch nur bei Anrufen. Doch als Jess - als er einmal zu Besuch kommt - einen Anruf über den Lautsprecher mitverfolgt, wird dieser misstrauisch: Pete und Donna sind laut ihm ein und dieselbe Person, obwohl sich die Stimmlage verändert, bleibt der Takt immer derselbe.
Gabriel lässt sich vorläufig nicht beirren, doch dann beginnt er Fragen zu stellen. Wer ist Pete? Gibt es ihn wirklich? Wo befindet er sich gerade? Er sucht verzweifelt nach Informationen, aber nirgendwo finden sich Hinweise auf den Jungen. Gabriel macht sich auf, Donna zu besuchen und gerät dabei mehr und mehr in den Sumpf einer tragischen Geschichte, aus der er kaum mehr herausfindet.
DVD-Rating
Mit Robin Williams haben sie den perfekten Schauspieler gefunden, um die Rolle des alternden Geschichtenerzählers zu übernehmen, der selber nicht mehr weiss, wohin ihn sein Leben trägt. Mit seiner üblich ruhigen Art spielt Williams den mitfühlenden Gabriel Noone absolut glaubhaft und zeigt gekonnt, wie vielschichtig der alternde Radiomoderator wirklich ist. Sein Gegenpart Donna kann ihm locker das Wasser reichen. Selbst der Zuschauer verfängt sich rasch in der Geschichte, welche die blinde Donna (Toni Collette) in ihrem eiskalt berechnenden, genial gespielten Wahnsinn zu erzählen hat. Das ist Schauspielkunst der höchsten Schule, die unter die Haut geht.
Die grosse Stärke von The Night Listener ist die sehr leise und subtil erzählte Geschichte des mysteriösen Pete. Über den Verlauf der Spielzeit wird langsam eine düstere Spannung aufgebaut. Vor allem wegen einigen recht unerwarteten Wendungen muss man mitdenken, um den Faden nicht zu verlieren. Das ist auch der Grund, warum man bei The Night Listener am Ball bleibt.
Im Verlauf des Filmes werden viele Fragen aufgeworfen, die leider nicht alle beantwortet werden. The Night Listener stolpert teilweise recht unbeholfen durch die Story, und Regisseur Patrick Stettner hat klar Mühe, eine wirklich kompakte Geschichte zu erzählen. Ähnlich wie bei The Sixth Sense von M. Night Shyamalan steigert sich zwar die Erwartung auf die Auflösung immer mehr, doch am Ende bleibt man etwas ratlos mit vielen Fragen zurück.
Fazit: The Night Listener ist ein sehr ruhiger Film der mit den beiden grossartigen Schauspielern Robin Williams und Toni Collette eine Geschichte zu erzählen weiss, welche nicht nur den Radiomoderator, sondern auch den Zuschauer mitreisst. Obwohl The Night Listener ein Film der leisen Töne ist, geht er unter die Haut und regt zum Mitdenken an. Er hätte durchaus kompakter erzählt und auch einige sozialkrittischere Themen mehr behandeln können, doch es bleibt ein postitiver Eindruck zurück. Wer sich gerne einen ruhigen Film ansieht, ist hier an der richtigen Stelle.
Die DVD ist leider recht dünn ausgestattet. Neben den üblichen Trailern gibt es ein Making Of. Dieses geht jedoch nur auf den Entstehungsprozess ein, und was sich der Autor und der Regisseur dabei gedacht haben. Von den Schauspielern kommt lediglich Williams zu Wort. Die DVD bietet den Film im angenehmen Farben und scharfer Bildqualität. Der Ton ist allgemein recht ruhig gehalten, weshalb er den Surround nie wirklich fordert.
![]()
3.4 Sterne (11 Bewertungen) | 8 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 09.11.2007
- Bildformat: Widescreen 1.85:1 Anamorph
- Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Deutsch: DTS 5.1 Surround, English: Dolby Digital 5.1
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Making of, Trailer


