The Nativity Story (2006)
Es begab sich aber zu der Zeit...
The Nativity Story (2006) Es begab sich aber zu der Zeit...

Das Jahr 2006 war für Mychael Danna nicht nur ein relativ anstrengendes Jahr, sondern (und erfreulicherweise) auch ein sehr "fruchtbares". Neben der eher kleinen Produktion von Regisseur Todd Robinson, Lonely Hearts, vertonte er auch die beiden Streifen Little Miss Sunshine und The Nativity Story. Besonders mit den zwei letzteren machte er in der Filmmusik Community von sich Reden und mit The Nativity Story heimste er sich ausserdem viel Kritikerlob ein. Mit Recht!
Um es gleich vorweg zu nehmen, die Musik zu The Nativity Story hat zwar viele Passagen mit hoher musikalischer Qualität, doch schwächelt sie an einem recht entscheidenden Punkt: Es dürfte für die geneigten Hörer eher schwierig sein, sich abseits der (Vor-)Weihnachtszeit in die Richtige Stimmung für dieses Album zu bringen.
Dannas Komposition kann man grob in zwei Hälften einteilen. Der erste Teil plätschert eher ruhig vor sich hin. Diese Passagen führen dann auch dazu, dass der Hörgenuss etwas verwässert wird. Doch hat auch die erste Hälfte sehr schöne Momente mit Chor und Orchester bzw. mit Soloinstrumenten zu bieten, wie in den Stücken "Veni, Veni Emanuel" und "To Elizabeth".
In der zweiten Hälfte wird die Musik etwas bewegter und es kommt vermehrt aggressive Perkussion zum Einsatz. Schon das Stück "Census" macht deutlich mehr Gebrauch von kriegerischen Trommeln. Die Aggressivität der Perkussion und deren Verwendung lassen Erinnerungen an John Debneys The Passion of The Christ und an James Horners Apocalypto wach werden. Von einem "Ideenklau" kann man aber trotzdem nicht sprechen - Apocalypto erschien später.
Zu wahrer Grösse steigt das Album mit den letzten Stücken "In Rosa Vernat Lilium", "Silens Nox" und vor allem mit "Rosa Aeterna Floret" empor. Die äusserst gelungene Symbiose aus Orchester, Chor und Perkussion hört man in dieser Form selten in der heutigen Filmmusik. Hut ab!
Fazit: Mit The Nativity Story hat Mychael Danna ein sehr beeindruckendes und unterhaltsames Werk komponiert, welches eine üppige Präsentation auf CD erhält, inklusive einem interessanten Begleittext von Autor Doug Adams (der schon mit Howard Shore intensiv an der Lord of the Rings-Musik und vor allem den Complete Recordings-Sets zusammen gearbeitet hatte). Die hier präsentierte Komposition zeigt eine sehr schöne Verwobenheit von westlicher Filmmusik mit östlichen Elementen und exotischen Instrumenten, ohne dabei Stereotypen zu verfallen. An zwei erwähnten Schwächen leidet das Album jedoch: Zum einen verläuft die erste Hälfte, bis auf ein paar interessante Momente, sehr "reserviert" (Lösungsvorschlag: Programmieren der Stücke 1, 4, 6, 10 und 11). Und zum anderen wird es für viele Hörer schwierig sein, sich das Album ausserhalb der Weihnachtszeit mit der richtigen Stimmung anzuhören.
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