Nanny McPhee (2006)
Eine zauberhafte Nanny
Nanny McPhee (2006) Eine zauberhafte Nanny
Oder: Die beste Kondomwerbung aller Zeiten
Die sieben Kinder von Witwer Cedric Brown (Colin Firth) sind der Alptraum aller Eltern: 16 Kindermädchen haben die Bälger bereits in die Flucht geschlagen - und auch Nummer 17 ergeht es nicht anders. Doch als alles verloren scheint, die böse Tante die Zahlungen kürzen und keine Nanny-Agentur mehr etwas von der Familie Brown wissen will, steht plötzlich die geheimnisvolle Nanny McPhee (Emma Thompson) vor der Tür. Und das knollennasige und von Warzen gezierte Hexenweib, nach eigenen Angaben direkt von der Regierung gesandt, scheint tatsächlich die nötige Ordnung in die vertrackte Situation zu bringen.
In fünf Lektionen bringt sie den Kindern mit psychologischen und magischen Tricks den nötigen Anstand bei. Gleichwohl sind damit aber noch immer nicht alle Probleme vom Tisch. Adelaide (Angela Lansbury), die verstörte, alte Tante, will noch immer nicht davon absehen, die Zahlungen zu streichen - was zwangsläufig die Einweisung ins Waisenhaus für die Kinder bedeuten würde. Es sei denn, Mr. Brown findet bis Ende Monat eine neue Frau und Mutter für seine Kinder. Die einzige, die dem gutmütigen Herrn dabei einfällt, ist die hysterische und geldgierige Mrs. Quickly (Celia Imrie) - eine Tatsache, die den Kindern gar nicht gefällt.
Doch damit noch nicht genug: Tante Adelaide hat ausserdem beschlossen, eines der Brown-Kinder zu übernehmen - damit wenigstens eines von ihnen die nötige Erziehung erhält. Zum Glück gibt es da noch die unscheinbare Magd. Ob sie die Rettung für Mr. Browns Probleme ist?
Kinofilm-Rating
Nanny McPhee ist ein klassischer Kinderfilm, was der Grund sein mag, weshalb es mir als kinderlosem Halbstarken anfänglich schwer fiel, Zugang zu Emma Thompsons fantastischer Welt zu finden. Zu viel Funkeln und Glitzern, zu wenig Witz und Ironie, so war ich im Begriff zu glauben. Doch meine anfängliche Skepsis stellte sich zumindest teilweise als grundlos heraus. Die skurrilen Charaktere sind allesamt liebevoll in Szene gesetzt, und ja, man glaubt es kaum, die nervenden Terrorbälger, die unheimliche Nanny und gar die tote Mrs. Brown wuchsen mir während dem Film tatsächlich ein bisschen ans Herz. Doch nicht nur die Protagonisten, sondern auch das Produktionsdesign entpuppte sich im Laufe des Films als wahrlich zauberhaft. Zwar wirkt alles ein wenig "gebastelt", doch vielleicht ist es gerade das, was der Ausstattung die Stimmigkeit und der Atmosphäre die Dichte verleiht.
An ebendiesen fehlt es jedoch leider der Geschichte, deren Handlungsskelett und Ende stets absehbar und allzu klassisch konzipiert bleiben. Beinahe wirkt es, als diene sie einzig dazu, die verschiedenen Versatzstücke der Kinderbuchreihe "Nurse Mathilda", auf welcher der Film anscheinend basiert, einigermassen sinnvoll zusammenzustecken. Dadurch verfehlt die Geschichte, wie bei einer Best Of-Platte, ein wenig die nötige Durchgängigkeit und Spannung. Aber eben: Als Kinderloser Halbstarker fehlt es mir wahrscheinlich am nötigen Einfühlvermögen. Für Papis, die in unserer gefährlichen Welt stets um ihre Kinder bangen müssen, ist der Film sicher eine äusserst schweisstreibende Angelegenheit. Und ausserdem können Eltern neben der guten Unterhaltung gar noch etwas lernen, beinhaltet doch der Film eine pädagogische Botschaft: Weder Wissen noch feste Regeln sollen den Kindern beigebracht werden, nein, zu denken und vernünftig zu handeln müssen sie lernen - und das können sie nur selbst tun. Das glaubt zumindest die gute Nanny McPhee, die in der Pressebroschüre von Emma Thompson wohl zu Recht mit einem Zen-Meister verglichen wird.
Alles in allem verdient sich die Nanny das Prädikat "gut". Vor allem kann ich den Film allen nervigen Kindern und ihren verzweifelten Eltern ohne Wenn und Aber empfehlen. Zwar sei dabei die Langzeitwirkung von McPhees' Lehren in Frage gestellt, doch weiss sie zumindest für knapp zwei Stunden zu beschäftigten. Alle anderen seien vorgewarnt: Nanny McPhee erzählt eine konventionelle und wenig originelle Story, glücklicherweise jedoch mit originellen und wenig konventionellen Mitteln
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3.9 Sterne (25 Bewertungen) | 4 Kommentare



