Naked on the Inside (2006)

Naked on the Inside (2006)

Oder: Du zeigst mir deins..

Regisseurin Kim Farrant geht in ihrem Dokumentarfilm der Frage nach, wer wir ohne unsere Kleider sind, und warum wir uns so entblösst fühlen, wenn wir sie nicht mehr anhaben. Sechs ganz unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt (Ein Tänzer ohne Beine, ein ehemals magersüchtiges Supermodel, eine amerikanische "fat"-Aktivistin, eine Brustkrebspatientin, ein ehemaliger LA-Gangster und ein Sonntagschullehrer, der eigentlich eine Frau ist) wagen die Enthüllung und begeben sich in diesem Experiment auf die Suche nach ihrem wahren Ich.

In langen Gesprächen und mit Hilfe von Selbstportraits (die Gefilmten bedienen die Kamera teilweise selber) zeigt uns der Film, wie stark die Menschen sich im Grunde ähneln. Und wie wir uns alle eigentlich nur danach sehnen, geliebt zu werden.


Kinofilm-Rating

Naked on the inside wagt sich ganz direkt und unprätentiös an ein heikles Thema - es wird bald klar, dass unserer "oversexed society" Tabus nicht fremd sind.

Als Erstes werden die sechs "Mutigen" einzeln vorgestellt. Dann beginnt der Film - anfangs ganz regelmässig, dann immer freier - zwischen den verschiedenen Stories hin und her zu springen. Lange Zeit funktioniert das ganz gut, irgendwann beginnt der Film jedoch, von der Grundfrage abzuweichen, und wird zu einem blossen Portrait der Gefilmten (was dank der interessanten Protagonisten trotzdem einen gewissen Reiz hat).

Von den 81 Filmminuten hätte man sich die eine oder andere problemlos sparen können. Denn leider macht es sich der Doku zwischendurch ein bisschen einfach, und zieht die einzige Spannung daraus, dass man endlich sehen will, ob sich die portraitierten Menschen denn auch wirklich getrauen, sich auszuziehen...

Die Idee, die Protagonisten sich selber filmen zu lassen, erinnert stark an YouTube-Filme, funktioniert im Kontext jedoch sehr gut. Dank der Gewissheit, dass da ein professioneller Cutter am Werk war, erträgt man die Ausflüge ins Homemovie-Genre ganz gut.

Fazit: Wer kein Problem mit Nacktheit hat und gerne philosophiert, wird den unkonventionellen Dokumentarfilm um einige Denkanstösse reicher verlassen. Denn zu den Fragen "Was ist Schönheit?", "Warum will ich gefallen?" und "Wer bin ich, wenn nicht mein Körper?" hat Naked on the inside durchaus etwas zu sagen.

4.0 Sterne
4.0 Sterne (2 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.54.5
02.10.2007 / maz