Nacho libre (2006)

Nacho libre (2006)

Oder: Hier fehlt kräftig Dipp!

Nacho libre

Das doppelte Surfboard

In einem Kloster, das gleichzeitig ein Auffangbecken für Waisenkinder ist, lebt Ignacio (Jack Black) und ist für das leibliche Wohl der Bewohner zuständig. Das heisst: jeden Morgen um fünf Uhr aufstehen, Bohnen kochen und dann zusammen mit Nacho-Chips servieren. Als er jedoch zum wiederholten Mal für seine Gerichte kritisiert wird, ist eins klar. Es muss Kohle her, um das Essen zu verbessern und natürlich auch, um den Waisenkindern ein besseres Leben zu bieten. Die neu eingetroffene Schwester Encarnacion (Ana de la Reguera) gilt es ebenfalls zu beeindrucken und so macht sich Ignacio auf, Geld heran zu schaffen.

Dieses Vorhaben geht am schnellsten, wenn sich der Mönch mit Schnauz als "Luchador" betätigt. Die mexikanische Art des Wrestlings bringt sogar fürs Verlieren einen Verdienst, und sollte man als Sieger aus dem Ring steigen, winken künftige grosse Kämpfe, gutes Geld und Frauen, die einem anhimmeln. Genauso wie beim Grossmeister Ramses (Ex-WCW-Wrestler "Silver King" Cesar Gonzales), der mit seiner goldenen Maske die Leute erfreut.

Nacho libre

Hot Pants!

Zusammen mit Esqueleto (Hector Jimenez), einem spindeldünnen, nur an die Wissenschaft glaubenden Tagedieb, der Ignacio seinen Sack Nacho-Chips stehlen wollte, macht sich der dickliche Gottesmann auf den Weg zum Ring. Er organisiert sich hellblaue Hosen, einen roten Umhang und eine Maske. Ignacio wird zu "Nacho".

Im Wrestling-Ring habens die beiden Kämpfer mit allerlei Gegner zu tun, bis sich schliesslich Nacho die Chance ergibt, gegen den arroganten Ramses im finalen Zweikampf anzutreten. Und sogar Schwester Encarnacion hat sich - nach dem gemeinsamen Verzehr von Toast in Ignacios Zimmer - dazu entschlossen, dem Treiben einen Besuch ab zu statten.


DVD-Rating

Mit Nacho Libre kriegen wir einen Film, der vor allem von Jack Blacks Präsenz lebt. Die Geschichte von einem mexikanischen Padre, welcher unter Tags in einem Weisenhaus kocht und in der Nacht zu einem Wrestler wird, wird hier lang und breit erzählt. "Nachos" Wrestlerkarriere ist holprig und entwickelt sich dann jedoch wie in einem Bilderbuch mit von Anfang an klarem Happy End. Die Geschichte stellt einen Charakter ins Zentrum, welcher immer wieder von Gewissensbissen bezüglich seiner nächtlichen Freizeitbeschäftigung geplagt wird. Als er dann jedoch auch von der bildschönen Schwester - in welche er massiv verknallt ist - zu hören bekommt, dass es etwas Ehrbares sein könnte wenn man es für einen guten Zweck macht, fasst er neuen Mut und wrestlet weiter, um mit dem Preisgeld den Waisenkindern ein besseres Leben, angefangen bei besserem Essen, ermöglichen zu können.

Dieser ganze Stoff hätte durchaus Potenzial für einen komischen und unterhaltsamen Film. Auch das Team hinter der Kamera, welches uns schon Napoleon Dynamite bescherten, klingt zu Beginn viel versprechend. Dazu Musik aus der Feder von Danny Elfman... aber irgendwie will das einfach nicht gelingen und packen. Der Film leidet von Anfang an am Overacting von Jack Black. Overacting kann in gewissen Szenen durchaus helfen, damit der Zuschauer gewisse Dinge klarer und gezielter wahrnimmt, aber hier wird teilweise so penetrant gespielt, dass man sich fast schon als dumm verkauft vorkommt. Die Gags und die Witze sind teils komisch, jedoch meistens alles schon mal da gewesen. Etliches an Witz wirkt wie aus dem Leeren heraus gegriffen und einfach mal eingebaut, weil's am Set halt so lustig war. Die Trainings- und Aufbauszene ist dabei ein ideales Beispiel: es wird mit Slapstick und mit Fäkalhumor gearbeitet. Aber weshalb genau Kuhscheisse im Gesicht helfen soll sich weiter zu einem guten Wrestler zu trainieren, weiss eigentlich niemand. Dies wird dann auch im Audiokommentar noch gegipfelt, indem sich die Produzenten, der Regisseur und Jack Black gegenseitig die gleiche Frage stellen: Was soll das bringen? Dies ist dann schon sehr entlarvend. So geht es mit etlichen Witzen...

Fazit: Nacho Libre ist eine Komödie, welche vom Storytelling her etwa so spannend ist wie Nachos ohne Dipp. Keine Überraschungen, selten neue Witze und Gags und ein nervendes Overacting von Jack Black (von dem man weiss, dass er es eigentlich besser könnte) machen aus diesem Film eine etwas mühsame Sportkomödie, welche wirklich nur für die eingefleischten Black-Fans zu empfehlen ist.

Die DVD kommt routiniert daher. Das Gebotene ist auf einem durchschnittlichen bis - für einen solchen Film - guten Niveau: der Sound erklingt satt, die Dialoge haben einen sauberen Transfer bekommen. Das Bild ist, bis auf eine kleine Ausnahme, ebenfalls auf gutem Niveau. Während den etwas schneller geschnittenen Wrestling-Szenen gab es bei mir manchmal ein etwas körniges Bild und einmal hatte das Bild sogar eine Bildstörung: ein kleiner quadratischer Ausschnitt einer vorangegangenen Szene blieb in eine andere Szene hinein bestehen. Resultat: zwei kleine Vierecke, welche für einen Moment am falschen Ort zu sehen waren.

Mit den Extras hat man ein grundlegendes Problem: sie werden die meisten Zuschauer wohl kaum interessieren. Dabei sind sie eigentlich recht umfangreich geworden und die Dokus zeigen einige teils unterhaltsamere Making Of-Moment als der Film selbst. Die Crew war stets gut gelaunt und die Dreharbeiten in Mexiko schienen, bis auf den einen oder anderen Durchfallpatienten, reibungslos von Statten gegangen zu sein. Dazu gibt es noch einen Audiokommentar, welcher manchmal etwas entlarvend ist; drei geschnittene Szenen, welchen man wirklich nicht allzu lange nachtrauert und noch zwei Videos in denen man Jack Black singen hören kann. Ganz okay!

2.9 Sterne 3.2 Sterne
2.9 Sterne (26 Bewertungen) | 0 Kommentare

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25.03.2007 / muri (Inhalt), bab (Rating)


DVD-Infos

Special Collector's Edition, erschienen am 08.03.2007

  • Bildformat: Widescreen (1.78:1 - anamorph)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
  • Extras: Kommentare von Jack Black, Jared Hess, Mike White; Featurettes; Jack singt; Deleted Scenes; Promo Spots; Fotogalerie