Miami Vice (2006)
Miami Vice (2006)
Oder: Miami Heat
Längst finden die grossen Drogendeals nicht mehr in den Hinterhöfen und Strassen Miamis statt. Die Drogenbarone haben technisch aufgerüstet, fahren nun schnelle Autos und noch schnellere Boote. Als ein Informant verzweifelt von einem geplatzten Deal spricht und sich darauf das Leben nimmt, beginnen James "Sonny" Crockett (Colin Farrell) und Ricardo "Rico" Tubbs (Jamie Foxx) ihre Ermittlungen.
Um an den Mittelsmann José Yero (John Ortiz) zu gelangen, gehen die beiden Cops einmal mehr undercover. Sie geben sich als geschickte Drogenkuriere im grossen Stil aus. Und um sich Yeros volle Aufmerksamkeit zu sichern, verhindern sie eine Drogenfracht per Schnellboote, um sich dann selber als Lieferanten anzubieten. Dieser ist zwar misstrauisch, findet aber keine Hinweise auf ein Doppelleben. Isabella (Gong Li), welche sich selber als Geschäftsfrau bezeichnet. Sie ist es denn auch, welche die Konditionen der Deals aushandelt - und dabei Crockett den Kopf verdreht.
Der erste Transport klappt, das Vertrauen ist gewonnen. Und Crockett gewinnt auch gleich noch Isabellas Herz. Dank der Liebschaft ergibt sich die Möglichkeit, tiefer als je zuvor in die Strukturen der Bande des Paten Jesús Montoya (Luis Tosar) Einblick zu nehmen. Langsam, so scheint es, geniessen die beiden Cops das Leben als Kriminelle...
Kinofilm-Rating
Schöne Frauen, tolle Strände, heisse Flitzer und mit Don Johnson und Philip Michael Thomas zwei coole Cops in bunten Flanellhemden - das waren die Markenzeichen der erfolgreichen TV-Serie Miami Vice.
Jetzt, knapp 18 Jahre nach der letzten Folge, bringt der damalige Produzent der Serie, Michael Mann (Collateral, Heat) als Regisseur und Drehbuchschreiber die beiden Polizisten auf die Grossleinwand. Doch einiges hat sich geändert, nicht nur im fiktiven Miami. Colin Farrell und Jamie Foxx tummeln sich hauptsächlich des Nachts in Miami. Sie jagen nicht die kleinen Ganoven, sondern sind den Drahtziehern auf der Spur. Und so spielt denn auch Miami Vice nicht in dunklen Hintergässchen, sondern zeigen den Luxus - Nachtclubs, Villen, teure Autos und schnelle Boote.
Wie die Polizisten haben auch die Verbrecher aufgerüstet - längst wird global gehandelt, und längst verfügt man über dieselbe, ja manchmal gar bessere Technologien als die "Guten". Dies sorgt schliesslich für die nötige Spannung - schaffen es unsere beiden Lieblingscops trotzdem, die Bande zu infiltrieren? Wer daran zweifelt, hat sicherlich nie Miami Vice im Fernsehen gesehen... Die Filmhandlung kommt wie eine längere TV-Episode daher: Die eigentliche Geschichte verläuft linear und ohne Nebenplots, beinahe immer ist die Unterscheidung zwischen den Guten und Bösen ohne weiteres möglich.
Seine Stärken zeigt der Film vielmehr bei den visuellen Aspekten. Mit Dion Beebe war glücklicherweise der gleiche Kameramann am Werk wie bei Collateral. So erscheint Miami in einem neuen Licht. Dunkler, realistischer, ja authentischer. In gewohnter Michael Mann-Manier wird zwischen grossartigen Panoramaaufnahmen und verwackelten Handycam-Aufnamen gewechselt. So erlebt man den finalen Showdown hautnah - so nah, dass sogar Blutspritzer auf der Kameralinse sichtbar sind!
Im Vorfeld hat besonders die Besetzung der Hauptdarsteller zu Reden gegeben. Allen Befürchtungen zum Trotze geben Farell und Foxx würdige Nachfolger ab. Foxx, welcher nach eigenen Aussagen den Rico gerne noch bisschen witziger gespielt hätte, wurde zum Glück von Mann an kurzer Leine gehalten. Einzig Li Gong als Isabella vermag leider nicht vollkommen zu überzeugen.
Rico: We can close each others eyes real fast, but then nobody's gonna make any money.
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3.4 Sterne (136 Bewertungen) | 23 Kommentare



