Miami Vice (2006)

Miami Vice (2006)

Oder: Ohne Moos nix los!

Miami Vice

"Und auf welchen Knopf muss ich nun drücken?"

Längst finden die grossen Drogendeals nicht mehr in den Hinterhöfen und Strassen Miamis statt. Die Drogenbarone haben technisch aufgerüstet, fahren nun schnelle Autos und noch schnellere Boote. Als ein Informant verzweifelt von einem geplatzten Deal spricht und sich darauf das Leben nimmt, beginnen James "Sonny" Crockett (Colin Farrell) und Ricardo "Rico" Tubbs (Jamie Foxx) ihre Ermittlungen.

Miami Vice

"Hoffentlich beissen heute endlich die Fische!"

Um an den Mittelsmann José Yero (John Ortiz) zu gelangen, gehen die beiden Cops einmal mehr undercover. Sie geben sich als geschickte Drogenkuriere im grossen Stil aus. Und um sich Yeros volle Aufmerksamkeit zu sichern, verhindern sie eine Drogenfracht per Schnellboote, um sich dann selber als Lieferanten anzubieten. Dieser ist zwar misstrauisch, findet aber keine Hinweise auf ein Doppelleben. Isabella (Gong Li), welche sich selber als Geschäftsfrau bezeichnet. Sie ist es denn auch, welche die Konditionen der Deals aushandelt - und dabei Crockett den Kopf verdreht.

Der erste Transport klappt, das Vertrauen ist gewonnen. Und Crockett gewinnt auch gleich noch Isabellas Herz. Dank der Liebschaft ergibt sich die Möglichkeit, tiefer als je zuvor in die Strukturen der Bande des Paten Jesús Montoya (Luis Tosar) Einblick zu nehmen. Langsam, so scheint es, geniessen die beiden Cops das Leben als Kriminelle...


DVD-Rating

Keinem anderen als Michael Mann traue ich eine anständige Umsetzung der TV-Prämisse Miami Vice zu und das nicht, weil die TV-Serie sein eigenes "Kind" war. Viel eher weil Mann seither mit Filmen wie dem fantastischen Heat und zuletzt Collateral sein perfektes Händchen für "kriminelle Filmstoffe" bewiesen hat. Ich fand die hippe TV-Serie damals übrigens ziemlich doof, also blieb trotz Regievorliebe etwas Zurückhaltung als von einem Filmprojekt die Rede war.

Manns Film ist temporeich und kompromislos, gut gespielt (ja, sogar von Colin Farrell) und atmosphärisch gediegen umgesetzt. Wenn mich etwas stört an Miami Vice, dann ist es die Beziehungkiste zwischen Sonny und Isabella. Ich fand sie nicht wirklich nötig um den Stoff voranzubringen, eher ist das Geplänkel ein Bremsklotz und eine altbackene Aufarbeitung "verbotener Liebe". Der Film kriegt dennoch die Kurve, angetrieben von spannenden Ermittlungen und der Frage, wann fliegen die beiden Edelcops auf, wie lange können sie das lebensgefährliche Spiel durchhalten?

Wirklich gute, schnörkellose und zeitgemässe Umsetzung des schicken TV-Krimiformats, obwohl beinharte, pastelfarben-verwöhnte Crockett und Tubbs-Fans möglicherweise enttäuscht werden.

Extras: Nur durchschnittlich ist das Bonusmaterial ausgefallen. Die Making Ofs sind trotz typischem Marketinggeprotze etwas besser als übliches in dieser Form. Versteckt hinter (zu) vielen Szenen aus dem Film wird ausserdem ein bisschen über Undercover-Arbeit der Polizei erzählt. Mehr Hintergrundmaterial und Miami Vice-TV-Feeling als Extras wären nicht schlecht gewesen. Das Bild ist zweifellos von der feinen Sorte, Körnigkeit und Unschärfe in verschiedenen Szenen sind Stilmittel, die Mann seit längerem verwendet. Ein wenig besser könnte der Kontrast, besonders in den Nachtszenen, ausfallen. Unausgewogen wird die sonst starke, detailreiche Tonspur immer dann, wenn Clubszenen mit sehr lauter Musik unterlegt sind.

3.4 Sterne 4.2 Sterne
3.4 Sterne (136 Bewertungen) | 7 Kommentare

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10.01.2007 / th (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 29.12.2006

  • Bildformat: 2.40:1 (anamorph)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Italienisch
  • Extras: Dreharbeiten vor Ort; Miami Vice Undercover; Musikvideo.