Lucky Number Slevin (2006)

Lucky Number Slevin (2006)

Oder: Fuck. Shit. Jesus!

Lucky Number Slevin

Kann ich auch mal was sagen?

Auch schon passiert? Ausgerechnet dann taucht man an einem Ort auf, wo was brenzliges passiert. Am falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Und was in Stirb langsam zum Klassiker wurde, passiert Slevin (Josh Hartnett) grad ein paar Mal. Der Kerl kommt in die neue Stadt, wird ausgeraubt, vermisst seinen Kumpel, bei dem er eigentlich wohnen sollte und wird ein ein blutiges Abenteuer gezogen. Denn als plötzlich irgendwelche Schläger vor der Tür stehen und ihn, notabene nur mit Badetuch bekleidet, zu ihrem Chef bringen, fangen die Probleme für Slevin erst richtig an.

Der Boss (Morgan Freeman) will Geld. Slevin soll Spielschulden haben. Dass aber Slevin gar nicht die gesuchte Person ist, interessiert den Gangster herzlich wenig. Die einzige Möglichkeit, die Schulden abzuzahlen, ist ein Mord. Und zwar am Sohn des Gangsterrivalen, der sich "Rabbi" (Sir Ben Kingsley) nennt. Warum? Weil er ein Rabbi ist...

Lucky Number Slevin

Bitte Sicherheitsabstand, gell.

Slevin ist in der Zwickmühle. Denn auch der "Rabbi" hat ihm eine Frist gesetzt. Dem schuldet er, respektive derjenige für den sie ihn alle halten, Geld. Innert 48 Stunden muss das Geld parat liegen, sonst knallts. Zusammen mit seiner Nachbarin (Lucy Liu) muss Slevin nun herausfinden, was hier abläuft. Und warum auf einmal auch die Polizei, in Person von Brikowski (Stanley Tucci) ihm auf den Fersen ist.

Doch bevor Slevin überhaupt schnallt, um was es hier geht, taucht ein weiterer Charakter auf. Der Profikiller Goodkat (Bruce Willis), der scheinbar die Fäden dieses ganzen Verwirrspiels in der Hand zu halten scheint.


DVD-Rating

Der schottische Regisseur Paul McGuigan hat für seine Gangsterkomödie (oder ists doch ein Thriller?) eine beeindruckende Schar an Schauspielern gewinnen können. Mit Josh Hartnett drehte er schon Wicker Park und von Bruce Willis bekam er einen Anruf, weil sich der Schauspieler persönlich informieren wollte, wann der Mann einen neuen Film dreht. Dazu kommen Oscar-Preisträger wie Morgan Freeman oder Ben Kingsley. Diesen Klasse-Akteuren wird ein Drehbuch vorgelegt, dass es mit den grossen der Zunft aufnehmen kann und den Zuschauer durch Twists immer wieder von Neuem packt. Klar, dass ein solcher Klassefilm nie in den Schweizer Kinos lief. Man will ja das Publikum nicht überfordern....

Anfänglich ists dann auch ein bisschen verwirrend. Die verschiedenen Handlungsstränge werden nach und nach verknüpft und die einzelnen Dialoge (Slevin und die schwarzen Schläger in der Wohnung) sind so einfach wie genial. Langsam aber sicher bekommt man einen Überblick, ordnet die Figuren zu und stellt fest, dass man doch wieder veräppelt wurde. Mehr über den Film zu schreiben, ist eigentlich unfair gegenüber denjenigen, die Lucky Number Slevin nicht gesehen haben.

Josh Hartnett war bislang nicht gross durch seine schauspielerische Fähigkeit aufgefallen. Filme wie Hollywood Homicide oder 40 Days and 40 Nights sprechen für sich. In Lucky Number Slevin darf er, wohl inspiriert von seinen Kollegen, endlich einmal richtig Gas geben und ist grandios. Ebenso seine Partner Morgan Freeman und Ben Kingsley, deren Dialoge vom Feinsten sind. Dazu kommt, dass es eigentlich keinen wirklich schlechten Film gibt, in dem Stanley Tucci mitmacht und sogar Lucy Liu nervt für einmal nicht. Über die Qualität des Schauspiels von Bruce Willis, und sei es "nur" als stiller Killer, brauchen wir uns eh nicht zu unterhalten.

Fazit: Lucky Number Slevin ist Klasse und geht streng in die Richtung des Genreprimus The Usual Suspects, auch wenn dieser schlussendlich unerreicht bleibt. Es fäget, es fetzt und zu lachen gibts mehr als genug. Und wenn am Schluss das Puzzle zusammengesetzt wird, sind die "Aha"-Effekte garantiert. Bravo!

Boah, nach diesem Film muss man sich erst mal erholen. Und das tut man am besten, in dem man die Extras der DVD genauer ansieht. Allen voran natürlich die "Deleted Scenes", von denen eine sogar ein alternatives (und IMO eher unpassendes) Ende beinhaltet. Das Making-Of ist ein Auflauf bekannter Figuren, die allesamt etwas mehr oder weniger wichtiges zum Film zu sagen haben. Wer allerdings wirklich wichtige Infos, coole Scherze und Wissenswertes über Lucky Number Slevin erfahren will, der sollte sich eher den Audiokommentar anhören. Dort ist die Qual der Wahl zwischen demjenigen des Regisseurs oder einen mit Josh Hartnett.

Geplauder gibts auch bei den verschiedenen Interviews, wobei hier nur die richtig "grossen" Stars zu Wort kommen. Bei den Schauspieler-Infos (auf Texttafeln) gibts dann wieder was zu lesen. Auch über Schnuckel-Josh. Eine kurze Trailershow, bei der sogar Lucky Number Slevin vertreten ist (hey, das ist gar nicht so selbstverständlich...) und der "DVD-Tip" (Das Parfüm) schliessen die informativen Extras ab.

Das Bild scheint teilweise etwas gar dunkel zu sein, hat aber keinerlei negativen Einfluss auf die Qualität. Die Dunkelheit ist gewollt. Tonmässig wird ebenfalls solide und gute Kost geboten, dass die Kugeln schön direkt aufs Trommelfell einschlagen.

5.1 Sterne 4.6 Sterne
5.1 Sterne (134 Bewertungen) | 31 Kommentare

5.55.5
29.01.2007 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 25.01.2007

  • Bildformat: 1:2.35 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Deutsch (DTS 5.1)
  • Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
  • Extras: Audiokommentar, Making-Of, Deleted Scenes, Darstellerinfos, DVD-Empfehlung (Das Parfüm), Trailershow