Love Made Easy (2006)
Love Made Easy (2006)
Oder: Walk to stalk
In Los Angeles lässt sich's leben: Palmen, Strände, schöne Frauen. Doch unter der Sonne Kaliforniens gibt es auch Schatten. Der schusslige Gus (Ralph Gassmann) kann ein Lied davon singen. Er verdient seine Brötchen beim Fötzeln am Strand und lebt mit dreissig noch bei seiner Mutter. Auch seine Kollegen gehören nicht gerade zu den happy few. Pellini hat ein Defizit bei der Körpergrösse. Mobo ist an den Rollstuhl gefesselt. Bowmann bringt zu viel auf die Waage, aber keinen kompletten Satz über die Lippen. Und Gilbert ist ein Tollpatsch. Nach dem Motte "geteiltes Leid ist halbes Leid" verbringen die fünf Freunde ihre Zeit mit Poker spielen.
Bis Gus eines Tages am Früchtestand auf die schöne Natalia (Melanie Winiger) trifft und bei ihrem Anblick gleich die Lovebugs zu hören bekommt. Liebe auf den ersten Blick lautet die Diagnose seiner Kumpels. Obwohl - allzu fachkundig sind sie nicht, denn Frauen kennen sie fast ausschliesslich vom Hörensagen. Ein Profi muss her. Einer der weiss, wie man den Frauen den Hof macht. Duncan soll's mit seinen Tipps richten. Was Gus und seine Mannen aber nicht wissen: Natalia ist eine Stripperin, die von einem Schweizer Undercoveragenten (Martin Rapold) überwacht wird. Zudem will der Mafioso Don Farinelli (Martin Landau) das Haus kaufen, in dem sich die fünf für ihre Kartenspiele treffen.
Kinofilm-Rating
Der Zweitling nach einem erfolgreichen ersten Film ist nie einfach zu bewerkstelligen. Wenn einem dann noch Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, wird's noch ein bisschen schwieriger. So geschehen bei Peter Luisi. Trotz dem hoch gelobten Verflixt verliebt gab es für den Regisseur auch für Love Made Easy kein Geld aus Bern. Mit dem Betrag, den er trotzdem auf sicher hatte, konnte er aber amerikanische Produzenten überzeugen. Die Geschichte wurde kurzerhand vom Zürcher Niederdorf nach L.A. verpflanzt und fertig ist der englisch gesprochene Schweizer Film. (In den kleineren Städten läuft der Film deutsch synchronisiert.)
Das funktioniert erstaunlich gut. Da der Plot sowieso wie ein Sitcom daherkommt, passen die amerikanischen Darsteller hervorragend. Es sind meist sehr erfahrene Kleindarsteller, die ihr Handwerk beherrschen. Übrig geblieben von der ursprünglich geplanten Schauspielerschar sind nur der männliche Hauptdarsteller (Gassmann mit perfekten British English), der Polizist (Rapold radebricht in "Swinglish") und der tollpatschige Franzose (Luisis ständige Wahl Raymond O'Connor). Das britische Englisch von Gassmann erklärt der Film dadurch, dass er es von seinem Vater so gelernt hat. Weniger verständlich ist, was ein Schweizer Verkehrspolizist in Los Angeles zu suchen hat. Ausser einem multifunktionalen Sackmesser kann Rapold nicht richtig zeigen, was er drauf hat. Seine Figur blieb irgendwie im Dörfli stecken. Melanie mampft meistens, und wie ihre Manieren muss auch ihr Mundwerk nicht über alle Zweifel erhaben sein, denn sie spielt ja eine russische Immigrantin. Trotzdem hat sie, wie auch ihre Schweizer Kollegen das Nachsehen gegen die amerikanischen Vollblutdarsteller, welche die meisten Lacher auf ihrer Seite haben.
Nonstop wird in Love Made Easy zwar nicht gelacht. Es hat aber genug witzige Slapstickeinlagen und ein paar Pointen, die zum Schmunzeln sind. Luisi scheint ausserdem ein Fan zu sein von Filmenden, die auf irgendeine Weise im Chaos versinken. Dazu bräuchte es vielleicht ein bisschen mehr Geld. Dass es daran gescheitert sein könnte, hört man auch ein der Tonspur. Da reichte es gerademal für die Lovebugs und ein immergleiches Musikthema, das einem mit der Weile ein wenig auf den Wecker geht. Seien wir froh, dass der Zweitling auch ohne BAK zustande gekommen ist. Ab dem dritten Film verringern sich dann auch die Erwartungen wieder, die so ein Zweitlingswerk mit sich bringt.
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3.9 Sterne (46 Bewertungen) | 12 Kommentare



