Lost - Season 3 (2006)
Lost - Season 3 (2006)
Lange haben die Fans von Michael Giacchino um einen regulären Release seiner Musik zur dritten Staffel der Hit-Serie Lost bangen müssen. Dass sich Varèse Sarabande lange über eine Veröffentlichung ausschwieg, lag jedoch nicht daran, dass sich das Label das "Ob" überlegte sondern das "Wie". Das Label spendierte Giacchinos Score schliesslich ein 2-CD-Set.
Während die erste Scheibe einen Zusammenschnitt der besten musikalischen Momente der dritten Staffel präsentiert, enthält die zweite Scheibe die komplette Komposition Giacchinos für die drei finalen Folgen der dritten Staffel. Mit über 70 Minuten Musik pro CD erhält der Hörer mächtig viel Lost-Musik und das zu einem Preis, der nur geringfügig höher ist als für eine reguläre Einzel-CD. Ob ein solch umfangreicher Release für diese Musik nötig war, ist allerdings fraglich.
Michael Giacchino folgt in der Filmmusik zur dritten Lost-Staffel dem gleichen Pfad, den er schon mit seinen Scores zur ersten und zweiten Staffel beschritten hat. Dies überrascht wenig, hat seine Musik inzwischen einen prägenden Charakter für die Hit-Serie. Würde man Giacchinos Namen von der Produktionsliste streichen, wäre Lost nicht mehr das gleiche.
Die Musik hat im Unterschied zu den bereits veröffentlichten Scores zu Lost - Season 1 und Lost - Season 2 wenig Neues zu bieten, weshalb die expansive Aufbereitung mit zwei CDs nicht ganz einleuchtet. Natürlich wärmt Lost - Season 3 nicht nur alte Ideen auf. So hat Giacchino für die Schurkenfigur Ben ein neues und prägnantes Motiv einfliessen lassen, das einem nicht mehr aus dem Kopf geht (hörbar unter anderem im Stück "Paddle Jumper").
Wie schon in den Vorgängerscores wechselt sich auch hier die ausserirdisch-schizophrene Actionmusik immer wieder mit emotionalen bis romantischen Kompositionen ab, wobei die leise und emotionale Musik mehr bietet. Die dissonant anschwellenden Streicher mit immer lauter und schneller werdenden, pochenden Trommelschlägen hat man einfach schon zur Genüge gehört und während sie in der Serie nicht wegzudenken sind, hätte man deren Einsatz auf der CD auf ein Minimum reduzieren können.
Beide Discs haben sehr schöne Stücke, die unter die Haut gehen. Besonders empfehlenswert auf Disc eins sind die Stücke "In With a Kaboom!", "Awed and Shocked", "Eko of the Past", "Here Today, Gone to Maui", "Romancin the Cage" (ein Stück über die aufflammende Romanze zwischen Kate und Sawyer), "Ocean's Apart" und "Deadly Fertitlity". Auf Disc empfehlen sich "Flying High" (ein absolutes Highlight), "Act now, regret later" und "Looking Glass Half Full", jenes Stück, worüber die Fangemeinschaft in Online-Foren in hunderten von Einträgen diskutierte. "Looking Glass Half Full" hat in der entsprechenden, sehr emotionalen Szene in der Serie einen perfekten Auftritt. Michael Giacchino kombiniert darin melancholisches Klavierspiel mit einer neuen Variation, die sehr schön klingt und hoffentlich in kommenden Seasons weiter entwickelt wird.
Fazit: Das ausgiebige Album zu Lost - Season 3 trägt musikalisch wenig Neues zur Franchise bei und kommt nicht ohne Füllmaterial aus, was das Hörervergnügen um einiges schmälert. Eingefleischten Lost-Fans seien die Scheiben dennoch wärmstens empfohlen.
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