Lost - Season 3 (2006)

Lost - Season 3 (2006)

Oder: Soap im Dschungelcamp

Lost - Season 3

Da ist er ja, den hab ich so lange gesucht...

Als wir die Insel das letzte Mal verliessen, stand es nicht gut um die Überlebenden des Flugzeugabsturzes. Während Kate (Evangeline Lilly), Jack (Matthew Fox), Sawyer (Josh Holloway) und Hurly (Jorge Garcia) mit Michael einem ungewissen Schicksal entgegen liefen, war Locke (Terry O'Quinn) nicht mehr bereit, in der Luke immer wieder die Zahlen einzugeben und den Knopf zu drücken. Locke war fest davon überzeugt, dass nichts geschehen würde, wenn der Zähler Null erreichte. Mister Ecko (Adewale Akinnuoye-Agbaje) war dagegen ganz anderer Meinung und wollte in einem brutalen Kampf erzwingen, dass der Knopf weiterhin gedrückt wird. Gerade als Jack und seine Freunde von den bisher sehr gewalttätigen anderen Inselbewohnern gefangen genommen wurden, erhellte eine grelle Explosion den Himmel.

Lost - Season 3

Wilkommen im Dschungelcamp

Inzwischen ist einige Zeit vergangen und die Situation hat sich stark verändert. Während Desmond (Henry Ian Cusick) nackt im Wald aufwacht und keine Ahnung hat, wie er dorthin gekommen ist, wacht Jack in einem düsteren Raum ohne Licht auf, der verdächtig einem Verhörraum gleicht. Kate und Sawyer hingegen sind in Tierkäfigen eingesperrt und werden nach recht kurzer Zeit auf eine Baustelle gebracht, wo sie unter Schlägen Zwangsarbeit verrichten müssen. Doch was wollen die mysteriösen Inselbewohner von den dreien? Was war dies für eine riesige Explosion? Wie können sie aus dem Gefängnis entkommen? Fragen über Fragen, die einfach nicht beantwortet werden, aber eins ist klar: Sie sind weiterhin in tödlicher Gefahr und haben nicht einmal ansatzweise erfasst, was alles auf der Insel abläuft - dies muss jedoch warten, erstmals müssen die Gefangenen überleben und sich in Sicherheit bringen, bevor sie die nächsten Schritte planen können.


DVD-Rating

Lost Season 3.1

Die Mysteryserie Lost geht in das dritte Jahr und zeigt bereits deutliche Abnutzungserscheinungen an dem anfänglich so packenden Konzept. Die erste Staffel baute seinerzeit auf der Basis auf, dass niemand eine Ahnung hatte, um was es überhaupt ging und viele falsche Fährten und eine komische Luke die Zuschauer beschäftigten. Jahr zwei konnte vieles wieder wett machen und lieferte endlich lang erwartete Antworten über die Insel, was auch sehr spannend präsentiert wurde. Die dritte Staffel ist jedoch in der ersten Hälfte recht orientierungslos und somit das Schwächste, was Lost bis anhin abgeliefert hat.

Das grösste Problem an der dritten Staffel ist, dass sie sich nach dem beinahe unerträglich spannenden Finale vom Vorjahr in eine Situation manövriert hat, in der alle wichtigen Beteiligten kaltgestellt sind. Jack, Kate und Sawyer sind gefangen und vorerst damit beschäftigt, "den Anderen" zu entkommen. Locke versucht immer noch, seine Bestimmung zu finden, und die übrigen Inselbewohner haben jegliche Einsatzfreudigkeit verloren. Dies ergibt die Situation, dass es zwar wieder mehrere Storylines zu erzählen gibt, an allen Fronten aber etwas fehlt, was die Handlung vorantreibt oder für Spannung sorgt. Somit ist der Zuschauer in den ersten Episoden zwar noch damit beschäftigt, sich wieder zu orientieren und sich mit der neuen Situation abzufinden, doch nach drei Folgen kennt man sich aus, und ab da setzt berechnete, routinierte und überraschungslose Langweile ein.

Man erinnert sich, was war eigentlich der Schlüssel zur Faszination an Lost? Genau, das Unbekannte. Die Insel erkunden, mysteriöse Einrichtungen entdecken und immer mehr über diese "Darma Initiative" und die beteiligten Figuren herausfinden. Das machte es interessant und regte auch an, darüber zu rätseln, was sie als nächstes entdecken können. Dies sucht man in Season 3.1 vergebens. Ganz im Stil der bekannten TV-Soaps manövriert sich die Handlung immer wieder in Positionen, wo durch Erpressung und taktischen Schachzüge eine Pattsituation herrscht. So dreht sich die Handlung um Jack, Kate und Sawyer immer mehr im Kreis und je länger die Psychospiele und Fehlinformationen andauern, desto mehr setzen Ermüdungserscheinungen ein.

Während sich die Handlung primär auf das Trio Jack, Kate und Sawyer konzentriert und sich regelmässig das selbe wiederholt, gibt es im Camp der Überlebenden auch keine positiveren Entwicklungen: Mister Ecko, Charlie und Desmond machen sehr bizarre Charakterentwicklungen durch, und in den Flashbacks gibt es immer gesuchtere Konstrukte, welche mehr und mehr ins Lächerliche tendieren. Besonders die Rückblenden in Kates und Claires Vergangenheit sind hier als sehr schwach aufzulisten. Zwischendurch hätte eine neue Obernervensäge wie Michael oder eine Kämpferin wie Ana-Lucia, welche das Camp etwas aufmischt, sehr gut getan, denn solch starke und interessante Nebenfiguren fehlen und die plötzlich ach-so-harmonische Truppe wird beinahe langweilig.

Fazit: Unter dem Strich ist Teil 1 der dritten Staffel eine sehr spannungslose und träge Angelegenheit, welche nur von der Dreiecksbeziehung zwischen Jack, Kate und Sawyer und den Visionen und Eingebungen von Locke vorangetrieben wird. Das ursprünglich so mysteriöse Lost-Feeling ist komplett verloren gegangen und obwohl man zu Beginn überrascht ist, setzt bald Langeweile ein. Wenigstens haben sie bei den Flashbacks jetzt die Balance gefunden und können die Handlung optimal ergänzen, oder so gewisse Entscheidungen erklären. Glücklicherweise kehren sie am Ende des ersten Teiles wieder auf den Pfad der Tugend zurück und machen sich auf, die Insel und ihre Geheimnisse zu erkunden.

Die DVD bietet den Film in einer klaren Farbqualität und sehr scharfem Bild. Obwohl die Special Effects zum Teil deutlich unscharf sind, kommt richtig Karibik- und Ferienstimmung auf. Dies gilt auch für den sehr gut abgemischten Ton. Die Bonus-DVD ist in der Test-DVD nicht enthalten, weshalb kein Test gemacht werden konnte. 4.0 Sterne.



Season 3.2

Nachdem die erste Hälfte der dritten Staffel den Schlamassel ausbaden musste und sich primär damit beschäftigte, die Hauptcharaktere wieder aus ihrer misslichen Lage zu befreien, geht es im zweiten Teil endlich daran, die Geschichte voranzutreiben. Als ob die Drehbuchautoren ausgewechselt worden wären, wird plötzlich wieder alles hinein geflochten, was die erste Hälfte vermissen lies. Die Story hat Drive, und nachdem zuvor primär Ohnmacht herrschte, halten jetzt das Mysterium und neue Rätsel Einzug, welche viele Fragen aufwerfen und zum Mitdenken anregen.

Obwohl die Ungewissheit und die Intensität der zweiten Staffel nie mehr erreicht wird, da es inzwischen kaum mehr etwas Neues zu erkunden gibt und sich alle aneckenden Figuren sehr gemässigt haben, gelingt es den Autoren, mit neuen, undurchsichtigen Figuren wieder Unruhe zu stiften. Allen voran Ben (Michael Emerson) - der Anführer der Anderen - wird zum Achsenpunkt dieser Staffel und sorgt mit seinen perfiden Intrigen und Manipulationen immer wieder für unerwartete Storytwists. Neben Ben werfen auch Locke und Juliet Burke (Elizabeth Mitchell) - Jacks neue Flamme - eine angebliche Übergelaufene von den Anderen - immer wieder neue Fragen auf. Regelmässig fragt man sich, was sie jetzt wieder im Schilde führen und auf welcher Seite sie stehen. Während sich die Hauptfiguren kaum weiterentwickeln und Hurly, Desmond, Claire und Charlie offensichtlich zu Füllmaterial degenerieren, wundert man sich primär über die komische Entwicklung von Locke und wartet sehnlichst darauf, dass Juliet endlich den Mund aufmacht und erklärt, was auf dieser Insel vorgeht.

Obwohl die Dialoge und die Manipulationen sehr gut umgesetzt sind und die beteiligten Schauspieler von ihrer besten Seite zeigen, wird jedoch kein wirklicher Spannungsbogen aufgebaut. Zu oft werden Füllepisoden eingefügt, welche ein Vorwärtskommen nur aufhalten. Falsch platzierte und recht unspektakuläre Flashbacks helfen da auch nicht weiter. Dennoch, im Gegensatz zur ersten Hälfte will man keine Episode verpassen, denn endlich werden einige lang ersehnte Antworten geliefert: Tiefe Einblicke in die Vergangenheit von den Anderen und vor allem in die Lebensgeschichte von Ben rücken den einst so gesichtslosen Gegner in ein ganz anderes Licht und verändern die Situation erheblich. Obwohl einige Sachen arg überspitzt wirken und Ben den Bogen beim Jakob-Besuch absolut überspannt, ist man sich doch nie sicher, was jetzt wirklich stimmt und was nicht. Doch genau so muss es sein, denn das zeichnet Lost bekanntlich aus, und das will man sehen.

Fazit: Die zweite Hälfte ist um einiges besser als die erste und vermag den Zuschauer dank lang ersehnten Antworten und tiefen Einblicken in die Geschichte der Insel und deren Bewohner wieder vor dem Bildschirm fesseln. Dies und viele kleinere und grössere Rätsel, Intrigen und offene Fragen, die immer wieder in die Geschichte geflochten werden, machen die ansonsten dünne Handlung interessant. Innerhalb der Serie ist die dritte Staffel sicher nicht die beste, aber sie liefert endlich viele der Informationen, welche man seit der ersten Episode gesucht hat. Daher sicher einen Blick wert.

Die DVD bietet den Film in einer klaren Farbqualität und sehr scharfem Bild. Obwohl die Special Effects zum Teil deutlich unscharf sind, kommt richtig Karibik- und Ferienstimmung auf. Dies gilt auch für den sehr gut abgemischten Ton. Das Bonusmaterial ist eine gute Mischung aus Behind the Scenes Dokumentationen und Gag-Reels, welche gute Einblicke in die Produktion und die damit verbundenen Probleme geben. 4.5 Sterne.

4.4 Sterne 5.0 Sterne
4.4 Sterne (37 Bewertungen) | 7 Kommentare

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06.05.2008 / db


DVD-Infos

Season 3, erschienen am 26.11.2007

  • Bildformat: Widescreen 1.78:1 Anamorph
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1, Spanisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Isländisch
  • Extras: LOST Stars als Actionfiguren: Die Spielzeuge von Todd McFarlane, Evangeline Lilly stellt die Crew vor, Terry O'Quinn beim Messerwerfen, Weitere Instruktionen: Locke entkommt, Die gläserne Ballerina: Beerdigungs-Szene, Am Set von LOST, Zusätzliche Szenen: noch mehr Inselgeheimnisse in 6 noch nie gezeigten Szenen