Little Man (2006)

Little Man (2006)

Oder: Schnuller-Alarm!

Little Man

Parat fürs Fressi

Er flucht, ist ein hinterhältiger Gauner und sitzt dafür im Knast. Dort ist er der Chef in der Zelle und wartet sehnlichst auf seine Entlassung. Calvin Sims (Marlon Wayans) ist ein böser Junge. Einer, der sich mit den falschen Leuten einlässt, Einbrüche durchzieht und dessen Kumpel jetzt auf ihn wartet. Ausserdem ist er nur 75 Zentimeter gross.

Natürlich dauert es nicht lange und der erste Raub nach der Entlassung aus dem Knast steht an. Zusammen mit Percy (Tracy Morgan) steht ein Diamantenladen auf dem Programm, der auch sogleich um einen schön fetten Klunker erleichtert wird. Doch dummerweise geht etwas schief und die Cops sind den beiden Dieben auf der Spur. Als letzten Ausweg sieht Calvin nur noch die Chance, den Diamanten einem unschuldigen Pärchen in die Handtasche zu legen. Dieses Pärchen, Darryl (Shawn Wayans) und Frau Vanessa (Kerry Washington), liegen sich bezüglich eines Babys in den Haaren. Er will, sie (noch) nicht und das belastet die Beziehung der beiden. Ausserdem lebt Vanessas Vater (John Witherspoon) im gleichen Haushalt und hält nicht viel vom Schwiegersohn.

Little Man

Bitte kein Knobli mehr

Der Diamant ist also weg und unser dämliches Gaunerduo kommt auf eine Super-Idee. Wieso verkleidet man den kleinwüchsigen Calvin nicht als Baby, setzt ihn vor der Tür des Pärchen aus und holt sich dann den Klunker wieder? Gesagt, getan. Doch so einfach, wie sich Calvin das vorgestellt hat, wird die Operation nicht. Denn Darryl und Vanessa entwickelt überraschenderweise so starke Elterngefühle, dass der kleine Knirps ein Wochenende lang richtig durchgeknuddelt werden soll.


DVD-Rating

Was haben Scary Movie 2 und der unterirdisch schlechte White Chicks gemeinsam? Ausser dass sie grottenübel sind, kommen beide Filme aus dem Hirn der Wayans-Brüder. Und wenn das noch nicht genügend schlimm wäre, setzen die Jungs jetzt mit Little Man noch einen drauf. Doch dieses Mal sind weder schlecht geschminkte Frauen, noch verhunzte Thriller das Thema. Sondern man packt den Kopf von Marlon Wayans auf den Körper eines kleinwüchsigen Kindes und der hampelt sich damit durch eine Geschichte, die zwar ganz vereinzelt zum schmunzeln einlädt, aber sonst an Doofheit wohl kaum zu überbieten ist.

Die Grundidee zu Little Man ist jedoch gar nicht mal so schlecht. An Ideen mangelt es dem Brüder-Trio sicherlich nicht. Nur die Umsetzung ist grottig. Das vermeintliche Baby rasiert sich? So what? Das Baby hat einen ausgewachsenen Schniedel? Egal. Steckt der Nachbarin die Zunge in den Hals beim Abschiedskuss? Who Cares. Hat ein Tattoo auf dem Arm? Lustig. Ja, s'ist ja nur ein Baby mit wahrscheinlich schlimmer Vergangenheit. Es ist eine Komödie, klar. Es ist ein Blödelfilm, ein Klamauk. Aber für die blöd halten die uns eigentlich?

Die Story nimmt also ihren Lauf, überrascht kaum durch irgendwelche Vorkommnisse und trägt ein Ende auf, das so überhaupt nicht zum Rest des "frechen" (...) Filmes passen will. Fast 60 Millionen Dollar Einspiel in den USA lassen da aufhorchen. Erwarten wir zuviel von solchen Clownereien? Sind die Leute da drüben einfach anspruchsloser? Oder warum spielen solche Filme wie Little Man satte Gewinne ein und geben somit den Verantwortlichen noch mehr Gründe, weitere Filme zu drehen? Erschreckenderweise steht bei den Wayans jetzt auch noch ein Remake von The Munsters an.

Fazit: Little Man ist die erwartete Gurke. Anfänglich noch recht beschwingt, aber spätestens nach zwei Minuten wars das dann auch. Der Rest ist Furzen, Pissen, Fluchen und Müttern in die Brust beissen. Wer auf so was steht, ist mit diesem Film optimal bedient. Alle anderen werden nach kürzester Zeit entweder die DVD aus dem Player holen oder sich mit dem Mitgucker / der Mitguckerin beschäftigen. Verpassen tut man gar nichts.

Bei allem Wayans-Bashing, die DVD-Extras haben sie gut hingekriegt. Dafür war aber wahrscheinlich auch jemand anderes zuständig. Neben all den Features über den Film, die Machart und den Humor der Brüder, stechen ein paar Berichte hervor. Einerseits derjenige, des jungen Linden, der als "Body-Double" für den Little Man hinhalten musste. Man bekommt ein bisschen seiner Geschichte erzählt und sieht den Burschen in diversen Aktivitäten. Auch am Filmset scheint er einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Ebenfalls einen genaueren Blick wert ist das Filmchen mit dem "Method-Acting". Da sieht man vor allem Marlon Wayans vor dem Green-Screen faxen machen. Häja, er musste ja "nur" sein Gesicht in den Film einbringen. Und das tönt einfacher als es schlussendlich ist.

Ton und Bild kommen gewohnt sauber und klar daher. Die Dialoge sind klar verständlich, es rauscht nicht und das Bild macht jederzeit (auch in den dunkleren Szenen) einen gelungenen Eindruck. Wär der Film auch auf einem solchen Niveau gewesen... Ach, lassen wirs.

2.2 Sterne 4.6 Sterne
2.2 Sterne (15 Bewertungen) | 3 Kommentare

1.0 Stern1 von 0.0-6.0
05.03.2007 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 20.02.2007

  • Bildformat: 1:1.85
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
  • Extras: Audiokommentar, Making-Of, Die Geschichte des Films, Effekte des kleinen Mannes, Lindens Welt, Schwierigkeiten beim Schauspiel, Deleted Scenes, Extended Scenes, Trailers