Letters from Iwo Jima (2006)

Letters from Iwo Jima (2006)

Letters from Iwo Jima

Endlich hat es auch der zweite Teil von Clint Eastwoods Kriegs-Opus-Magnum in die Kinos geschafft. Und wie das so ist, mit den Eastwood-Produktionen, werden die Filme mit viel Kritikerlob überhäuft. Während man über die filmische Qualität von Eastwoods Werken sagen kann, was man will, sieht es in Bezug auf die musikalische Begleitung leider wie immer trist aus. Auch wenn es beeindruckend ist, dass Clint Eastwood seine Filme jeweils in der Regel selbst vertont, so würde man sich schon ab und zu wünschen, dass er diese Aufgabe einmal einem erfahrenen und professionellen Komponisten überlassen würde.

Nachdem seine Kompositionen zu Mystic River, Million Dollar Baby und jüngst auch Flags of Our Fathers abseits der Bilder durch Langeweile glänzten, erhoffte man sich, dass es endlich auch mal mit der Filmmusik etwas interessanteres gäbe, als man hörte, dass Letters From Iwo Jima von jemand anderem vertont werden sollte. Doch auch das neue Album ist filmmusikalisch gesehen eine Enttäuschung und setzt auf altbewährte Eastwood- und Genre-Stereotypen.

Das Eröffnungsstück leitet gleich das Hauptthema ein, welches sich sodann unaufhörlich während gut 43 Minuten fast ohne Pause durch den Score von Kyle Eastwood (ja, er ist mit Clint verwandt) und Michael Stevens zieht. Womit wir auch gleich bei einer Eastwood-Filmmusik-Stereotypie und einem meiner grössten Kritikpunkte angelangt sind: Das Thema hat zwar durchaus einen recht schönen Melodieverlauf, aber die ständige und vor allem unvariierte Wiederholung lassen es in seiner Wirkung bald erblassen.

Da es sich um einen Kriegsscore handelt, darf natürlich auch die patriotische Solotrompete nicht fehlen, und so kommt es, dass wir eine nächste Stereotypie haben. Mit den Stücken 4-7 bekommt der allenfalls noch geneigte Hörer ein paar sehr dunkle Minuten zu hören, welche teils eine recht interessante Handhabung des Hauptthemas aufweisen (jedoch keine wirkliche Variation). Mit dem Stück "Dinner Party" wird der Hörer durch süffige, klassische Dinner-Musik im barocken Stil wieder etwas aus dem sich einstellenden Delirium geweckt. Danach allerdings kriegen wir wieder viele Themenwiederholungen auf dem Klavier vorgetragen, bevor der "Song For the Defense of Iwo Jima" von einem Kinderchor vorgetragen wird - putzig, aber überflüssig! Das Album endet mit ein paar weiteren Themenzitaten, mal gespielt von den Streichern, mal solo vom Klavier.

Fazit: Im Gegensatz zu Flags of Our Fathers weisst die Musik zu Letters From Iwo Jima eine erheblich grössere Konsistenz in der Komposition auf. Der Hörer wird weniger hin und her zwischen musikalisch völlig unterschiedlichen Ideen geworfen. Dafür präsentiert uns das vorliegende Album nach den ersten gut sieben Minuten nur noch spärlich neues Material, was das Hörerlebnis einseitig und langweilig macht. Somit bleibt uns nichts anderes übrig, als weiterhin "nur" auf die filmische Qualität von Clint Eastwoods Filmen zu achten und bei der Filmmusik weiterhin ein Ohr zuzudrücken.

2.0 Sterne2 von 0.0-6.0
27.02.2007 / bab

Sountrack-Infos

Komponisten
Kyle Eastwood
Michael Stevens
Lennie Niehaus
(orchestrated & conducted by)

Release
Label: Milan Records
Laufzeit: 43 Minuten
EAN: 3299039907528

Tracks

Letters From Iwo Jima Theme (Radio Edit)

Main Titles

Letters Montage

Preparing For Battle

Suicide

Enemy Fire

Shimizu's Past

Dinner Party

Nearing The End

10 

Kuribayashi's Farewell Letter

11 

Song For The Defense Of Iwo Jima

12 

Kuribayashi Pleads For Death

13 

End Titles Part 1

14 

End Titles Part 2

15 

Letters From Iwo Jima Theme (Composers Duet)